Seitdem die eigentlich für Mexiko angesagte Fahrerbekanntgabe bei Red Bull ausblieb, dreht sich alles um die Frage: Wer bekommt das zweite Cockpit neben Max Verstappen? Isack Hadjar steht hoch im Kurs, doch vor dem Brasilien GP hat der Formel 1-Rookie nur ein Ziel vor Augen – den sechsten Platz in der Konstrukteurswertung verteidigen. Zwischen den Racing Bulls auf P6 und Sauber auf Rang neun liegen nur 12 Punkte.
"Das Momentum ist derzeit eindeutig gegen uns", spielte Hadjar auf die letzten drei Rennen an, in denen das Team punktelos blieb, während die direkte Konkurrenz mindestens in zwei der letzten drei Rennen punktete. Gleichzeitig kann er der aktuellen Situation auch etwas Gutes abgewinnen. "Das Gute daran ist, dass wir immer noch Sechster sind und wir glauben, dass wir das Blatt wenden und den sechsten Platz verteidigen können." Was ihn so positiv stimmt?
Zum einen haben die Racing Bulls-Ingenieure wichtige Erkenntnisse in Texas und Mexiko gewonnen. "Wir hatten auf beiden Strecken große Probleme, weil unser Auto Schwierigkeiten beim Überfahren der Kerbs hat. Es mag lieber flachere Rennstrecken mit mittelschnellen Kurven." Zum anderen kommt das Layout des Autódromo José Carlos Pace dem VCARB 02 mehr entgegen.
Interlagos gilt als eine Strecke der Extreme. Der erste und dritte Sektor erfordern aufgrund der langen Geraden ein Auto mit geringem Luftwiderstand, während der kurvenreiche Mittelsektor hohen Abtrieb verlangt. "Es ist sicher nicht der beste Kurs für uns, aber es sollte für uns hier einfacher sein. Zumindest gibt es hier keine Kurventypen wie Kurve 2 und 3 in Mexiko", sagte Isack Hadjar. Der 21-Jährige fährt das erste Mal in Brasilien und auch wenn er sich im Simulator auf den Großen Preis von São Paulo vorbereitet hat, weiß er nicht, was auf ihn zukommt.
Sim-Training absolviert und trotzdem keine Ahnung
"Ich habe keine Ahnung. Die erste Runde in FP1 fühlt sich immer anders an, als man im Vorfeld erwartet hat", erklärte er mit einem herzhaften Lachen in der offiziellen FIA-Pressekonferenz. Da es sich um ein Sprint-Wochenende handelt, bleibt ihm allerdings nur eine Trainingssitzung, um sich mit dem Kurs vertraut zu machen. Dessen ist sich Hadjar bewusst: "Wir müssen uns rasch an die Gegebenheiten anpassen und den Ton für das restliche Wochenende setzen."
Für den Sprint und das Qualifying am Samstag hat es Regen vorhergesagt. Im Vorjahr musste das Qualifying wegen anhaltender Regenfälle sogar auf den Rennsonntag verschoben werden. Hier gibt es den kompletten Wetterbericht für Qualifying, Sprint und Rennen in São Paulo:
Regen hin oder her - Hadjar freut sich auf seinen ersten Brasilien GP. "Dieses Rennen weckt viele schöne Kindheitserinnerungen", verriet der Franzose. Allerdings spielte er bei besagten Kindheitserinnerungen nicht auf die Triumphe seines Landsmannes Alain Prost an, der in Interlagos sechsmal gewann, sondern auf sein Kindheitsidol Ayrton Senna. Er benötigte acht Anläufe, bis er 1991 sein Heimrennen gewann.
Keines der Rennen sah Hadjar, der erst 2004 geboren wurde, live. "Mit acht Jahren sah ich meinen ersten Brasilien-GP im Fernsehen. Damals gewann Sebastian Vettel seinen dritten WM-Titel", erzählte der Racing Bulls-Pilot. In einem spannenden Regenrennen im Jahr 2012 krönte sich Vettel mit einem sechsten Platz zum damals jüngsten Dreifach-Champion in der F1-Geschichte.
Isack Hadjar war wohl nur wenigen vor Beginn der F1-Saison 2025 ein Begriff. Dennoch schlug der Red-Bull-Junior ein. Das schafften schon vor ihm einige: In diesem Artikel beleuchten wir die unterschätzten Formel-1-Rookies:



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