Am Freitagnachmittag wurden nahezu zeitgleich zwei Statements in den sozialen Medien gepostet, die auf einen Schlag die seit Sommer 2023 andauernde Palou-McLaren-Ganassi-Saga beendete. "Ich freue mich, bestätigen zu können, dass wir nach einem Urteil eines britischen Richters im Januar eine endgültige Einigung mit McLaren Racing erzielt haben", sagte Chip Ganassi in seinem Statement.

Am 23. Januar 2026 hatte ein britisches Gericht entschieden, dass Alex Palou wegen Vertragsbruchs Schadensersatz in Höhe von rund 12 Millionen Dollar an McLaren Racing zahlen muss. Ursprünglich hatte der britische Formel 1-Rennstall 25 Millionen Dollar gefordert. Nun scheinen sich alle Beteiligten gütlich geeinigt zu haben, die Bedingungen der Einigung sind nicht bekannt.

"Ich bin sehr froh, dass wir eine endgültige Einigung mit Chip Ganassi Racing erzielt haben, nachdem ein britischer Richter im Januar zu unseren Gunsten entschieden hatte", betonte McLaren-CEO Zak Brown. "Ich bin froh, dass wir uns nun wieder auf den Kampf auf der Rennstrecke konzentrieren und uns auf eine spannende IndyCar-Saison vorbereiten können."

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Palou bedauert McLaren-Streit

Rückblick: Alex Palou sollte in der Saison 2024 für McLaren in der IndyCar-Serie an den Start gehen und parallel als Test- und Ersatzfahrer in der F1 fungieren. Doch der Spanier servierte McLaren trotz eines Vertrags eiskalt ab, um bei seinem IndyCar-Team Chip Ganassi Racing zu bleiben. In seinem Social-Media-Statement zeigte sich Palou einsichtig: "Ich habe auch erkannt, dass die Ereignisse im Sommer 2023 anders hätten gehandhabt werden können."

"Obwohl nur wenig davon öffentlich bekannt ist, sah ich mich damals in verschiedene Richtungen gezogen und hatte die falschen Leute um mich herum, die meiner Meinung nach nicht mein Bestes im Sinn hatten. Ich glaube, dass ich damals falsche oder gar keine Ratschläge erhalten habe", ließ er in seinem Statement wissen. Während er direkt nach dem Urteil des britischen Gerichts noch gegen McLaren schoss, schlug der vierfache IndyCar-Meister jetzt versöhnliche Worte an.

"McLaren und Zak haben mich in vielerlei Hinsicht unterstützt. Sie haben alle Verpflichtungen erfüllt, sich über das Übliche hinaus engagiert und alles eingehalten, was sie in ihren Verträgen zugesagt hatten. Ich wurde von McLaren nie in die Irre geführt und habe großen Respekt vor diesem Unternehmen." Dem schloss sich auch Ganassi an: "Ich möchte Zak und McLaren Racing dafür danken, dass sie uns nun die Möglichkeit geben, diese Angelegenheit hinter uns zu lassen und uns voll und ganz auf die bevorstehende spannende IndyCar-Saison zu konzentrieren."

Die Saga Palou-McLaren war auch deshalb so brisant, da Palou behauptet hatte, dass ihm McLaren ein Formel-1-Cockpit versprochen hatte. Stattdessen verpflichtete McLaren Oscar Piastri, der seinerseits in einen ähnlichen Rechtsstreit mit Alpine verwickelt war. Alpine glaubte damals, einen gültigen Vertrag mit ihrem Juniorfahrer zu haben, doch Piastri hatte zu diesem Zeitpunkt schon bei McLaren unterschrieben. Der Fall landete ebenfalls vor dem Contract Recognition Board (CRB) der FIA. Das Schiedsgericht entschied zugunsten von McLaren.