Es gibt große Änderungen beim Eigentümer der Formel 1. Mit dem 1. Januar 2026 tritt John Malone von seiner Rolle als Vorstandsvorsitzender von Liberty Media zurück. Ein Nachfolger ist bereits gefunden. Malone wird allerdings weiterhin Millionen an Formel-1-Anteilen behalten.
Liberty bestätigte Malones Ausscheiden per Pressemitteilung am 29. Oktober. Malone war 1991 der Gründervater des Medienkonzerns gewesen. Der inzwischen 84-jährige Amerikaner hatte sich davor schon in der US-Medienlandschaft als Manager einen großen Namen gemacht.
"Mit der erfolgreichen Vereinfachung unseres Portfolios in den jüngsten Jahren und mit unserem operativen Geschäft in starker Position ist es denke ich ein guter Zeitpunkt, um von gewissen Verpflichtungen zurückzutreten", meint Malone. "Ich freue mich sehr, dass Dob Bennett, seit 35 Jahren mein Partner und Kollege, in die Rolle des Vorsitzenden schlüpfen wird."
Nachfolger Robert "Dob" Bennett war zusammen mit Malone 1991 im Gründerteam gewesen, ist seit 1994 bereits ein Direktor bei Liberty Media, war von 1997 bis 2005 Präsident und CEO, zuletzt stellvertretender Vorsitzender, und ist damit logischer Nachfolger von Malone. Der Liberty-Vorstand wird ab dem 1. Januar damit acht Direktoren beinhalten, fünf davon unabhängig. Die Unternehmensführung wird ab jetzt von Bennett sowie dem aktuellen Liberty-CEO Derek Chang und dem Ex-F1-CEO Chase Carey bestehen.
Scheidender Liberty-Vorsitzender behält seine Formel-1-Anteile
Ganz verabschieden wird sich Bennett von Liberty aber nicht. Ihm wird der Titel des emeritierten Vorsitzenden verliehen: "Ich freue mich darauf, als großer Anteilseigner von Liberty und als strategischer Berater unseres Managements und unseres Vorstandes mich weiterhin aktiv zu beteiligen."
Schließlich hält Malone auch heute noch eine große Menge an Anteilen an den Liberty-Unternehmungen, darunter Millionen an Formel-1-Anteilen, die ihm in Summe 49,5 Prozent des Stimmrechtes in der Formel-1-Gruppe garantieren. Diese setzt sich primär aus den kommerziellen Rechten an der Formel 1 zusammen, beinhaltet aber auch unter anderem die neu erworbenen MotoGP-Rechte. Weiters besitzt Malone auch noch 48,9 Prozent von Liberty Live, der zweiten großen Gruppe unter der Liberty-Schirmherrschaft.
Für das Tagesgeschäft von Formel 1 und MotoGP sollte der Umbruch dementsprechend keine Folgen haben, da die Unternehmensführung rund um Bennett, mit Derek Chang als Geschäftsführer und Chase Carey als zusätzlicher Direktor bereits seit Jahren bei Liberty beschäftigt ist. Sie alle gelten auch als Unterstützer des Formel-1-Projektes, welches Stefano Domenicali als CEO für sie leitet.
Was genau macht Liberty Media in der Formel 1? Liberty Media ist jenes US-amerikanische Unternehmen, welches die exklusiven kommerziellen Vermarktungsrechte an der Formel 1 hält. Diese Rechte liegen nominell beim Automobil-Weltverband FIA, aber dieser ist dazu verpflichtet, sie zu verpachten. Unter anderem, weil Wettbewerbsbehörden nicht möchten, dass Regelhüter und Vermarkter unter einem Dach operieren. Liberty Media kaufte die Formel-1-Rechte Ende 2016. Durch sie darf das Unternehmen TV-Rechte verkaufen, Verträge mit Strecken schließen, oder die Verteilung des Einkommens an sich selbst und die Teams verwalten. Für Reglements ist hingegen die FIA zuständig. F1-CEO Stefano Domenicali berichtet direkt an die Liberty-Geschäftsführung.



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