Kimi Antonelli geht in Singapur seit langem wieder mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein in ein Formel-1-Wochenende. In Baku konnte er nach einem langen Durchhänger endlich wieder so performen, wie es sich Toto Wolff von seinem Super-Rookie erwartet hatte. Ein vierter Platz – und vor allem ein sauberes Wochenende ohne Wandküsse – war genau das Ergebnis, das er brauchte: "Es hat das Momentum meines Negativ-Trends geändert. Jetzt muss ich konstant solche Resultate liefern und versuchen, mich zu verbessern."
Dabei war Antonelli nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung, denn er verpasste das Podium um nur wenige Sekunden. "Ich war nach dem Rennen ziemlich genervt. Aber ein paar Tage später habe ich das ganze Wochenende reflektiert und es war sehr positiv. Das war ein gutes Beispiel in Bezug auf Herangehensweise und Vorbereitung. Das werde ich dieses und die kommenden Rennen auch so machen", schilderte der 19-Jährige.
Schon vor dem Großen Preis von Aserbaidschan gab Mercedes zu, Probleme mit dem Simulator zu haben, die Antonellis Rennvorbereitung beeinträchtigen. Daran wird gearbeitet, wie der Rookie bestätigt: "Mit jeder Verbesserung kommen wir näher an das echte Auto. Ich experimentiere mit Setup-Änderungen, das war schon in Baku sehr nützlich. Ich bin bereits einige Runden [auf dem Marina Bay Street Circuit, Anm. d. Red.] gefahren und fühle mich bestens vorbereitet."

Kimi Antonelli: Fahrstil passt nicht zu Mercedes-Auto
Antonelli arbeitet im Simulator aber nicht nur am Setup, sondern auch an seiner Fahrweise. Der ist schon seit langem ein Problem für den W16. Der Rookie beschreibt seinen Stil als aggressiv, er nimmt viel Geschwindigkeit mit und schmeißt das Auto förmlich in die Kurve. Dafür fehlt dem Mercedes-Boliden aber die Stabilität. Die Folge: Das Heck bricht aus und Antonelli dreht sich über den Asphalt und in die Wand.
Das beste Beispiel dafür war sein Abflug im zweiten Freien Training in Monza. In der zweiten Lesmo-Kurve ging er über das Grip-Limit und landete im Kiesbett. "Das Limit ist so hoch, aber wenn du es überschreitest, hast du nichts. Dann ist das Auto so unberechenbar und schwer zu kontrollieren. Ich versuche also, mich anzupassen, aber sobald ich mich wohl fühle, fange ich wieder an, das Auto in die Kurven zu schmeißen und das Problem kommt wieder", beschrieb Antonelli die Krux.
Deshalb versucht er, seine Fahrweise zwar leicht, aber nicht komplett zu ändern. Viel mehr geht es darum, zu verstehen, wann das Auto mit seinem Stil klarkommt und wann nicht. "Es fühlt sich noch nicht natürlich an, weil ich das Auto nicht so fahren kann, wie ich möchte. Aber ich befinde mich auf dem richtigen Weg", versicherte Antonelli. Ob er sein neugewonnenes Selbstvertrauen bei seiner allerersten Ausfahrt auf dem von engen Wänden umgebenen Straßenkurs in Singapur behalten kann, wird sich an diesem Wochenende zeigen.
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