Seit 2022 gelten in der Formel 1 die sogenannten 'Driving Standards Guidelines'. Sie wurden (eigentlich) eingeführt, um mehr Klarheit zu schaffen, sorgen aber regelmäßig für Diskussionen über ihre Auslegung. Einer, der die Diskussionen bereits öfter angeheizt hat, ist Carlos Sainz. In Mexiko wird der Williams-Pilot um fünf Startplätze zurückgesetzt. Der Grund: Sein Rammstoß gegen Kimi Antonelli beim Großen Preis der USA vor einer Woche.
Die FIA-Stewards begründeten ihre Entscheidung damit, dass Sainz im Sinne der Racing-Richtlinien nicht ausreichend weit neben Antonelli war und ihm somit kein Platz zustand. Antonelli war demnach nicht verpflichtet, ihm noch weiter auszuweichen. "Eine Richtlinie ist keine Regel. Sie kann dabei helfen, einen Unfall zu erkennen oder zu bewerten, aber es ist eben nur eine Richtlinie. Trotzdem werden diese Richtlinien manchmal auf jede Situation auf der Strecke angewendet. Das finde ich schon recht interessant – es entspricht nicht der Art, wie ich einen Unfall beurteilen würde", kritisierte Sainz.
Mit seinem Unfallgegner Kimi Antonelli hat er hingegen keine Probleme, wie er in der FIA-Pressekonferenz am Donnerstag humorvoll darlegte. Auf die Frage, ob zwischen ihm und Antonelli nach dem Crash alles in Ordnung sei, meinte Carlos Sainz nur: "Warum nicht? Was auf der Strecke passiert, bleibt auf der Strecke."
Sainz: Weitere Top-Plätze für Williams möglich
Trotz der Strafversetzung zeigte sich der Spanier gut gelaunt und optimistisch für das Rennwochenende in Mexiko. "Die Strafe ändert nichts an meiner Herangehensweise. Es geht nach wie vor darum, so weit wie möglich vorne zu stehen. Damit verschaffe ich mir die besten Chancen, wieder in die Punkte zu kommen", sagte Sainz. In Singapur legte er eine beeindruckende Aufholjagd hin: Von P18 startend, holte er als Zehnter einen WM-Punkt.
Strafen und Verwarnungen stehen in der Formel 1 beinahe an der Tagesordnung. Alle Strafen & Untersuchungen gibt es in dieser Übersicht:
"Natürlich hoffe ich, dass wir weiter vorne starten. Aber ich habe das Gefühl, dass wir uns gerade in einer großartigen Phase der Saison befinden, in der endlich alles für mich zusammenpasst. Ich bin samstags schnell und sonntags sehr schnell", meinte Sainz. Mit Blick auf die noch ausstehenden fünf Saisonrennen hält er durchaus noch das eine oder andere Top-Ergebnis für Williams für möglich. "Nach dem Podium in Baku wollte ich einfach nur eine gute Punkteserie bis zum Saisonende hinlegen. Aber dann kam das Podium in Austin. Die Pace war so ermutigend, dass ich für die letzten Rennen noch optimistischer gestimmt bin", so Sainz.
Nicht zu vergessen: Im Vorjahr holte Sainz in Mexiko den bis dato letzten Ferrari-Sieg. "Es ist schwer zu erklären, wie besonders dieser Sieg für mich war. Ich wusste, dass es eine meiner letzten Chancen war, in naher Zukunft ein Rennen zu gewinnen", verriet der Spanier. In der Konstrukteurswertung liegt Ferrari zwar auf Platz drei, doch Williams ist der fünfte Platz kaum noch zu nehmen. Vom WM-Schlusslicht zur stabilen Kraft: Williams' Turnaround in der Formel 1 ist kein Zufall, sondern das Ergebnis radikaler Veränderungen. Mehr dazu hier:



diese Formel 1 Nachricht