Mit 2026 verschwindet der Name Sauber aus der Formel 1, an seine Stelle tritt Audi – auch wenn es in der aktuellen Starterliste der FIA anders zu sehen ist. Einer, der die Veränderungen zum Audi-Werksteam hinter den Kulissen hautnah miterlebt hat, ist Nico Hülkenberg. Die Frage, in welchen Bereichen er Verbesserungen gesehen hat, beantwortet er knapp mit "überall".

Vor allem die Prozesse laufen jetzt geschmeidiger und auch in allen Abteilungen gäbe es ein besseres Verständnis. "Es hat sich überall etwas getan und verbessert", betonte der Deutsche. Für ihn selbst würde sich nicht viel ändern, außer dass 2026 vier Ringe statt des Sauber-Logos auf dem Shirt zu sehen sein werden. "Ich war ja damals schon bei Renault, was auch ein Werksteam war, wenn auch kein deutscher Hersteller. Ich glaube, dass sich da vom Gefühl und der Herangehensweise nicht so viel ändern wird", sagte Hülkenberg.

Hülkenberg: Mindset muss sich erst anpassen

Sauber galt stets als Mittelfeldteam, mit Audi fährt er nächstes Jahr für einen großen Namen wie Red Bull oder McLaren. Erst mit den Erfolgen würde sich das Mindset ändern. "Aber das kommt hoffentlich", so Hülkenberg. Mit 250 Grand-Prix-Starts zählt er zu den Routiniers im Feld. Angesichts des bevorstehenden Regelumbruchs gibt es zwei vorherrschende Meinungen im Paddock. Für die einen werden die Routiniers vom neuen Reglement profitieren, weil sie über einen größeren Überblick verfügen und dadurch auch während der Rennen besser taktisch agieren können.

Die anderen sehen hingegen die aktuelle Sim-Racer-Generation klar im Vorteil. Und auf welche Seite stellt sich Hülkenberg? Auf keine! "Ich glaube, es wird nicht so komplex werden, dass es der einen oder der anderen Generation in die Karten spielt. Es ist ja immer noch Autofahren, das Rad wird nicht neu erfunden", meinte Hülkenberg. Für 2026 wurden sowohl Chassis als auch Antriebseinheiten grundlegend überarbeitet. Die Änderungen sollen für mehr Spannung sorgen, das Kräfteverhältnis neu mischen und das Racing auf ein neues Level heben. Hülkenberg freut sich auf die neue Herausforderung.

Formel-1-Saison 2026: Technisches Reglement erklärt (04:53 Min.)

Zuletzt alles nur mehr Copy-and-Paste

"Auch wenn wir uns erst im vierten Jahr dieser Fahrzeuggeneration befinden, fühlt es sich viel länger an. Die ganzen Abläufe und Prozesse sind sehr automatisiert, alles ist irgendwie Copy-and-Paste. Von daher begrüße ich das persönlich sehr, dass da ein bisschen Bewegung reinkommt", so der Deutsche. Auch seine Erfahrung bewahrt ihn nicht davor, wieder alles neu erlernen zu müssen, wie er erklärt: "Dieses Jahr wussten wir, dass wenn wir die Pirelli-Reifen in der Outlap so anpacken, dann regiert er die nächsten 20 Runden auf diese Art. Nächstes Jahr sind die Reifen neu sowie das Auto und die Aerodynamik. Daher fängt man wieder bei Null an."

"Du probierst etwas, erhältst eine Rückmeldung und lernst daraus für das nächste Mal. So verbessert man sich Schritt für Schritt." Wie konkurrenzfähig Audi 2026 sein wird, steht noch in den Sternen. Hülkenberg selbst betont, dass ihn seine Platzierungen in der WM nicht interessieren, solange er nicht ganz vorne mitfährt. Ob man ihm das glauben darf? Wohl nicht. Immerhin wusste er genau, dass Sauber 2025 70 Punkte eingefahren hat und dass das Team mit diesem Ergebnis im letzten Jahr Sechster geworden wäre. Seine Erklärung dafür: "Die Teamwertung ist da, wo die Bulletten sind."

Nächster Schritt Richtung Formel 1: Audi stellt Teamname und Logo vor. Der 2026er Bolide feiert im Januar Premiere in Berlin - inklusive Fan-Event.