Die Wochenenden in Mexiko und in Brasilien werden ein kleiner Meilenstein für das noch nicht einmal ein Jahr alte Formel-1-Nachwuchsprogramm von Audi. Zum ersten Mal wird - zumindest in Freien Trainings - der 18-jährige Freddie Slater, der erste Förderpilot des Herstellers, an einem Rennwochenende das F1-Auto bewegen dürfen.

Slater wird für Audi zwei der verpflichtenden Rookie-Trainings ableisten. Viermal pro Saison muss ein Team in einem Freitags-Training einen Fahrer ins Auto setzen, der maximal zwei F1-Rennen gestartet hat. Audi hatte sich für die ersten zwei dieser Trainings noch Alpines Testfahrer Paul Aron geliehen. Jetzt aber darf der eigene Nachwuchs in Form von Slater ran.

Sowohl in Mexiko als auch in Brasilien wird Slater im 1. Freien Training einen der beiden Audis fahren, ehe die Stammfahrer in FP2 wieder übernehmen. Fix ist dabei, dass er einmal Nico Hülkenberg und einmal Gabriel Bortoleto ersetzen wird. Nur wer in welchem Training Platz macht, ist noch offen.

Wer ist Freddie Slater? Audis Senkrechtstarter in den F1-Nachwuchsformeln

Für Slater sind diese zwei Trainings ein verdienter Lohn für eine starke Saison 2026. Zu Jahresbeginn hatte Audi den Briten als ersten Fahrer in das F1-Nachwuchsprogramm aufgenommen, nachdem der 18-Jährige in seiner noch jungen Formelsport-Karriere bereits ordentlich Eindruck hinterlassen hatte. 2024 holte er einen dominanten Titel in der italienischen Formel 4, 2025 gewann er die europäische Formula Regional.

Slater zahlte Audis Vertrauen direkt mit einer ebenso starken ersten Saison in der Formel 3 zurück. Als Rookie holte er drei Poles und einen Hauptrennsieg, und kämpfte bis zum Saisonfinale mit erfahreneren Rivalen um die Meisterschaft. Den F3-Titel verpasste Slater zwar um 14 Punkte, aber er hat ausreichend Eindruck hinterlassen. Für 2027 ist sein Aufstieg in die Formel 2 bereits fix, dort wird er mit dem Top-Team Invicta am Start stehen.

"Wir haben Freddies großen Fortschritt der letzten Jahre gesehen, sowohl auf der Strecke als auch abseits davon", lobt Audi-Rennleiter Allan McNish. Da ist es nur naheliegend, ihn selbst ohne F2-Erfahrung direkt einmal F1-Trainings fahren zu lassen. Das ist ein sehr seltener Umstand. Die meisten Piloten, die diese Freitags-Trainings erhalten, haben bereits zumindest ein paar Formel-2-Starts hinter sich.

Richtiger Zeitpunkt: Das sagen McNish und Slater

"Es ist der richtige Zeitpunkt für Freddie, um aufzusteigen", findet McNish. "Diese Auftritte in Mexiko und Brasilien werden ihm wertvolle Erfahrungen an einem Formel-1-Wochenende geben, und eine weitere Chance, seine Entwicklung voranzutreiben, ehe er nächstes Jahr in die Formel 2 aufsteigt."

"Es ist ein großer Moment für mich, und etwas, von dem ich geträumt habe, seit ich ein Kind bin", freut sich Slater selbst. "Ich habe dieses Jahr viel gelernt, und diese Trainings mit Audi werden eine weitere Chance sein, mehr Erfahrung auf der Strecke zu sammeln. Teil des Audi Driver Development Programmes zu sein hat mir schon ein paar unglaubliche Chancen eröffnet, und ich bin dankbar für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung."

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