Nach 27 Rennen, 477 Tagen und einer desaströsen ersten Ferrari-Saison ist es nun geschafft: Lewis Hamilton holt sich beim Grand Prix von China das lang ersehnte erste Grand-Prix-Podium mit Ferrari. Vom Erfolg beflügelt, stellt der siebenfache Formel-1-Champion nach dem zweiten Saisonrennen der Königsklasse klar, dass das erst der Anfang ist.

"Ich kann definitiv sagen, dass mein nächster Sieg greifbarer ist als je zuvor", meinte Hamilton nach dem Rennen in China selbstbewusst. "Mercedes ist im Renntrimm momentan vier oder fünf Zehntel vor uns. Das ist ein riesiger Schritt, den es aufzuholen gibt. Wir werden in den kommenden Wochen in Maranello aber alles geben, um Mercedes noch mehr Paroli zu bieten."

Hamilton bekommt alten Biss zurück

Mit der steigenden Performance des Ferrari-Boliden kam auch Hamiltons alter Ehrgeiz zurück. Einen ersten Vorgeschmack darauf bekam die Formel-1-Welt mit dem intensiven Duell gegen seinen Teamkollegen Charles Leclerc in China. "Das war fantastisch, absolut fantastisch", schwärmt der Brite über den Kampf ab Runde 24. "Es war wirklich sehr, sehr knapp, aber ich freue mich schon auf mehr davon."

George Russell fuhr lange hinter den beiden Ferrari-Piloten, hielt sich aber bewusst aus dem Trubel heraus und meinte nach dem Rennen, dass er so ein hartes Racing seit Langem nicht mehr gesehen hätte. Hamilton sah die Situation viel gelassener. "Heute war eines der schönsten Rennen der letzten Jahre, mit harten, aber fairen Kämpfen, besonders mit Charles", so der siebenfache F1-Weltmeister, der sich im letzten Jahr intensiv in Geduld üben musste.

"Ich habe so lange auf einen Podiumsplatz hingearbeitet und der in China war mit Abstand der schwierigste meiner Karriere", verriet er. "Ich musste einfach Geduld haben. Diese Eigenschaft habe ich mir zu Beginn der Saison angeeignet und nehme sie jetzt mit."

Ferrari trägt nun auch Hamiltons Handschrift

Bereits vor der neuen Formel-1-Saison bereitete sich Hamilton akribisch auf die neue Herausforderung mit Ferrari vor - sowohl mental als auch physisch. "Ich fühle mich definitiv in Bestform", erzählt der 41-Jährige. "Das Training diesen Winter war das härteste und intensivste, das ich je hatte. Das liegt wohl auch am Alter."

Mit über 40 Jahren gehört Hamilton zu den alten Eisen am aktuellen Formel-1-Grid. Nur Fernando Alonso ist mit 44 Jahren noch älter. Beeindrucken lässt sich der Brite davon allerdings nicht. "Ich bin mit dem gleichen Selbstvertrauen in die Saison gestartet wie immer und habe es beibehalten", so Hamilton.

Doch mit der mentalen und physischen Weiterentwicklung war die Arbeit noch nicht getan. Im letzten Jahr merkte Hamilton immer wieder kritisch an, dass er in der Entwicklung des Ferraris kaum einen Beitrag leisten konnte. 2026 trägt der SF26 aber seine DNA und das macht laut ihm einen enormen Unterschied.

"Mitte bis Ende letzten Jahres habe ich mich intensiv mit den Ingenieuren ausgetauscht und mit ihnen über meine Wünsche für ein Auto gesprochen", verrät Hamilton über sein Mitwirken in der Autoentwicklung. "Dieses Jahr habe ich das Auto gemeinsam mit ihnen weiterentwickelt und es ist toll zu sehen, wie sie zugehört und einige meiner Wünsche umgesetzt haben. Dafür bin ich unglaublich dankbar."

Bereits diese Woche geht es für den Rekordchampion noch einmal nach Maranello in die Fabrik, wo die Pause zwischen China und Japan für die Weiterentwicklung des Autos genutzt wird. "Ich freue mich sehr darauf, alle wiederzusehen und richtig Gas zu geben", so Hamilton.

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