Nachdem es in den letzten Tagen zumindest auf der Strecke rund um Mercedes etwas ruhig wurde, drückten die Silberpfeile am letzten Tag der Formel-1-Testfahrten in Bahrain diesem wieder ihren Stempel auf. Kimi Antonelli sorgte am Nachmittag für die Bestzeit und sicherte sich damit auch die schnellste Runde dieser Testwoche. Und das, obwohl er am Freitag erst mit Verspätung in das Geschehen eingriff.

Mercedes-Bestzeiten im Doppelpack

Das Ergebnis: Andrea Kimi Antonelli umrundete den Bahrain International Circuit in 1:33,669 und unterbot damit die Vormittags-Bestzeit seines Teamkollegen um 0,249 Sekunden. George Russell und Antonelli waren damit die einzigen beiden Piloten, die es bei diesem Test unter die Marke von 1:34 schafften. Nur zum Vergleich: Auf die Pole-Zeit des Bahrain-GPs 2025 fehlten Antonelli etwa 3,8 Sekunden.

In erster Linie konzentrierten sich aber alle am Freitag auf Longruns und Rennsimulationen, weshalb nur die wenigsten überhaupt die Mercedes-Bestzeit attackierten. Lewis Hamilton im Ferrari landete mit etwas mehr als einer halben Sekunde Rückstand auf der dritten Position. Dahinter folgte Oscar Piastri.

Max Verstappen war genauso wie Russell nur am Vormittag im Einsatz gewesen. Er landete in seinem Red Bull RB22 auf der fünften Position und damit direkt vor Isack Hadjar, der für die Bullen den Nachmittag bestritten hatte. Bei Haas gab es ein umgekehrtes Spiel: Nachmittags-Fahrer Esteban Ocon sortierte sich auf P7 und damit vor Oliver Bearman (P9) ein.

Franco Colapinto sprengte auf P8 das Haas-Paket. Die Top-10 rundete Audi in Form von Nico Hülkenberg ab. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto, der in der Früh unterwegs war, landete auf P14. In Summe brachte es die deutsche Marke am letzten Testtag auf 109 Runden.

Formel 1, Testfahrten in Bahrain: Tag 3 - Das Ergebnis

P.FahrerTeamRückstandReifenRunden
1ANTONELLI, KimiMercedes1:33.669C361
2RUSSELL, GeorgeMercedes0.249C378
3HAMILTON, LewisFerrari0.540C3150
4PIASTRI, OscarMcLaren0.880C3161
5VERSTAPPEN, MaxRed Bull Racing1.672C361
6HADJAR, IsackRed Bull Racing1.941C359
7OCON, EstebanHaas F1 Team2.084C375
8COLAPINTO, FrancoAlpine2.137C3144
9BEARMAN, OliverHaas F1 Team2.303C370
10HULKENBERG, NicoAudi2.622C358
11ALBON, AlexanderWilliams2.996C378
12LAWSON, LiamRacing Bulls3.139C3119
13SAINZ, CarlosWilliams3.517C268
14PEREZ, SergioCadillac3.696C367
15BORTOLETO, GabrielAudi3.867C360
16STROLL, LanceAston Martin4.496C372
17BOTTAS, ValtteriCadillac5.103C237

Ferrari und Cadillac sorgen für Rot

Zwischenfälle: Der letzte Tag der ersten Formel-1-Testwoche in Bahrain verlief größtenteils ruhig. Unterbrechungen gab es nur am Anfang und am Ende. Die erste rote Flagge ereignete sich nach nur 52 Minuten, als Valtteri Bottas im Cadillac am Ende der Gegengerade ausgerollt war. Etwa zwei Stunden später konnte er wieder ins Geschehen eingreifen. Der Cadillac CA01 stand auch am Nachmittag nochmal länger in der Garage - ob planmäßig oder nicht ist unklar.

Zum zweiten Mal rot gab es gerade einmal elf Minuten vor dem Ablauf der Zeit und diesmal erwischte es einen richtigen Hochkaräter. Lewis Hamilton stellte nach einer Fehlermeldung auf seinem Dashboard seinen Ferrari zu Beginn des zweiten Sektors ab. Der Grund dafür war möglicherweise, dass er keinen Sprit mehr im Tank hatte.

Slapstick-Einlage von Franco Colapinto

Sowohl Mercedes als auch Aston Martin starteten erst mit Verspätung in die Nachmittags-Session. Sowohl Lance Stroll als auch Andrea Kimi Antonelli verbrachten über eineinhalb Stunden an der Box, ehe sie auf die Strecke kamen. Beide hatten aufgrund von technischen Problemen an ihren Autos schon an den ersten beiden Tagen in Bahrain viel Testzeit verloren.

Während Antonelli schließlich den Tag ohne weitere Schwierigkeiten zu Ende brachte und dabei - wie bereits erwähnt - sogar für eine Test-Bestzeit sorgte, lief es für Stroll weniger rosig. Der Aston-Pilot drehte am Nachmittag nur wenige Runden, ehe er wieder an die Box verschwand und keine weitere Ausfahrt mehr vornahm. Welches Problem seinen Aston Martin plagte, ist nicht bekannt.

Um ein Haar hätte Franco Colapinto nach dem Ablauf der Zeit noch für einen Unfall gesorgt. Bei organisierten Startübungen verlor der Argentinier auf dem Weg zu seiner Startposition das Heck und kam ins Gras. Anschließend lief auch der Start nicht nach Plan, Colapinto kam erst spät vom Fleck und sein Auto schaltete noch vor dem Erreichen von Kurve 1 ins Anti-Stall, woraufhin er den Alpine in Kurve 1 abstellte.