Was Toto Wolff von den Protesten gegen George Russell nach dem Kanada-GP hält, ist bereits bestens bekannt. Der Mercedes-Teamchef rechnete nach dem Wochenende in Montreal hart mit Red Bull ab. Peinlich, kleinlich, Nonsens. Wolff nahm kein Blatt vor den Mund. In Österreich äußert sich nun auch Russell selbst zu den erfolglosen Protesten gegen ihn.

Anstatt Öl ins Feuer zu gießen und Max Verstappen als Übeltäter auszumachen, sieht der Brite Red Bull als treibende Kraft hinter den zwei Protesten, die gegen ihn eingebracht wurden. "Es schien so, als käme das alles von Red Bull und nicht von Max", stellt Russell klar. "Ich glaube nicht, dass Max überhaupt etwas von den Protesten wusste."

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Nicht notwendig: So urteilt Russell über Red Bulls Proteste

Der Mercedes-Pilot fuhr in Montreal seinen ersten Saisonsieg ein. Angst, diesen wegen einer nachträglichen Strafe zu verlieren, hatte er nicht. "Es war ziemlich klar, dass es keine Strafe geben würde", schildert Russell. "Ich persönlich glaube, dass sie in die Offensive gehen wollten, um sich für den Fall zu schützen, dass Max eine Strafe bekommt, weil er mich während des Safety-Car-Zwischenfalls überholt hat."

Trotz geringem Erfolgspotential ist Russell von den Protesten seitens Red Bull nicht gerade begeistert, wählt jedoch weniger scharfe Worte als sein Teamchef. "Es war nur ein bisschen eine Umständlichkeit und nicht wirklich notwendig", resümiert der Brite.

Radikale Änderung – Sollen F1-Teams für Proteste mehr zahlen?

Bereits in Miami legte Red Bull gegen George Russell Protest ein. Somit führte das Team in der Formel-1-Saison 2025 insgesamt schon drei Proteste gegen den Briten - alle erfolglos. Um deren Frequenz zu verringern, könnte sich der Mercedes-Pilot eine drastische Maßnahme vorstellen.

Derzeit müssen F1-Teams für einen offiziellen Protest 2000 Euro zahlen. Nur wenn das Verfahren erfolgreich ist, bekommen sie das Geld zurück. Russell schätzt diese Zahlung als zu gering ein. "Wenn man sich die Geldstrafen ansieht, die für das Äußern eines Schimpfworts im Eifer des Gefechts oder das Berühren eines Heckflügels verhängt werden, dann sind 2000 Euro für ein Team, das neunstellige Gewinne macht, Peanuts. Darüber denkt man nicht zweimal nach."

Russell überlegt daher, ob man mit einer größeren Geldsumme, Teams von unnützen Protesten abschrecken könnte. "Wenn es sich um eine sechsstellige Summe handeln würde, würden die Teams es sich vielleicht zweimal überlegen", so der Brite. "Gelingt der Protest, bekommen sie ihr Geld zurück. Es ist dann das eigene Risiko, während über 2000 Euro nicht einmal nachgedacht wird."