Lange bevor die Formel-1-Saison 2026 eröffnet wird, hat der politische Kampf um den Titel schon Fahrt aufgenommen. Der Power-Unit-Trick von Mercedes sorgt seit Monaten für Zank zwischen den Motorherstellern und Mercedes' überzeugender Auftritt bei den Testfahrten in Barcelona heizte die Sorge um eine neue Dominanz noch weiter an. Seitdem zeichnet sich ein Eingreifen der Regelhüter ab. Dieses könnte in einem Verbot oder einem Kompromiss enden.
In den Prozess nicht involviert, aber unmittelbar davon betroffen, sind natürlich die Kundenteams von Mercedes. Allen voran McLaren. Das Weltmeister-Team hat am Montag in Bahrain sein neues Auto vorgestellt und gibt sich mit Blick auf die Diskussionen unbesorgt. CEO Zak Brown sprach gegenüber Motorsport-Magazin.com von der "typischen Politik der Formel 1" und unterstrich, dass er von der Legalität des Aggregats überzeugt ist: "Der Motor wurde in totaler Übereinstimmung mit den Regeln designt."
Brown betont, dass derartige Technik-Tricks Teil der Identität der Königsklasse seien. "Es ist nicht anders als mit dem 'Double Diffuser', den wir in der Vergangenheit gesehen haben", schlug der McLaren-Vertreter die Brücke zu 2009. Damals hatte das direkte Mercedes-Vorgängerteam Brawn-GP mit dem berühmten Doppeldiffusor ein Schlupfloch in den Regeln entdeckt und den damit einhergehenden großen Vorteil in den ersten Saisonläufen zum WM-Titel umgemünzt.
Im Falle des Mercedes-Motor wäre die Ausgangslage etwas anders. Denn bei der Power Unit könnte die Konkurrenz nicht so einfach nachrüsten wie bei dem damaligen Doppeldiffuser. Konkret soll es den Silberpfeilen gelungen sein, dass sich das Verdichtungsverhältnis, das auf 16:1 festgeschrieben ist, im Rennbetrieb auf 18:1 erhöhen kann. Die Details könnt ihr hier nachlesen:
Kein Mercedes auf dem Grid? Zak Brown verwirft Schreckensszenario
Die Zeit drängt. Denn der Saisonstart der Formel 1 2026 geht in weniger als fünf Wochen in Australien über die Bühne. Falls der Mercedes-Trick, der darauf fußt, dass das Reglement eine technische Überprüfung bei Raumtemperatur vorsieht, bis zum Saisonbeginn für illegal erklärt wird, müsste man in Brixworth kurzfristig noch Hand am Motor anlegen. Manche Beobachter befürchten in diesem Fall schon ein Schreckensszenario, dass dieser nicht rechtzeitig fertig wird und alle fünf Mercedes-Teams den Saisonstart verpassen – also fast das halbe Feld.
Diese Befürchtungen teilt Brown nicht. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir keine Mercedes-Teams in Australien auf dem Grid haben würden", ist er überzeugt. Gleichzeitig gesteht der McLaren-Vertreter aber auch: "Wir sind nicht tief in diesem Thema verankert, deshalb wüsste ich nicht einmal was erforderlich wäre, um die Regeln zu ändern. Aber ich bin mir sicher, dass wir alle Mercedes-Teams in Australien auf dem Grid sehen werden. "
Alles nur Politik? Brown: Vorteil nicht so gravierend
McLaren-CEO Brown geht aber ohnehin nicht davon aus, dass der Zeitgewinn so gravierend ist. "Ich denke nicht, dass der Vorteil so signifikant ist, wie in die Konkurrenz präsentiert", so Brown, "aber natürlich werden sie aus jedem angenommenen Vorteil eine große Geschichte machen." Die Motorschmiede von Mercedes hält McLaren in Bezug auf die Diskussionen auf dem Laufenden, auch wenn das Papaya-Team natürlich nicht in der Power-Unit-Arbeitsgruppe, in der das Thema ausdiskutiert wird, mit am Tisch sitzt.
Dort sitzen die fünf Motorhersteller, sowie die FIA und die Formel 1. Für eine kurzfristige Regeländerung ist eine sogenannte Super-Majority von sechs Stimmen erforderlich. Lange Zeit sah es danach aus, als ob durch den Widerstand von Red Bull Powertrains gemeinsam mit Mercedes eine Änderung blockiert werden könnte, doch in den letzten Sitzungen soll sich das Bild gewandelt haben.
2026 ändern sich die Formel-1-Motoren im Vergleich zu 2025 dramatisch. Hier alle Details zu den neuen Power Units:



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