Die erste Hälfte des Formel-1-Wintertests in Bahrain ist beendet und Audi lag konstant in den Top-10. Teamchef Jonathan Wheatley zeigt sich begeistert über den Fortschritt seit den Testfahrten in Barcelona - sowohl auf als auch abseits der Strecke.

"Ich denke, die Fortschritte, die wir seit Barcelona gemacht haben, sind erheblich", so Wheatley. "In Barcelona war unsere Arbeitsweise meiner Ansicht nach noch etwas unbeholfen, aber jetzt fügt sich alles zusammen."

Großer Fortschritt zu Barcelona

Am ersten Testtag in Barcelona musste das Team den R26 nach einem Defekt und 27 gefahrenen Runden bereits am Vormittag abstellen. Im Vergleich dazu lief es in Bahrain schon um Welten besser für den Neueinsteiger. Der rundum erneuerte Bolide machte sich bezahlt: Nico Hülkenberg fuhr an allen drei Tagen Zeiten unter den Top-10, Gabriel Bortoleto erzielte am Mittwoch sogar die sechstbeste Zeit.

Sind die Probleme aus Barcelona damit Geschichte? "Ich denke, die Gremlins von Barcelona sind immer noch da, aber wir schlagen sie mit Hämmern", meinte Audi-Teamchef Jonathan Wheatley nach den ersten drei Testtagen und 354 gefahrenen Runden in Bahrain. "Ich bin wirklich ermutigt, denn im Moment verläuft alles nach Plan."

Audi-Problemliste weiterhin groß

So positiv die Zwischenbilanz auch ausfällt: Audis Formel-1-Einstieg ist und bleibt ein Kraftakt. Die Ingolstädter entwickeln nicht nur das Chassis für 2026 selbst, sondern machten es sich ebenfalls zur Aufgabe, direkt zum Einstieg mit einem eigens entwickelten Motor an den Start zu gehen. "Andere Teams haben 20 Jahre Getriebeerfahrung, in der Fertigung, im Design und so weiter", erklärte Wheatley. "Sie können sich vorstellen, dass bei so vielen neuen Dingen unsere Aufgabenliste entsprechend lang ist."

Mattia Binotto sprach bereits nach Barcelona von einer langen Problemliste. Was der Audi-CEO dazu zu sagen hatte, erfahrt ihr in diesem Artikel:

Auch aufgrund des langfristigen Ziels des Neueinsteigers ist besagte Aufgabenliste wohl so umfangreich. 2030 wollen die Ingolstädter in der Verfassung sein, um im Kampf um die Weltmeisterschaft mitzumischen. Dafür holte sich Audi eine Reihe hochdekorierter Mitarbeiter ins Team.

Wheatley erlebte während seiner Zeit bei Red Bull sechs Fahrer- und acht Konstrukteurs-Weltmeistertitel mit und weiß daher, was es heißt, mit einem Team nachhaltig Erfolge zu feiern. Diese Erfahrung und nötige Motivation bringt er nun in seiner Rolle bei Audi ein.

"Man kann viele Aufgaben abhaken, aber man fügt 10 neue hinzu, weil der Ehrgeiz so groß ist, dass man anfängt, auf noch kleinere Dinge zu achten", erläuterte der Teamchef, für den diese Feinheiten den Sport ausmachen. "Das ist das Wunderbare: Es wird einem nie langweilig und ich denke, wenn die Aufgabenliste irgendwann einmal vollständig abgehakt ist, dann ist das der Tag, an dem ich aufhöre."