Formel 1

Umweltfreundliche Pokale - Blog - Recycelte Plastikpokale für Sieger

Egal wer am Sonntag den Brasilien GP gewinnt, er erhält eine ganz besondere Belohnung: Einen Plastikpokal aus recycelten Abfällen.
von Stephan Heublein
Noch gibt es bei McLaren keinen Plastikpokal zu bestaunen. - Foto: Sutton

In der Formel 1 ist alles bis ins kleinste Detail reglementiert. So werden nicht nur die F1-Boliden von der FIA exakt vermessen. Artikel 4 des Sportlichen Reglements legt auch die Größe der vier Siegerpokale für die Fahrer und den siegreichen Konstrukteur fest.

So darf der Siegerpokal nicht höher als 50 cm sein, nicht mehr als 5 Kilo wiegen und muss die Form eines traditionellen Pokals besitzen, der sich obendrein leicht transportieren lassen muss. Nur beschützen müssen ihn die Fahrer selbst. Denn Artikel 5b verbietet es Polizei und Bodyguards ausdrücklich, sich auf dem Podium aufzuhalten.

In Brasilien nutzen die Veranstalter einen Graubereich des Reglements: Denn während Größe, Gewicht und Form vorgegeben sind, hat die FIA nicht daran gedacht, auch das Material vorzuschreiben. Am Sonntag erhalten die Top-3 des Rennens und der Vertreter des siegreichen Teams deshalb umweltfreundliche, recycelte Plastikpokale!

Die brasilianische Chemiefirma Braskem hat zu diesem Zweck extra ihre Zelte an der Rennstrecke in Interlagos aufgeschlagen, um über die drei Renntage hinweg Plastikmüll an der Strecke einzusammeln, diesen anschließend einzuschmelzen, in Blöcke zu pressen und als Plastikskulptur auf einen Holzfuß zu setzen. Max Mosley dürfte ob des grünen Gedankens begeistert sein. Aber ob Ron Dennis sich so einen Plastikpokal in die McLaren-Vitrine stellen würde? Vielleicht dürfte Lewis Hamilton dann bei einem Sieg wenigstens einmal das Original behalten...

Übrigens: Auch bei der Siegerehrung überlässt die FIA nichts dem Zufall. Ein ganzes Kapitel im Anhang des Sportlichen Reglements beschäftigt sich ausschließlich damit. Obwohl Indiana Jones einst meinte, dass noch nie in der Geschichte ein wichtiger Punkt mit einem X markiert worden sei, werden die Positionen der Preisverleiher auf dem Podium genau damit festgelegt. Die Treppchen müssen übrigens zwingend grünen oder blauen Teppich besitzen.


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