Die Formel E startet bereits am kommenden Samstag, 06. Dezember 2025 in die neue Saison. Vor dem Auftakt im brasilianischen Sao Paulo fragen sich einige Beobachter seit Wochen, wo die Rennen in Deutschland und Österreich überhaupt im Free-TV bzw. Livestream übertragen werden.
Die schlechte Nachricht zuerst: Der österreichische TV-Sender ServusTV hat sich nach nur zwei Jahren zurückgezogen wird die Formel E weder im Fernsehen noch auf seiner Streaming-Plattform zeigen. Recherchen von Motorsport-Magazin.com hat der Privatsender am Montag auf Anfrage bestätigt: "Wir haben unseren Rechtevertrag nicht verlängert."
Formel E: ServusTV zieht den Stecker - Rennen weiter bei DF1
Obwohl die Live-Übertragungen der Formel E in den vergangenen beiden Saisons insgesamt ordentliche Einschaltquoten bei ServusTV erreicht haben, gehen hier die Lichter aus. Nach unseren Informationen aus unterschiedlichen Quellen handelte es sich um eine "politische Entscheidung" innerhalb des Red Bull Media House, zu dem ServusTV gehört. Nach einigen Personalwechseln innerhalb des Hauses zog die Formel E den Kürzeren und ist raus aus dem Programm.
ServusTV vergab in den letzten beiden Saisons die Sublizensierungsrechte an den jungen deutschen TV-Sender DF1 (ehemals ServusTV Deutschland). Und das ist die gute Nachricht: Der Privatsender aus Unterföhring bei München soll die Formel-E-Rennen nach Informationen von Motorsport-Magazin.com auch in der Saison 2025/26 im Fernsehen zeigen. Das inkludiert den Auftakt in Sao Paulo am kommenden Samstag mit einer Übertragung ab 18:00 Uhr im Free-TV und per Livestream auf der eigenen Webseite.
Dass der Formel-E-Saisonauftakt ausgerechnet parallel zum spannenden Formel-1-Showdown in Abu Dhabi (Qualifying am Samstag 15:00-16:00 Uhr MEZ) ausgetragen wird, sorgt bei einigen Vertretern der Elektro-Rennserie allerdings für Kopfschütteln...
TV-Situation in Deutschland: Porsche nicht happy
DF1 ist bei Sport-Fans in Deutschland auch wegen Live-Übertragungen der MotoGP, Eishockey, Tennis oder Handball inzwischen ein Begriff, doch im Gesamtbild fristet die Formel E hierzulande weiterhin ein Nischendasein. Im Schnitt verfolgten zuletzt im Schnitt weniger als 50.000 Zuschauer die Rennen der Elektro-Weltmeisterschaft im Fernsehen. Da helfen auch zusätzliche Übertragungen bei den Pay-TV-Angeboten von Eurosport (Eurosport 2, discovery+) und dem Streamingportal DAZN wenig.
Eine Situation, die vor allem für den amtierenden Weltmeister Porsche als einzigen deutschen Hersteller in der Formel E nicht zufriedenstellend sein kann. Motorsportchef Thomas Laudenbach hatte mehrfach eine reichweitenstärkere Übertragung im heimischen Fernsehen gefordert - erfüllt wurde diese Hoffnung nach dem Aus von ProSieben Ende 2023 bisher allerdings nicht.
Doppelt ärgerlich aus Sicht der Zuffenhausener um Ex-Champion Pascal Wehrlein: Die Formel E soll nach dem WEC-Aus auch in Zukunft einen festen Platz im Werkssport-Engagement einnehmen. Für 2026/27 hat Porsche sogar die Gründung eines zweiten Werksteams angekündigt.
In den vergangenen Wochen und Monaten gab es Gerüchte über eine mögliche Rückkehr der Formel E zu ProSieben bzw. dessen Streamingplattform Joyn - bewahrheitet hat sich das jedoch nicht, obwohl Verantwortliche der Serie immer wieder mit einer 'großen Lösung' kokettierten. So sagte Formel-E-CEO Jeff Dodds Mitte dieses Jahres zu Motorsport-Magazin.com: "Wir wissen, dass wir mehr Sichtbarkeit brauchen, um in Deutschland erfolgreicher zu werden. Deutschland ist und bleibt ein extrem wichtiger Markt für uns."
Formel E wird relevanter in Deutschland: Opel vor Einstieg
Der deutsche Markt wird umso wichtiger, wenn sich ab 2026/27 mit dem Beginn der Gen4-Ära ein weiterer Autobauer aus Deutschland ins Starterfeld hinzugesellen sollte: Opel steht vor dem Formel-E-Einstieg und soll sogar eine eigene Startlizenz übernommen haben.
Der Hersteller aus Rüsselsheim würde im Falle eines Werks-Engagements wohl die Antriebstechnologie vom Mutterkonzern Stellantis übernehmen. Stellantis führt aktuell DS Penske und den Neueinsteiger Citroen an den Start. Für die Zukunft bahnt sich also ein großes Herstellerduell mit Porsche an, bei dem auch Jaguar, Mahindra, Nissan und Abt-Sportsline-Partner Lola Yamaha mitmischen.



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