MotoGP

Große Sieger und bittere Verlierer im Chaos-GP - Brünn: Die Stimmen zum Rennen

In Brünn ging es am Sonntag drunter und drüber. Manche Fahrer durften jubeln, anderen mussten ihre Wunden lecken. Das hatten die 20 Piloten zu sagen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Cal Crutchlow (LCR Honda, Platz 1): "Ich hätte etwas anderes erwartet, aber nachdem Lucy ein Kind gekriegt hat, kann das einfach nichts schlagen. Das beste Geschenk habe ich also schon gekriegt. Trotzdem freue ich mich, wir haben hart gearbeitet. Ich bin das Risiko eingegangen. Soweit ich das sehe, sind sie alle Weicheier. und wir haben das Beste draus gemacht. Ich freue mich für mein Team. Ich habe mein Bike gestern zerhauen, heute war es eine schöne Wiedergutmachung."

Valentino Rossi (Yamaha, Platz 2): "Am Anfang war ich wirklich verzweifelt. Ich dachte, ich hätte einen Fehler gemacht, aber nach einigen Runden war der harte Reifen besser. Das Rennen war sehr lang, man musste immer konzentriert bleiben. Es war ein tolles Rennen, ich freue mich über die Punkte. Ich bin jetzt Zweiter in der WM, wir haben also richtige Entscheidung getroffen."

Marc Marquez (Repsol Honda, Platz 3): "Wenn ich ehrlich bin, hatte ich heute die falsche Strategie. Ich hätte gedacht, ich nehme den weichen Reifen und es würde ein Flag-To-Flag-Rennen werden. Ich bin dann mit weichen Reifen rausgegangen und wollte am Anfang pushen. Das war nicht möglich, dann habe ich so gut wie möglich hausgehalten. Ich wusste, dass Rossi und Crutchlow mit den harten Reifen unterwegs sind. Am Ende haben wir die Lücke auf Jorge in der WM vergrößert."

Marquez verlor nur vier Punkte auf Rossi - Foto: Yamaha

Loris Baz (Avintia Racing, Platz 4): "Wir hatten ein tolles Rennen und haben die richtige Reifenwahl getroffen. Weil ich schwerer als die anderen Fahrer bin, muss ich immer die härtere Mischung nehmen, und vor dem Rennen entschieden wir uns für den harten Regenreifen, der perfekt war. Man weiß nie, ob man richtig gewählt hat, weil man nie weiß, ob der Regen wiederkommt. Aber wir konnten und Schritt für Schritt nach vorne arbeiten, und mit einigen Runden mehr, wären wir sogar noch weiter gekommen. Wir brauchen noch mehr Erfahrung mit diesem Reifen, das Bike war etwas hart und es war schwierig, die anderen Fahrer zu überholen. Aber ich bin extrem glücklich. Ich wollte auch ein gutes Resultat, um es Luis Salom zu widmen, und das haben wir endlich geschafft."

Hector Barbera (Avintia Racing, Platz 5): "Ich bin glücklich, weil wir ein gutes Rennen hatten. Nach zwölf Runden hatte ich ein technisches Problem und hatte für die restlichen zehn Runden eine begrenzte Leistung. Ich versuchte das Maximum, um vorne zu bleiben, schonte die Reifen, fuhr wirklich behutsam, aber beendete das Rennen mit einigen Schwierigkeiten. Trotzdem bin ich froh, weil wir jedes Rennen näher kommen. Früher oder später bekommen wir das Ergebnis, das wir verdienen."

Eugene Laverty (Aspar, Platz 6): "Der Start war am schwierigsten. Ich habe vier oder fünf Plätze verloren und es war zu schwierig, Positionen zu gewinnen. Ich konnte wirklich erst überholen, als die anderen abbauten. Ich bin sauer wegen meinem Start, weil das Bike heute gut genug für ein Podium gewesen wäre. Jetzt bete ich für Regen in Silverstone. Bei Regen können wir wirklich stark sein. Im Warm-Up heute Vormittag war ich sogar bis eine Minute vor Schluss Schnellster."

Danilo Petrucci (Pramac Racing, Platz 7): "Ich kann nicht behaupten, dass ich besonders zufrieden bin, auch wenn Platz sieben ein gutes Resultat ist. Es war ein seltsames Rennen. Die Reifenwahl war entscheidend. Vielleicht hätten wir mit dem harten Vorderreifen eine Chance gehabt, aber wir haben Ziele und ich wollte im Rennen mein Ziel in den Top-Ten erreichen. Am Ende wurde ich Siebter, das ist nicht schlecht."

