In Sachen Leistung und Erfolgen gibt es - zumindest nach den Maßstäben eines siebenfachen Weltmeisters - sehr wenig über die erste Formel-1-Saison von Lewis Hamilton bei Ferrari zu berichten. Die ausbleibenden Erfolge provozieren nun schon die ersten Spekulationen über Hamiltons Zukunft in Rot. Darauf muss er vor dem Brasilien-Wochenende reagieren.

Vor seinem 21. Ferrari-GP gibt es jedenfalls immer noch keine nennenswerten Ergebnisse zu berichten. 20 Rennen ohne Podium ist inzwischen ein Negativ-Rekord, so lange hielt es kein anderer Formel-1-Fahrer bei der Scuderia ohne ein Top-3-Ergebnis aus. Auch sonst ist Hamiltons Bilanz abgesehen von einem Sprint-Sieg in China dürr.

In der WM liegt er 64 Punkte hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc. Der hat auch schon sieben Podien eingefahren. Und im Qualifying-Duell steht es 5 zu 15 zugunsten von Leclerc. Vier Rennen vor Schluss zeichnet sich damit eine deutliche Niederlage für den ohnehin schon 40-jährigen Hamilton ab. Da ist klar, dass die Gerüchte schnell aufkommen.

Hamilton versichert: Mein Ferrari-Deal hält lange

Als in Mexiko Leclerc erneut aufs Podest fuhr, Hamilton (nach Strafe) im Nirgendwo verschwand und dann obendrauf noch der aus dem Junior-Kader der Scuderia stammende Oliver Bearman einen sensationellen vierten Platz holte, kamen die Spekulationen. 'ESPN' brachte sie richtig ins Rollen. Sich auf mehrere hohe Fahrerlager-Quellen berufend suggerierte man, Hamiltons Vertrag würde nach 2026 bereits enden. Und Ferraris Interesse an einer Verlängerung schwinden.

Das würde dann bedeuten, dass Hamilton überhaupt nur einen Zweijahres-Deal bei Ferrari unterschrieben hätte. Da hält er am Donnerstag in Brasilien dagegen: "Ich habe einen ziemlich langen Vertrag." Als Ferrari ihn ursprünglich von Mercedes losgeeist hatte, hatte man - wie in der Formel 1 inzwischen üblich - keine Laufzeit kommuniziert, sondern nur das vage "Mehrjährig" verwendet.

Natürlich gibt Hamilton in Brasilien keine harten Zahlen zu seinem Ferrari-Vertrag heraus - aber die Zweijahres-Theorie scheint er schon entkräften zu wollen: "Bei einem neuen Vertrag beginnst du normalerweise ein Jahr im Voraus darüber zu sprechen. Da sind wir noch recht weit weg." Was eindeutig gegen ein Auslaufen am Ende von 2026 sprechen würde. Das ist schließlich nur mehr ein knappes Jahr in der Zukunft.

Ferrari wird Vertrags-Gerüchte um Hamilton & Leclerc nicht los

Natürlich gilt es solche Vertrags-Diskussionen wieder hinlänglich zu qualifizieren. Beginnend damit, dass Formel-1-Verträge vollgestopft sind mit Klauseln, die Performance von Fahrer und Team betreffen mögen. Dann enthalten sie oft Optionen, darunter oft vorgefertigte eingebaute Verlängerungen, die sogar je nach Leistung von Fahrer und/oder Team automatisch ausgelöst werden könnten. "Laufzeit" an sich ist in der Formel 1 ein dehnbarer Begriff.

Und dann ist da noch der Faktor Ferrari. Kein Team ist im F1-Fahrerlager so oft Ziel von Gerüchten. Die über Hamilton fügen sich nahtlos an jene über Leclerc an, die seit Wochen kursieren. Obwohl sich Leclerc schon in Austin redlich bemühte, alle Spekulationen mit Nachdruck abzustellen: