Andretti jubelt in Texas: Kyle Kirkwood hat das dritte Rennen der IndyCar-Saison 2026 für sich entschieden. Für den 27-Jährigen ist es der sechste Sieg in seinem 71. Start in der US-amerikanischen Formel-Rennserie und der erste der neuen Saison. Kirkwood übernimmt damit auch die Führung in der Gesamtwertung von Josef Newgarden (Penske).
“Das war fantastisch! Man, hatten wir viel Pace“, jubelte Kirkwood im Anschluss. „Die Plätze eins, drei und vier für Andretti: Das ist absolut unglaublich.“ Im Ziel setzte sich der Andretti-Pilot nach 70 Runden schlussendlich mit 0,314 Sekunden Vorsprung gegen den amtierenden IndyCar-Champion Alex Palou mit Chip Ganassi Racing durch, der das Rennen über weite Strecken angeführt hatte und mit dem sich Kirkwood einen packenden Zweikampf lieferte. Kirkwood hatte sich nach einem enttäuschenden Qualifying („wäre die einfachste Pole meines Lebens gewesen“), in dem er sich mit seinem verfügbaren Benzin verschätzt und nur Rang sieben erreicht hatte, schon am Start auf P5 nach vorne gekämpft und war im Anschluss trotz mehrfacher Probleme bei Boxenstopps Schritt für Schritt Richtung Spitze marschiert.
Kyle Kirkwood mit Aufholjagd zum Sieg in Texas
„Ich habe es wirklich hart versucht“, meinte Kontrahent Palou. „Ich konnte sehen, dass sie einfach ein bisschen schneller als wir waren.“ Zuvor hatte Palou in der 17. Runde die Führung von Pole-Setter Marcus Ericsson (Andretti) übernommen als beide gleichzeitig zum Boxenstopp kamen. Denn wie schon zuvor bei Kirkwood, kam es beim Ericsson-Stopp zu einem Problem mit der Radmutter, der wichtige Zeit kostete. Profiteur Palou konnte sich in der Folge zunehmend von Ericsson absetzen. Nach 27 Runden hatte der vierfache IndyCar-Champion so etwa bereits rund sechs Sekunden Vorsprung auf den Schweden.
Boxenstoppbereinigt gab Palou die Führung im Anschluss lange Zeit nicht wieder her. Ericsson musste sich unterdessen in Runde 37 auch seinem Teamkollegen Kyle Kirkwood geschlagen geben, der sich damit zu diesem Zeitpunkt virtuell auf Position zwei nach vorne schob. Kirkwood, der zu diesem Zeitpunkt das schnellste Auto auf der Strecke war, eröffnete damit die Jagd auf den sieben Sekunden voranfahrenden Palou.
Spektakuläres Bremsmanöver entscheidet Kampf um IndyCar-Sieg
Bis 22 Runden vor Schluss gelang es Kirkwood, den Abstand auf Palou bis auf drei Sekunden zu verkürzen. Nur eine Runde später verlor Kirkwood allerdings beim dritten und letzten Boxenstopp der beiden Piloten bei einer weiteren ausbaufähigen Performance seines Andretti-Teams erneut 1,8 Sekunden auf Palou. Doch Kirkwood ließ nicht locker und hatte den Rückstand nur zwei Runden später auf weniger als eineinhalb Sekunden zugefahren. Einen Umlauf darauf betrug der Abstand der beiden Piloten dann nicht einmal mehr eine Sekunde.
In der 55. Runde war es dann schließlich so weit. Mit einem spektakulären aggressiven Bremsmanöver ging Kirkwood in der letzten Kurve an Palou vorbei. Anschließend setzte er sich zunehmend von Palou ab, bis das Feld drei Runden vor Schluss wieder durch eine Caution-Phase zusammengebracht wurde. Beim Restart gelang es Kirkwood aber die Führung zu verteidigen, womit er nach einer weiteren Kollision im hinteren Teil des Feldes unter Caution-Bedingungen die Ziellinie überquerte.
Mick Schumacher mit Pleite in Arlington: Letzter Platz nach Strafe und Dreher
Zu einem Desaster verkam das Arlington-Rennen hingegen für Mick Schumacher – und das ausgerechnet am 21. Jahrestag des letzten Formel-1-Sieges seines Vaters Michael Schumacher. Für Schumacher begann das Rennen bereits schwierig. Nachdem er am Start eine Position an den hinter sich gestarteten Christian Lundgaard (Arrow McLaren) verloren hatte, kollidierte Schumacher nur wenig später mit dem Dänen, wobei sich Lundgaard drehte. Für den Kontakt erhielt Schumacher eine Durchfahrtsstrafe. Dadurch fand sich Schumacher daraufhin über weite Strecken am Ende des Feldes wieder.
