Wieder schrammt Max Verstappen an der Singapur-Pole vorbei. 2025 ist er wie schon im Vorjahr Zweiter, aber sauer. Nachdem er auf dem entscheidenden letzten Versuch nämlich in der letzten Schikane mit Lando Norris aneinandergeriet. Das sorgt nach dem Qualifying für Ärger.

Verstappen hatte am Samstag durchwegs polefähig ausgesehen, und auf dem letzten Q3-Versuch blies er auf Platz zwei liegend zur letzten Attacke auf den letztendlichen Polesetter George Russell. Aber hin zur Schikane tauchte vor ihm Norris auf, der bereits seinen zweiten Versuch abgeschlossen hatte und auf dem Weg zurück an die Box war.

"Im Qualifying geht das nicht", empört sich Verstappen. "Du darfst absolut keine Störung haben, wenn du in Q3 pushst. Und genau das ist passiert." Es geht um die Dirty Air, verwirbelte Luft des Vordermannes, eines der leidigen Themen in der Formel 1. Weil die Aerodynamik heute so sensibel ist, kann der Fahrer auch bei Lücken von zwei, drei Sekunden schon die Auswirkungen spüren.

Norris zündelt nach Verstappen-Kritik gegen Red Bull: Beschweren sich immer

In Q3 ist das üblicherweise kein Problem mehr, da nur mehr zehn Autos fahren. "Du siehst kein Auto, außer du bist auf einem anderen Programm, aber hier ist recht klar, was du tun willst", ärgert sich Verstappen. "Also lässt du große Lücken. Aber manchmal langweilen sich die Leute auf Stadtkursen, machen Fehler. Dann hast du ein Auto zwei, drei Sekunden vor dir, aber du brauchst jedes bisschen freie Fahrt, weil du am Limit mit Bremsen und allem bist."

So verschätzte sich Verstappen auf der Bremse, kam zu weit raus, und musste die Runde abbrechen. "Sonst wäre das ein enger Kampf um Pole gewesen", glaubt er. Dass er es geschafft hätte, erscheint basierend auf den Daten aber eher unwahrscheinlich. Vor dem Fehler lag er wie beim ersten Versuch schon wieder fast zwei Zehntel hinter Russell zurück.

"In Q3 mit nur zehn Autos war das vermeidbar", so Verstappen, der kein Interesse hat, die Angelegenheit mit Norris zu besprechen: "Nein. Ich denke, die Sache ist sehr klar." Nicht aber für Norris, dem kurz darauf die Beschwerden zu Ohren kommen. Er ist sich keiner Schuld bewusst: "Nein, ich verstehe das auch nicht"

"Ich war gut drei Sekunden vor ihm", so Norris, der Verstappens Meinung bezüglich der Schwere der Dirty Air bei diesem Abstand da nicht zu teilen scheint. Mehr will er dann nicht mehr diskutieren: "Ach, die beschweren sich immer über alles. So ist Red Bull."

Max Verstappen liefert Singapur-Bestätigung mit Red Bull

Mit Platz zwei steht Verstappen in Singapur in der Startaufstellung nun immerhin wieder vor beiden McLaren, wenn auch nicht ganz vorn. Platz zwei bestätigt dafür erneut, dass Red Bull seit Monza mit dem Auto wirkliche Fortschritte gemacht hat: "Davor haben wir beim Setup stets um uns geschlagen, weil es einfach nicht geklappt hat."

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"Jetzt betreiben wir nur Feintuning, das ist genau das, was du willst", beschreibt Verstappen den Wandel. "Endlich scheint das Auto ein bisschen zu einem Allrounder geworden zu sein. Auf Strecken mit extrem hohem Abtrieb waren wir immer etwas schwächer. Dass wir hier so wettbewerbsfähig sind, ist vielversprechend."

"Was morgen passiert, das passiert", denkt Verstappen über seine Chancen im Rennen schließlich nicht weiter nach. Überholen ist in Singapur schwierig, aber Safety Cars sind dafür häufig. Rennentscheidend könnte also auch die richtige Entscheidung bei einer Überraschung werden. "Abwarten. Ich bin nicht allzu besorgt."