Mehr hätte sich Audi am ersten echten Trainings-Tag mit dem brandneuen Formel-1-Motor eigentlich nicht wünschen können. Zweimal 60 Minuten ohne Probleme, solide im Mittelfeld, Nico Hülkenberg fehlten am Ende von FP2 auf dem zwölften Rang liegend 1,622 Sekunden auf die Bestzeit. Bis jetzt läuft für die Neueinsteiger in Australien alles nach Plan.
"Es waren ehrlich gesagt zwei saubere Sessions", bilanziert auch Cheftechniker James Key am Freitagabend. "Wir haben einiges über das Auto gelernt, und es war Business as usual. Und das sind gute Neuigkeiten, nachdem das unser erstes Event ist." Mehr als Mittelfeld ist zu Beginn auch nicht das Ziel. Mehr dazu hier:
Für Audi ist es der Auftakt einer langen Reise an erwarteten Lernerfahrungen mit dem ersten eigenen Formel-1-Motor. Auf Chassis-Seite fällt das Fazit von Key zum Produkt des ehemaligen Sauber-Teams erst recht positiv aus: "Die Fahrer fühlten sich bisher recht komfortabel und fahren gerne mit dem Auto. Grundsätzlich sind wir nicht weit weg."
Basics am Formel-1-Motor für Audi in Australien noch eine Hürde
Schwierig wurde es beim Thema Motor dann aber doch. Der mag zwar ohne große Probleme gelaufen sein, aber zum einen ist es eben der allererste F1-Motor von Audi, und zum anderen ist Australien gleich einmal eine der schwierigsten Strecken, um mit den neuen Energie-Vorgaben des 2026er-Reglements zurechtzukommen. Mehr dazu gibt es hier:
"FP1 war sehr solide, sauber und ohne große Probleme, aber in FP2 hatten wir etwas mehr unter ein paar Dingen gelitten", räumt Gabriel Bortoleto ein. In FP1 war er noch auf P9 gelegen, mit 1,429 Sekunden Rückstand. In FP2 war Nico Hülkenberg auf P12 mit 1,622 Sekunden Rückstand bester Audi, und Bortoleto lag auf P14 schon fast zwei Sekunden zurück. Die direkten Gegner von Haas zogen vorbei.
Mit dem Aussortieren des Energie-Managements haderten am Freitag in Melbourne alle. Dass ein neuer Motorhersteller sich bei einem neuen Motorreglement dann schwertut, kommt kaum überraschend. "Wir müssen erst einmal die Basics lösen, und da gibt es viel zu lösen", meint Bortoleto. "Es ist, als wenn du einem Baby das Gehen und Sprechen beibringst. Damit sind wir gerade beschäftigt."
"Wir haben aktuell bei der Abgabe ein paar Probleme, aber die Einstellungen und Konfigurationen werden unsere Power-Unit-Leute hinbekommen, weil die sehr fähig sind", macht sich Bortoleto in dieser frühen Phase keine Sorgen deswegen. Diese Probleme wird man lösen, dann auch das Feintuning hinbekommen.
"Ich bin recht happy", meint Bortoleto daher. "Wir müssen noch warten, mit wie viel Leistung die anderen Teams gefahren sind. Aber es sieht nicht allzu schlecht aus. Ich bin happy, dass wir eine gute Basis haben, um loszulegen. Wir müssen auch auf uns selbst schauen, nicht darauf, wo wir stehen. So früh musst du erst einmal die Basics verbessern." Wie es bei der WM-erfahreneren Konkurrenz in Australien aussieht, verrät euch indessen die Trainings-Analyse:



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