Noch bitterer wurde es schließlich in der 39. Runde als Schumacher sich in Kurve 2 drehte, nachdem er zuvor in der engen Passage in Josef Newgarden fuhr, der gerade aus der Boxengasse gekommen war. Schumacher schaffte es zwar, seinen RLL-Boliden wieder zum Laufen zu bekommen, fand sich im Anschluss aber nun völlig abgeschlagen auf der letzten Position wieder, mit zwischenzeitlich mehr als 30 Sekunden Rückstand auf den vorletzten Rang. Als kleiner Trost konnte sich Schumacher zwar wieder ans Ende des Feldes heranarbeiten, blieb auf P22 aber Letzter unter den Fahrern im Ziel.
Für Newgarden war die Kollision mit Schumacher nicht die erste dieser Art. Nachdem sich der 35-Jährige zunächst nach Start von Position elf in die Top-10 vorgearbeitet hatte, war er schon 16 Runden zuvor ausgerechnet mit seinem Teamkollegen David Malukas kollidiert – auch hier, nachdem er zuvor von seinem Boxenstopp auf die Strecke zurückgekehrt war. Der bislang Meisterschaftsführende drehte sich dabei, fiel in der Folge weit zurück und kam so erst zur Begegnung mit Schumacher. Glück im Unglück: Beim Schumacher-Kontakt drehte sich Newgarden zumindest nicht und konnte weitgehend unbeschadet weiterfahren. Im Ziel erreichte der zweifache IndyCar-Champion schließlich P15.
Andretti dominiert in Arlington, wildes Finish nach ruhigem Rennen
Rang drei ging hinter Kirkwood und Palou an Kirkwood-Teamkollege Will Power, der sich mit einer aggressiven Zweistopp-Strategie den letzten Podestplatz sicherte. Pole-Setter Ericsson sorgte als Vierter für ein rundum gelungenes Andretti-Rennen und komplettierte mit Pato O’Ward (McLaren) die Top-5. Felix Rosenqvist (Meyer Shank Racing) bremste sich kurz vor Schluss noch an David Malukas im Penske im Kampf um P6 vorbei, wurde jedoch nach einer Strafe auf P20 durchgereicht. Rang sieben ging trotz des Drehers am Start nach einer Aufholjagd an Lundgaard im zweiten McLaren. Scott Dixon (Chip Ganassi Racing), Alexander Rossi (Ed Carpenter Racing) und Marcus Armstrong (Meyer Shank Racing) schlossen die Top-10 ab. Auf P12 gelang Rookie Caio Collet im Auto von A.J. Foyt Enterprises das beste Ergebnis seiner IndyCar-Karriere.
IndyCar Tabelle: Punktestand 2026Die 25 Piloten lieferten in Arlington ein erstaunlich sauberes Rennen ab. Der Lauf auf dem neuen Stadtkurs nahe Dallas war bis kurz vor Schluss nicht durch eine einzige Caution-Phase unterbrochen! Ein durchaus überraschendes Resultat, nachdem besonders die aggressiven Bodenwellen den Fahrern das Wochenende über immer wieder Probleme bereitet hatten.
In der 67. Runde kam es dann schließlich aber doch noch zu einer Caution-Phase, nachdem Christian Rasmussen seinen Ed-Carpenter-Racing-Boliden nach einem Leistungsverlust am Streckenrand abgestellt hatte. Beim anschließenden Restart kam es dann schließlich zu einer Kollision zwischen Ex-Formel-1-Pilot Romain Grosjean (Dale Coyne Racing) und Nolan Siegel (McLaren), die dafür sorgte, dass das Rennen unter einer weiteren Caution-Phase beendet wurde.
Der Rennstart in Arlington erfolgte verfrüht. Die IndyCar-Verantwortlichen hatten am Samstag nach dem Qualifying bekannt gegeben, dass der Rennstart um eine Stunde vorgezogen wird. Die Verlegung erfolgte aufgrund starker Windböen, die am Sonntag rund um Arlington erwartet wurden.
IndyCar 2026: So geht es weiter
Nach dem Triple-Header zum Saisonstart steht für die IndyCar im Anschluss an das Rennen in Arlington zumindest eine kurze Verschnaufpause an. In zwei Wochen steht im Barber Motorsport Park in Alabama das vierte Saisonrennen an. Insgesamt stehen in der IndyCar-Saison 2026 18 Rennen an.
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