Am Samstag hat sich im Qualifying der Formel 1 genau das bewahrheitet, was Lando Norris am Freitag schon befürchtet hatte. "Es fehlt an mir, ich habe es nicht auf die Reihe bekommen", ist er auch am Samstagabend ehrlich, was den enttäuschenden fünften Platz betrifft. McLarens Singapur-Probleme treffen seinen Fahrstil noch härter als den von Oscar Piastri.

Piastri war zwar mit 0,366 Sekunden zahnlos auf dem dritten Platz gelandet, aber als es in Q3 entschieden wurde, war Norris noch einmal langsamer. Wieder machte er nämlich vor allem Fehler. Auf seiner besten Q3-Runde war er bis zu den letzten Kurven schneller als Piastri: "Ich hatte einen leichten Mauerkontakt raus aus der letzten Schikane."

"Hat mir nicht die Welt gekostet, was auch immer, sechs Hundertstel für zwei Plätze", ist Norris sich direkt nach dem Qualifying nicht sicher, was die Auswirkungen waren. Auf jeden Fall verlor er die Chance, Piastri zu fordern, direkt nach dem Mauertreffer durch die letzte Doppel-Links raus auf die Zielgerade. Norris aber ärgert sich eher, dass er spürt: Es steckt mehr im Auto.

Lando Norris und sein Albtraum Untersteuern in Singapur

Aber er bekommt die Zeit nicht raus: "Ich denke, da steckt sicher noch ein Zehntel drin. Wenn ich das locker holen könnte, würde ich das. Ich spüre, wo mehr Zeit geht. Auf den Medium fühlte ich mich dieses Wochenende stets komfortabel. Die boten mehr Grip an der Vorderachse, und das passt mir mehr. Da kriege ich mehr Zeit raus. Das fühlt sich eher wie letztes Jahr an, als ich Pole geholt habe."

"Dann machen wir den Soft drauf, und ich habe Probleme", so Norris. In Singapur zeigt sich da ein altes Problem. Er ist kein Fahrer, der gut mit Untersteuern zurechtkommt: "Jeder scheint an diesem Wochenende mit den Vorderreifen Probleme zu haben. Wir wissen, das ist manchmal auch eine Schwäche unseres Autos, und außerdem ist Untersteuern mein schlimmster Albtraum."

Um ihm mit der Vorderachse zu helfen, hatte McLaren im Saisonverlauf eine adaptierte Vorderachse eingeführt. In Singapur aber war die Front-Limitierung so gravierend, dass es keinen Unterschied für Norris mehr zu machen schien: "Diese Probleme, die ich dieses Jahr mit der Vorderachse hatte, die scheinen dieses Wochenende wieder hochgekommen zu sein."

Damit hat sich Norris für das Rennen auf dem engen Stadtkurs von Singapur, das oftmals zu Prozessionen ausartet, auf einem fünften Platz hinter seinem WM-Rivalen Piastri bereits ein kleines Loch gegraben. "Fünfter, nicht viele Punkte", mag Norris keine Rechnungen anstellen. "Natürlich ist heute etwas frustrierend, ich bin nicht gerade happy mit meiner eigenen Leistung, aber kein Grund zur Sorge."

"Morgen ist ein neuer Tag, ich bin optimistisch, dass wir noch nach vorn Druck machen können", hofft Norris, obwohl die vier Autos vor ihm sicher bislang an diesem Singapur-Wochenende nicht schlecht aussahen. Einer dieser vier ist auch Max Verstappen - mit dem Norris auf der letzten Q3-Runde zusätzlich aneinandergeriet. Ein kleines Wortgefecht folgte: