Doppelter Abschieds-Jubel in London: Nick Cassidy hat das erste von zwei Rennen der Formel E in London an diesem Wochenende für sich entschieden. Für den Neuseeländer ist es der zehnte Sieg in der Elektroweltmeisterschaft und der dritte im Jahr 2025.
Für Cassidy ist es sein fünfter Sieg für Jaguar an seinem letzten Wochenende mit dem britischen Hersteller. Anfang der Woche wurde der Abschied Cassidys von Jaguar bekanntgegeben. Im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com hatte Cassidy dabei scharfe Kritik an Jaguar geübt. Alle Details lest Ihr hier:
Pascal Wehrlein auf dem Podium: Porsche vor WM-Titel
Von diesen Querelen war nach dem Sieg nichts zu spüren. Cassidy bedankte sich ausführlich beim Team und sprach schon während dem Rennen vom besten Auto der Saison. Nicht nur für ihn ist es das letzte Wochenende mit Jaguar. Auch Gründungsteamchef James Barclay verlässt das Team gen des zukünftigen WEC-Teams von McLaren und kann sich über seinen 21. Sieg als Jaguar-Teamchef freuen. Cassidy hatte die Führung in der 28. von schlussendlich 38 Rennrunden übernommen und gab diese nicht wieder her. Im Ziel setzte er sich schlussendlich mit 1,578 Sekunden Vorsprung gegen Mahindra-Werksfahrer Nyck de Vries durch.
Das Podest komplettierte Pascal Wehrlein im Werks-Porsche. Zudem holte sich Wehrlein den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde in den Top-10. Da Wehrlein-Teamkollege Felix da Costa nach einem gezwungenen Boxenstopp durch einen kaputten Frontflügel (Kontakt mit Oliver Rowland) nur den 14. Rang erreichte, verpasste es Porsche schon heute den Team-Titel zu gewinnen. Mit 37 Punkten Vorsprung auf das Nissan-Werksteam gehen die Zuffenhausener aber mit einer durchaus komfortablen Führung ins letzte Saisonrennen.
Bitteres Rennen für Pole-Setter Evans, Ticktum crasht
Hinter Wehrlein komplettierten Stoffel Vandoorne (Maserati-DS) und Jake Dennis im Kundenporsche von Andretti die Top-5. Dennis sammelte damit zunächst wichtige Punkte für die Hersteller-Wertung, in der Porsche ebenfalls seinen Vorsprung auf Nissan ausbauen konnte. Der Brite erhielt jedoch im Nachgang des Rennens für eine Kollision mit Weltmeister Oliver Rowland (Nissan) eine 5-Sekunden-Zeitstrafe, die ihn auf P8 zurückwarf. Jean-Eric Vergne (DS Penske), De-Vries-Teamkollege Edoardo Mortara und Robin Frijns (Envision-Jaguar) rückten auf und belegten die Plätze fünf bis sieben. Nissan-Werksfahrer Norman Nato und Pole-Setter Mitch Evans im zweiten Jaguar komplettierten die Top-10. Rowland wurde Elfter.
Für Evans verkam das Rennen zu einer bitteren Angelegenheit. Bereits während der Pit-Boost-Phase, in der die Boliden zum Schnellladen an die Box kamen, verlor der Neuseeländer zahlreiche Positionen und wurde schließlich in der 30. Runde gedreht, nachdem Dan Ticktum (Kiro-Porsche) nach einem engen Zweikampf mit Dennis in ihn gerauscht waren. Für den Vorfall wird Ticktum in der Startaufstellung für das Sonntagsrennen um fünf Plätze nach hinten versetzt. Zumindest in die Top-10 kämpfte sich Evans aber zurück.
Für Ticktum war das Rennen nur kurz nach dem Evans-Zwischenfall beendet. Bei einem überambitionierten Überholversuch gegen Sam Bird im McLaren-Nissan verbremste sich der Brite und versenkte seinen Cupra Kiro in den Barrieren. Dies löste in der 31. Runde die zweite Safety-Car-Phase des Rennens aus. Auch Nico Müller im zweiten Andretti-Porsche fiel in der 35. Runde noch aus den Punkten, nachdem auch er in Folge eines Kontakts mit Sebastien Buemi im Envision-Jaguar in den Barrieren gelandet war. Müller konnte sich jedoch aus eigener Kraft befreien und belegte im Ziel P15. Auch dieser Kontakt wurde untersucht. Buemi wird in der Startaufstellung für den Sonntagslauf um fünf Plätze nach hinten versetzt. Auch eine Kollision zwischen Frijns und Sam Bird (McLaren-Nissan) nahmen die Stewards unter die Lupe, nach der Bird aus den Punkten fiel. Diese blieb aber folgenlos.
Günther nach sechs Kurven raus, Abt bleibt erneut punktlos
Für Maximilian Günther war das Rennen bereits nach wenigen Kurven beendet. Im Zweikampf mit Edoardo Mortara wurde der Allgäuer in Kurve 5 in die Mauer geschickt, wobei seine Radaufhängung brach. In Kurve 7 kam er zum Stillstand, wobei durch die enge Strecke an dieser Stelle die beiden McLaren-Nissans von Taylor Barnard und Sam Bird sowie Zane Maloney im Lola Yamaha Abt blockiert wurden, die ans Ende des Feldes befördert wurde. Der Vorfall löste eine Safety-Car-Phase aus. Am Ende der dritten Runde wurde das Rennen wieder aufgenommen.
Die Kollision zwischen Günther und Mortara wurde untersucht. Schlussendlich wurde aber keine Strafe ausgesprochen. Günther war nicht der einzige Pilot, der den London ePrix bereits in der ersten Runde beenden musste. Jake Hughes (Maserati-DS) kehrte mit einer beschädigten Radaufhängung an die Box zurück und stellte seinen Wagen ab.
Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline verpasste zum vierten Mal in Folge die Punkteränge. Lucas Di Grassi blieb im Ziel nur Position 17. Zu allem Überfluss erhielt Di Grassi dabei zunächst eine 5-Sekunden-Zeitstrafe, da er die Linie am Boxengassenausgang überfahren hatte. Zusätzlich erhielt er eine 10-Sekunden-Strafe für einen Verstoß in Zusammenhang mit dem Attack Mode. Maloney stellte seinen Boliden acht Runden vor Schluss ab. Der dritte Deutsche Fahrer im Feld, Kiro-Pilot David Beckmann, beendete das Rennen auf P12 und verpasste seine ersten Punkte der Saison um nicht einmal 1,5 Sekunden.
Formel E 2025: So geht es weiter
Wie immer ist das Rennwochenende auf dem Gelände des Kongresszentrums London Excel ein sogenannter Double Header, bei dem sowohl am Samstag als auch am Sonntag je ein Rennen ausgetragen wird. Dementsprechend folgt am morgigen Sonntag das letzte Saisonrennen der Saison 2025. Nach einem Freien Training um 11:00 Uhr deutscher Zeit, steht um 13:20 Uhr das Qualifying an. Im Anschluss folgt erneut um 18:04 Uhr der Rennstart. Im Free-TV läuft der London ePrix auf dem Privatsender DF1, in Österreich überträgt ServusTV.


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