Andrea Iannone (Ducati, Platz 8): "Von dem Rennverlauf bin ich natürlich enttäuscht, denn wir hatten heute wieder sehr großes Potenzial. Zu Beginn habe ich nicht wirklich hart gepusht, um die Reifen so gut wie möglich zu schonen, war aber sieben Runden vor Ende dennoch in Führung. Dann haben aber auch bei mir die Probleme mit dem Vorderreifen begonnen, die zuvor schon Dovi, Scott und Jorge hatten. Das war wirklich schade, denn das Rennen ist nicht so ausgegangen, wie wir das wollten."

Iannones Vorderreifen löste sich völlig auf - Foto: Ducati

Maverick Vinales (Suzuki, Platz 9): "Wahrscheinlich haben wir die falsche Reifenwahl getroffen. Wir starteten auf dem Weichen, weil wir dachten, die Strecke trocknet viel schneller und wir kriegen Flag-to-Flag, aber letztlich ist das nicht passiert und der Reifen baute stark ab. Trotzdem bin ich zufrieden, denn wenn man im Klassement schaut, wer weiche Reifen hatte, sind wir Dritter, außerdem haben wir gute Fortschritte gemacht. Heute bin ich wirklich glücklich, weil wir im Regen solide Fortschritte machen. Ich versuchte, die Führenden einzuholen, musste aber letztlich den Reifen schonen, um nicht zu stürzen."

Tito Rabat (EG Marc VDS, Platz 10): "Das ist nach einem sehr schwierigen Wochenende mit vielen Problemen bei trockenen Bedingungen ein sehr positives Ergebnis. Der Rennstart war für mich hart, weil ich bei den schwierigen Verhältnissen nicht an der Gruppe vor mir dran bleiben konnte. Aber ich konzentrierte mich darauf, mich an die Verhältnisse zu gewöhnen, und unsere Reifenwahl war perfekt, als die Strecke auftrocknete. Als ich zwei Runden vor Schluss Zehnter war, wollte ich sichergehen, ins Ziel zu kommen und Punkte zu holen. "

Yonny Hernandez (Aspar, Platz 11): "Das Positive an heute ist, dass wir das Rennen beendet und beinahe doppelt so viele Punkte gesammelt haben wie bisher. Es ist unser bestes Saisonergebnis. Aber ich habe ein etwas bittersüßes Gefühl, weil wir das Rennen mit einem Motormapping gestartet haben, das und wenig Power gab, und ich so in den ersten Runden die Gruppe, in der Laverty war, verloren habe. Als ich sie wegfahren sah, schaltete ich auf das Mapping mit viel mehr Power, und die Zeiten purzelten fast wie von selbst. Schrittweise stieg meine Pace und ich konnte das Rennen verwalten, als bei den anderen Fahrern die Reifen abbauten."

Dani Pedrosa (Repsol Honda, Platz 12): "Das war ein enttäuschender Tag. Heute hatte ich im Nassen nicht das richtige Gefühl, obwohl ich normal im Regen ziemlich schnell bin. Seit der Veränderung, die sie nach Assen am Vorderreifen gemacht haben, habe ich viel Mühe, um schnell zu sein, und heute war mein Hauptproblem, dass der Reifen beim Bremsen zugemacht hat. Deshalb konnte ich die Vorderbremse nicht nutzen, um das Bike zu verzögern, sondern war gezwungen, viel mit dem Motor zu bremsen, aber natürlich war ich so sehr langsam und hatte keine Chance. "

Dani Pedrosa enttäuschte einmal mehr in dieser Saison - Foto: Simninja

Pol Espargaro (Tech 3, Platz 13): "Heute Vormittag im Warm-Up hatte ich im Regen große Schwierigkeiten, aber wir konnten das Bike vor dem Rennen signifikant verbessern. Deshalb konnte ich nach dem Start viele Fahrer überholen. Aber als die Strecke auftrocknete, bekam ich Probleme. Mir fehlten Grip und Traktion, aber ich versuchte, ohne Fehler meine Pace zu halten und so viele Punkte wie möglich mitzunehmen. Ich glaube, dass wir heute die Elektronik nicht bestmöglich genutzt haben, außerdem wäre der harte Hinterreifen besonders gegen Rennende eine bessere Wahl gewesen."

