Mexiko liegt George Russell immer noch schwer im Magen. Nach wilden Manövern der Konkurrenz war der Mercedes-Pilot schon während des Formel-1-Rennens vor zwei Wochen emotional geladen. Sein Ärger hat sich mittlerweile gelegt, doch schon der Gedanke an eine Wiederholung des Kurve-1-Chaos von Mexiko City bereitet dem Briten Albträume. Das Agieren der Stewards sorgte im Paddock und darüber hinaus für Fragezeichen und Unmut. Er fordert für die Zukunft radikale Änderungen an der Rennstrecke.

"Nicht nur die Fans" waren laut Russell vom Handeln der Stewards verblüfft. "Ich war sehr überrascht, zu sehen, wie diese Fahrer ohne Strafe davonkamen", so der Brite mit Blick auf die Szenen, die sich beim 20. Saisonrennen in Mexiko im ersten Sektor abspielten. Schon beim Start waren Charles Leclerc und Max Verstappen in Kurve eins völlig über das Ziel hinausgeschossen. Letzterer ließ nachdem er sich verbremste praktisch die ersten drei Kurven aus. Geahndet wurden diese Manöver nicht.

"Ich war schon von diesem Zwischenfall in der ersten Runde ziemlich frustriert, wegen der Fahrzeuge, die die Kurve abgekürzt haben", sagt Russell mit Blick auf seine agitierte Kommunikation im Funk währen des weiteren Rennverlaufs. Später kam es für ihn noch dicker, als er in Turn vier im Kampf gegen Max Verstappen und Lewis Hamilton das schlechteste Ende für sich hatte. "Als Lewis und Max beide abgekürzt haben, hat mich das noch mehr frustriert. Klar, Max musste irgendwie zurück auf die Strecke kommen, aber ich habe dadurch zwei Positionen verloren."

George Russell fordert radikalen Umbau in Mexiko

Dass in Sektor eins von Mexiko City derart leicht abgekürzt werden kann, ist auch dem Umstand geschuldet, dass die Auslaufzonen neben dem Asphalt hauptsächlich aus Grünflächen bestehen. Für Russell kann es nach den Zuständen beim vergangenen Rennen nur eine Lösung geben. "Ich persönlich denke, dass diese Kurve komplett geändert werden muss", fordert er einen radikalen Umbau. "Ich denke, das wäre die einzige Lösung, außer du willst den ganzen Sektor mit Kiesbetten versehen."

Grundsätzlich sieht der fünfmalige Grand-Prix-Sieger das Layout des ersten Sektors im Vergleich mit anderen Rennstrecken kritisch. "In Monza musst du um die Styropor-Blöcke herumfahren und verlierst dabei viel Zeit", sagt er. In Mexiko kommt ihm in Turn eins außerdem auch das Racing schlichtweg zu kurz.

"Ich persönlich mag diese Kurve überhaupt nicht. Ich denke auch nicht, dass sie gut fürs Racing ist. In den Kurven zwei und drei gibt es nur eine Linie, du kannst nicht in Turn eins kämpfen und danach bis Turn vier weiterkämpfen, wie das zum Beispiel in Bahrain geht. Da kannst du jemanden auskontern und in Kurve vier sind da auch die Track Limits kein Problem. Es ist eine Haarnadel, also wirst du da niemals abkürzen."

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