Das neue Formel-1-Reglement, das ab 2026 in Kraft tritt, musste in den letzten Monaten viel Kritik von Seiten der Fahrer einstecken. Viele Piloten äußerten Befürchtungen, dass sich die Fahrweise der Autos drastisch zum Schlechteren verändern wird. Doch entgegen der anhaltenden Kritik entdeckt Pierre Gasly einen Aspekt, der mit den neuen Autos etwas Freude auf das kommende Jahr entfacht.
Vor dem Belgien-GP in Spa-Francorchamps betonte Gasly, dass eine der legendärsten Kurven der Formel 1 und der gesamten Motorsport-Welt dadurch wieder anspruchsvoller werden könnte: Eau Rouge. Mit dem hohen Abtriebslevel der derzeitigen Autos, ist die spektakuläre Bergauf-Passage, die aus Eau Rouge und Raidillon besteht, aber häufig einfach mit dem Namen des ersten Knicks benannt wird, keine große Herausforderung mehr und wird kaum mehr als Kurve wahrgenommen.
Formel 1 zurück zum Ursprung: Wird Eau Rouge ab 2026 wieder eine echt Kurve?
"In den letzten Jahren hat sich die Kurve geändert. Mit den heutigen Autos im Trockenen, sieht es sehr beeindruckend aus, aber es ist sehr einfach", so Gasly. "Nur wenn es nass wird, dann wird es eine der schwierigsten Kurven der Saison", fügte er hinzu. Das wird sich 2026 ändern, nimmt er an: "Wenn man das Reglement des nächsten Jahres bedenkt, mit dem Verlust von Downforce. Dann wird es wieder eine sehr schwierige Kurve."
Bis vor einigen Jahrzehnten galt Eau Rouge als eine echte Mutkurve mit extrem hohen Geschwindigkeiten und wenig Auslaufzone. Rund um die Jahrtausend-Wende befand sie sich an der Schwelle dazu, mit Vollgas fahrbar zu sein. Unvergessen ist das Qualifying für den Belgien-GP 1999. Damals verunfallten innerhalb weniger Minuten die BAR-Fahrer Jacques Villeneuve und Ricardo Zonta schwer. Die beiden hatten zuvor gewettet, wer sich traut Eau Rouge mit Vollgas zu nehmen.
Auch in Sportwagen-Kategorien, allen voran der GT3-Klasse, hat die Kurve ihren Ruf nicht verloren. Die GT3er nehmen die Kurve ebenfalls nicht voll, aber immer noch mit sehr viel Speed. Im Rahmen des 24h-Rennens kommt es Jahr für Jahr beinahe regelmäßig zu schweren Unfällen an der Stelle.
Pierre Gasly: Anthoine Hubert trübt immer noch Spa-Gedanken
Nicht zuletzt der tödliche Unfall von Formel-2-Fahrer Anthoine Hubert 2019 führte zu Umbauarbeiten an der Auslaufzone. Diese ist mittlerweile am Ende der Passage breiter gestaltet. Gasly sagte dazu: "Es ist ein schmaler Grat. Auf der einen Seite ist sie sehr einfach und man benötigt nicht viel Auslauf, weil man die Stelle mit einer Hand fahren kann. Oder aber es ist feucht, und dann ist die Wahrscheinlichkeit mit 300 Km/h sehr hoch, dass man das Auto verliert und man einen schweren Unfall hat. Das macht es in Bezug auf die Auslaufzone im Moment sehr schwierig."
Für Gasly ist das Thema Sicherheit in Eau Rouge ein ganz besonders persönliches. Er war mit Hubert gut befreundet und hält nach wie vor jedes Jahr in Gedenken an den tödlich verunglückten Franzosen einen Streckenlauf vor dem Grand-Prix-Wochenende ab. Die Kettenreaktion, welche 2019 zu dem tödlichen Unfall geführt hatte, war durch einen Abflug eines anderen Fahrers in Eau Rouge ausgelöst worden.
Der Alpine-Pilot erklärte: "[Spa] war schon immer eine meiner Lieblingsstrecken. Ich hatte meinen ersten Monoposto-Sieg hier in der Formel 4. Aber seit 2019 hat sich etwas geändert. Das Gefühl und die Emotionen, wenn ich hier herkomme, sind immer sehr komisch. Man kann das nicht wirklich beschreiben, zwischen der Aufregung, wenn man auf der Strecke ist, und die Erinnerungen, die damit einhergehen."



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