"Ich brauche mehr Power", funkte Lewis Hamilton in Runde 18, als er versuchte, irgendwie an Kimi Antonelli dran zu bleiben. Doch in China zeigte sich dasselbe Bild wie bereits eine Woche zuvor beim Formel 1-Saisonauftakt in Australien. Sobald der Mercedes freie Fahrt hat, zieht er auf und davon. Laut Hamilton sind sie im Renntrimm drei bis fünf Zehntel schneller, auch wenn Mercedes seit den Wintertests die eigene Dominanz herunterspielt.
Doch die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In Australien hatte Charles Leclerc als Dritter über 15 Sekunden Rückstand auf Russell, in China waren es über 25 Sekunden, die Hamilton auf Antonelli fehlten. Für Leclerc ist der riesige Abstand keine große Überraschung. Vielmehr hätte es ihn überrascht, wie nah Ferrari in Australien und im Sprint in China an Mercedes dran war.
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Mercedes-Dominanz kein Überraschung
"Ich will nicht sagen, dass ich darauf gewartet habe, denn ich hatte gehofft, dass wir diesen Tag oder dieses Tempo nie erleben würden. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass das, was wir bei den Tests und dann im Rennen [Australien GP; Anm. der Red.] gesehen haben, nicht wirklich zusammenpasste", verriet Leclerc. Das hätte sich nach dem China-Wochenende wieder geändert. "Jetzt passt das alles etwas besser zusammen."
Am Start wiederholten sich die Szenen von vor einer Woche: Zwei Mercedes-Boliden in der ersten Startreihe und doch führte nach den ersten Kurven ein Ferrari das Feld an. Während George Russell sich in Australien 12 Runden lang an Leclerc die Zähne ausbiss, rauschte Antonelli in China in Runde 2 relativ problemlos an Lewis Hamilton vorbei. Erneut erwiesen sich die Ferraris in der Frühphase des Rennens als Plage für Mercedes.
China GP: Ferrari für Russell eine Plage
Es dauerte bis Runde 25, ehe Russell – dann jedoch mit einem eklatanten Geschwindigkeitsunterschied – an Leclerc vorbeiging und sich auf Position zwei setzte. Über Funk beklagte sich Russell darüber, dass Ferrari genau an den falschen Stellen zu schnell ist. "Ferrari ist in den Kurven sehr schnell. Das hat es definitiv schwierig gemacht, speziell wenn man versuchte, an derselben Stelle an zwei von ihnen vorbeizukommen", meinte Russell. Der SF-26 erwies sich abermals beim Herausbeschleunigen aus den Kurven stark, doch auf den Geraden fehlt es an Speed.
Charles Leclerc und Lewis Hamilton schenkten sich in China nichts. Warum Ferrari in den epischen Battle nicht eingriff:
"Aber das heißt nicht, dass wir sie nicht unter Druck setzen und in eine schwierige Situation bringen können", will Leclerc noch nicht das Handtuch gegen Mercedes werfen. Doch um im WM-Kampf 2026 Mercedes ernsthaft herausfordern zu können, muss Ferrari beim Motor nachschärfen - und auch künftige Updates müssen von Anfang an zünden. Den sogenannten "Macarena-Flügel" hatte Ferrari nur im Freitagstraining im Einsatz. Das restliche China-Wochenende verschwand der sich um 180° rotierende Heckflügel wieder in der "Schublade".
Ob Leclerc deshalb die Euphorie bremst, wenn es um geplante Ferrari-Updates geht? "Wir haben einige Dinge in der Pipeline. Inwieweit diese den Unterschied ausmachen, wenn wir den Rückstand auf Mercedes betrachten, weiß ich nicht", meinte Leclerc.



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