Mercedes qualifizierte sich in Italien auf den Position sechs und sieben. Durch die Strafe von Lewis Hamilton rücken George Russell und Kimi Antonelli jeweils einen Platz nach vorne. Für Antonelli war das beim eigenen Heimspiel ein gutes Ergebnis. George Russell haderte in Q3 am Funk dagegen mit der Reifenwahl. Das Formel-1-Team schickte ihn auf Soft-Reifen raus, dabei wollte er mit Mediums fahren. Wäre damit mehr drin gewesen?

Russell: Team und Ich haben beide Schuld

Q1 führte George Russell mit einem Satz Medium-Reifen noch an. Nur die Sprünge von Q1 auf Q2 und schlussendlich auf Q3 blieben klein. Von Q2 an benutzte Russell nur noch weiche Reifensätze.

In Q1 fuhr er eine 1:19.414, in Q3 eine 1:19.157. Er verbesserte sich mit den frischen Softs also nur um weniger als drei Zehntel. Zum Vergleich: Max Verstappen steigerte sich im selben Zeitraum um über sechs Zehntelsekunden.

Dabei wollte Russell seinen letzten Versuch in Q3 eigentlich mit frischen Mediums fahren. "Wir waren eines der wenigen Teams mit zwei Medium-Reifen. Ehrlich gesagt war es also einfach ein Kommunikationsfehler zwischen mir und dem Team", verrät Russell.

"Ich sagte nach Q1, dass sich der Medium super anfühlt. Und dann sagte ich Mitte Q2, nach meiner ersten Runde, dass ich in Q3 gerne Medium fahren würde. Dann fragte ich in der Garage, ob wir uns an den Plan halten würden. Und sie sagten ja", so Russell.

Was der Brite nicht wusste: Der "Plan" seitens Mercedes war nie ein Versuch auf den Mediums, sondern auf den Softs. "Deshalb war es eine Überraschung. Wie gesagt, ich trage genauso viel Schuld. Wir hätten das wahrscheinlich mehr besprechen sollen."

Was wäre mit Medium für Russell möglich gewesen?

Doch wie viel Zeit hätte der Medium tatsächlich im direkten Vergleich gebracht? Da ist sich selbst Russell unsicher. "Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Der Abstand war am Ende natürlich ziemlich groß. Aber ich habe mich mit dem Medium-Reifen einfach viel wohler gefühlt", so Russell.

"Ich habe mich insgesamt nur um 1,5 Zehntel verbessert. Normalerweise sind es eher 5 oder 6 Zehntel. Wenn man bedenkt, dass ich in Q1 zwei Runden auf dem Reifen gefahren bin, könnte man meinen, ich wäre deutlich schneller gewesen. Aber trotzdem ist P5 wahrscheinlich verdient", sagt der Brite.

Große Hoffnungen hegt Russell von Startplatz 5 aus allerdings nicht. Überholen ist in Monza trotz langen Geraden seit einigen Jahren eine große Herausforderung, der Reifenabbau ist nur gering. Die Teams erwarten daher ein Ein-Stopp-Rennen. Russell sieht daher nur eine Option. "Wir müssen am Start überholen."

Kimi Antonelli bei Heimrennen mit Mini-Comeback

Kimi Antonelli schaffte es das letzte Mal in Großbritannien in Q3. Seit der Europa-Saison hat der Mercedes-Pilot Probleme. Mit P7 direkt hinter dem eigenen Teamkollegen meldete er sich genau rechtzeitig zurück.

"Ich bin glücklich. Wir haben das Qualifying endlich hinbekommen. Nur in der letzten Runde war es Schade. Wir haben etwas bei der Reifentemperatur probiert und dadurch hatte ich in der ersten Hälfte der Runde Probleme, besonders am Heck", sagt Antonelli.

Im Rennen besteht für ihn dasselbe Problem wie für den Teamkollegen, weiß auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff bei Sky Deutschland. "Jetzt steht das Auto relativ weit vorne auf P6. Dann schauen wir, was er morgen schafft im Rennen", so Wolff.

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