Der Formel-1-Sprint in Brasilien war für Oscar Piastri ein weiterer schwarzer Tag im WM-Kampf gegen Lando Norris. Der Australier leistete sich am Samstag bei feuchten Bedingungen einen folgenschweren Fahrfehler und schied mit einem Unfall aus. In der Weltmeisterschaft büßte er durch die Nullnummer weitere Punkte auf seinen McLaren-Teamkollegen ein. Piastri nahm die Niederlage zähneknirschend hin und hofft auf den Turnaround im Rennen am Sonntag. Der Teamchef baut auf die mentale Stärke seines Fahrers.

"Die Punkte sind die Punkte, das ist ein Fakt. Es ist eine Zahl. Leider ist das jetzt der Fall, aber es ist, was es ist", so McLaren-Teamchef Andrea Stella bei Sky UK mit Blick auf Oscar Piastris WM-Chancen. Durch den Crash ist er auf neun Punkte hinter Lando Norris zurückgefallen. Im Sprint über 24 Runden von Beginn an Druck nach vorne gemacht, um die Lücke zum Teamkollegen zu schließen. Trotz eines aggressiven Starts war er nicht an Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli vorbeigekommen und fuhr danach auf Platz drei.

In der siebten Runde leistete er sich in Kurve drei einen verhängnisvollen Fehler, als er innen auf die noch feuchten Kerbs kam und abflog. "Ich bin in der Runde zuvor schon ein bisschen über diesen Kerb gefahren und hatte damit keine Probleme. Ich habe mir die Runde angeschaut und ich denke, ein paar Fahrer vor mir haben ihn auch genutzt und möglicherweise etwas mehr Wasser dorthin gebracht, wo ich war. Ich hätte wahrscheinlich sowieso nicht auf diesen Kerb sein sollen, aber ich denke auch, dass die Strecke gegenüber der Runde zuvor in einem anderen Zustand war und ich war offensichtlich nicht der einzige, den es erwischt hat. Es war eine Kombination mehrer Dinge."

"Die Mischbedingungen waren sehr schwierig und wenn du da auch nur mit einem Rad etwas zu weit gehst... wir haben gesehen, dass drei Autos an derselben Stelle auf derselben Runde in die Streckenbegrenzung eingeschlagen sind", verweist auch Stella auf die herausfordernden Bedingungen. Unmittelbar nach Piastri flogen auch Nico Hülkenberg und Franco Colapinto ab.

Oscar Piastri arbeitet nach Formel-1-Crash an Krisenbewältigung

Der Unfallfahrer reagierte wie üblich rational und gefasst auf den Rückschlag. "Ich muss einfach versuchen, das hinter mir zu lassen, denke ich", so der 24-Jährige. Er will die Scharte möglichst schnell auswetzen und pocht noch an diesem Wochenende auf seine Chance. "Mal sehen, wie das Wetter heute Nachmittag ist", sagt er mit Blick aufs Qualifying für den Grand Prix. "Es gibt morgen viel mehr Punkte zu holen. Je besser ich meinen Job heute Nachmittag mache, um mir eine gute Ausgangslage zu sichern, desto besser wird es."

Andrea Stella ist davon überzeugt, dass Piastri nicht durch ein angeschlagenes Selbstbewusstsein in ein noch tieferes Loch fallen wird. "Es ist nur eine Episode, wenn du mit einem Rad auf den Kerb kommst und abfliegst", so der Italiener. "Er hat ein sehr sachliches Wesen und so werden wir das auch besprechen. Das wichtigste ist, dass der Speed da ist."

Dass es in wenigen Stunden gleich mit dem Qualifying weitergeht, sieht der Teamchef mit Blick auf die Krisenbewältigung positiv. "Du kannst nur dein Bestes geben und wir haben gleich in ein paar Stunden wieder die Möglichkeit, unser Bestes zu geben. Darauf fokussieren wir uns" sagt er. "Wir rappeln uns auf, reparieren das Auto und morgen gibt es die Big Points. Das Ziel ist, im Qualifying und Rennen wieder Kapital aus unserem Speed zu schlagen - mit Oscar."