Die Zeit der Spekulationen ist vorbei - vorerst. Nachdem Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur zuletzt in der italienischen Presse in die Kritik geraten war, schob die Scuderia den Gerüchten nun einen Riegel vor und verlängerte den Formel-1-Vertrag des Franzosen gleich um mehrere Jahre. Eine genaue Angabe wie lange der neue Kontrakt läuft, wurde nicht gemacht.

"Ich bin dankbar für das Vertrauen, das Ferrari mir weiterhin entgegenbringt", sagte Vasseur. "Diese Verlängerung ist nicht nur eine Bestätigung, sondern auch eine Herausforderung, weiter voranzukommen, fokussiert zu bleiben und Ergebnisse zu liefern." Der Franzose stieß Anfang 2023 zum italienischen Traditionsrennstall aus Maranello und konnte seither sechs Grand-Prix-Siege mit dem springenden Pferd feiern.

"In den letzten 30 Monaten haben wir ein starkes Fundament gelegt, auf dem wir nun mit Konsequenz und Entschlossenheit aufbauen müssen", so Vasseur weiter. "Wir wissen, was von uns erwartet wird, und wir sind alle fest entschlossen, diese Erwartungen zu erfüllen und gemeinsam den nächsten Schritt nach vorne zu machen."

Vasseur und die Scuderia: Auf und Ab mit Ferrari

Der Start bei Ferrari verlief für Vasseur nicht reibungslos. 2023 gelang es ihm, eine gewisse Stabilität ins Team zu bringe, Carlos Sainz gelang in Singapur der einzige Nicht-Red-Bull-Sieg des Jahres. Vasseur strukturierte das Engineering-Team um, stärkte die Verantwortung in der Strategieabteilung und brachte eine ruhige, analytische Herangehensweise nach Maranello.

Die F1-Saison 2024 war trotz guter Einzelleistungen von Charles Leclerc und Carlos Sainz von zu großer Inkonstanz geprägt - strategische Fehler, Boxenpatzer und technische Probleme kosteten regelmäßig wertvolle Punkte. Dennoch fuhren Sainz und Leclerc fünf Siege ein und brachten die Scuderia auf den zweiten Platz der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. 2025 ist Ferrari noch sieglos, belegt aber erneut Rang 2 in der Konstrukteurs-WM - wobei McLaren kurz vor der Formel-1-Sommerpause mehr als doppelt so viele Punkte eingefahren hat.

"Heute möchten wir das Erreichte würdigen und uns den noch vor uns liegenden Aufgaben widmen", sagte Ferrari-CEO Benedetto Vigna. "Dies spiegelt unser Vertrauen in Freds Führungsqualitäten wider, das auf gemeinsamen Zielen, gegenseitigen Erwartungen und klaren Verantwortlichkeiten basiert. Wir gehen entschlossen und konzentriert voran, vereint in unserem Streben nach der Leistung, die Ferrari erreichen muss."

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Vasseurs Weg in die Formel 1

Frédéric Vasseur begann seine Motorsportkarriere im Nachwuchsbereich, wo er mit dem von ihm gegründeten ART Grand Prix-Team Maßstäbe setzte. Unter seiner Führung gewann ART zahlreiche Titel in der GP2 und GP3 - unter anderem mit Fahrern wie Lewis Hamilton und Nico Rosberg, die später zu Formel-1-Weltmeistern wurden. Vasseur galt früh als exzellenter Talentscout und brillanter Organisator. 2016 wagte er schließlich den Schritt in die Formel 1 und wurde Teamchef bei Renault. Doch die Zusammenarbeit war nur von kurzer Dauer - Meinungsverschiedenheiten mit der Führungsetage führten nach nur einem Jahr zum Abschied.

2017 übernahm Vasseur die Leitung von Sauber, wo er bereits mit Motorenlieferant Ferrari in Kontakt kam, wodurch er auch erstmals mit Ferrari Junior Charles Leclerc arbeiten durfte. Seine gute Arbeit blieb nicht unbeachtet, sodass die Italiener ihn im Dezember 2022 als Nachfolger von Mattia Binotto präsentierten. Er selbst wurde bei Sauber durch Andreas Seidl ersetzt, der das Team auf den Einstieg als Audi-Werksteam vorbereiten sollte.

Vasseur stand zu Beginn der F1-Saison 2025 in der Kritik, vor allem in Italien. Wie beurteilst du seine bisherige Bilanz bei der Scuderia? Hättest du den Vertrag mit ihm ebenfalls verlängert? Oder einen anderen Teamchef wie Christian Horner geholt? Verrate es uns in den Kommentaren!

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