Stefan Bradl (Aprilia Gresini, Platz 14): "Heute haben wir am Start keine Fehler gemacht und das Rennen beendet, also hat es und nicht an Konzentration gefehlt. Trotzdem bin ich nicht damit zufrieden, wie es gelaufen ist. In den ersten Runden hatte ich eine gute Pace und konnte bei der Gruppe bleiben, aber dann hat, als der Asphalt trocknete, unser Elektronik-Setup nicht so gut funktioniert, wie es sollte. Die Traktionskontrolle hat mich beim Herausbeschleunigen sehr eingeschränkt. Das Gefühl hatte ich auch im Warm-Up und wir nahmen einige Veränderungen vor, um es zu verbessern, aber offenbar war das nicht genug."

Scott Redding (Pramac Racing, Platz 15): "Ich war mit meinem Rennen sehr zufrieden. Ich hatte einen guten Start und fuhr gut. Es war ein tolles Gefühl. Das Setup des Bikes war perfekt. Ich spürte, dass der Vorderreifen abzubauen begann, aber das war normal, und ich hätte mich mit den Top sechs abgefunden. Ich konnte sogar ein paar Zehntel auf die vordere Gruppe gutmachen. Aber plötzlich kostete mich der ungewöhnliche Abbau am Vorderreifen das Rennen. Das ist schade."

Alvaro Bautista (Aprilia Gresini, Platz 16): "Die Streckenbedingungen waren heute wirklich schwierig. Im Rennen hatte ich besonders beim Bremsen viele Mühe. Ich hatte ständig das Gefühl, dass ich die Front verliere, deshalb konnte ich nicht pushen, doch am Kurvenausgang verlor ich viel mehr als meine Rivalen. Neun Runden vor Schluss ging ich zum Bike-Wechsel an die Box, aber selbst mit den Intermediates konnten wir unsere Position nicht verbessern."

Jorge Lorenzo (Yamaha, Platz 17): "Der Ausgang des heutigen Rennens ist wirklich ärgerlich, denn ich bin ein großartiges Rennen gefahren und hatte nur zu Beginn, als noch viel Wasser auf der Strecke war, leichte Probleme, das Motorrad zu bremsen. Auch am Kurvenausgang hatte ich mit dem harten Hinterreifen nicht viel Grip und musste vorsichtig sein, weshalb ich relativ weit von der Spitze entfernt war. Als die Strecke getrocknet ist, habe ich aber mehr und mehr Vertrauen aufgebaut. Dann hat sich aber leider der Vorderreifen aufgelöst, ich musste zwei Mal stoppen und wurde nur 17."

Brünn war ein weiteres desaströses Regenrennen für Lorenzo - Foto: Yamaha

Andrea Dovizioso (Ducati, DNF): "Es ärgert mich wirklich, wie das Rennen heute verlaufen ist. Ich war absolut konkurrenzfähig und in der Position, um ein gutes Resultat einzufahren. Wir haben uns für das Rennen die gleichen Reifen ausgesucht, die wir im Warm Up verwendet und die dort bei sehr nassen Verhältnissen exzellent funktioniert haben. Da es vor dem Rennen aber zu regnen aufgehört hat und die Strecke somit nur noch feucht war, hat sich der Reifen abnormal schnell aufgelöst und ich musste an die Box kommen. Somit kehre ich aus Brünn ohne Punkte heim."

Bradley Smith (Tech 3, DNF): "Natürlich ist es enttäuschend, wieder mit einem technischen Problem auszufallen, besonders weil es bis dahin gut lief. Die Startrunde liegt ziemlich gut und ich fühlte mich wohl auf dem Bike. Als die Strecke auftrocknete, konnte ich meine Pace steigern und mehr pushen. Gleichzeitig achtete ich auf meine Reifen, weil ich sicher war, dass das Reifenmanagement am Ende des Rennens entscheiden würde. Doch leider hatte ich nicht die Chance, das zu beweisen, weil ich an die Box fahren musste. Die Fahrer, an denen ich dran war, ehe ich an die Box fuhr, wurden am Ende Fünfter und Sechster, also hätte ich mich auch dort gesehen."

Aleix Espargaro (Suzuki, DNF): "Dieses Jahr haben wir wirklich Pech. Heute Vormittag haben wir im letzten Run im Warm-Up eine Modifikation getestet und ich hatte das Gefühl, sie war richtig, weil ich mich viel wohler fühlte. In den ersten Runden konnte ich nahe an der Spitze bleiben. Dann spürte ich plötzlich, dass mit dem Bike etwas nicht stimmte, der Motor nicht normal lief, und ich musste aufgeben. Es ist jetzt wichtig, zu verstehen, was passiert ist. Aber es war das erste derartige Problem in zwei Jahren Entwicklung. Natürlich ist es frustrierend, aber so etwas passiert eben in Rennen."


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