Die aussichtslosen Formel-1-Rennen bei Sauber sind vorbei. Nach sieben erfolglosen Rennwochenenden holte Nico Hülkenberg in Kanada zum zweiten Mal in Folge WM-Punkte Nach dem überragenden fünften Platz in Barcelona beendete der Deutsche das Kanada-Rennen als Achter und kam hinter Fernando Alonso als zweiter Verfolger der Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Lewis Hamilton ins Ziel.
"Natürlich bin ich sehr glücklich, den Trend fortzusetzen und das Momentum beizubehalten", freute sich Hülkenberg. "Das Update bringt gute Leistungen." Vor zwei Wochen reiste Sauber mit großflächigen Updates samt neuem Unterboden zum Spanien GP und fand sich prompt mitten im Kampf um Punkte.
In Kanada profitierte Hülkenberg von den Strafversetzungen Tsunodas und Hadjars und ging von Startplatz 11 ins Rennen, eine Punkteausbeute war trotzdem nicht selbstverständlich. Der 37-Jährige hatte jedoch eine Vorahnung und sah seine Zeit am Sonntag gekommen: "Es war ein bisschen, wie ich erwartet hatte. Im Renn-Trimm wird das Auto stärker." Die erste Schlüsselszene ereignete sich bereits in der ersten Runde. "Franco [Colapinto; d. Red.] und Alex [Albon; d. Red.] haben in Kurve 8 und 9 gekämpft. Ich konnte das ausnutzen."
Albon musste durch die Wiese abkürzen. Nach der Schikane gerieten die beiden nochmals aneinander, was Hülkenberg für sich nutzte. "Das war der Schlüssel für das Rennen", bilanzierte der 37-Jährige. Von da an konnte er auf P9 hinter Charles Leclerc mit dem Reifenmanagement beginnen und wäre auch auf diesem Platz ins Ziel gekommen, wenn nicht McLaren-Pilot Lando Norris durch seinen Crash noch eine Position hergeschenkt hätte.
Gabriel Bortoleto hilft Teamkollege Nico Hülkenberg

Nach Hülkenbergs Überraschungsergebnis beim Saisonauftakt in Australien holte Sauber zwei Monate lang keine WM-Punkte. In den beiden vergangenen Rennen fuhr das Schweizer Team dank des Deutschen satte 14 Zähler ein und verkürzte den Rückstand auf Aston Martin in der Konstrukteurswertung auf zwei Punkte. Hülkenberg ging aus den beiden Rennen in Spanien und in Kanada sogar mit der achtbesten Punkteausbeute hervor.
Bei seinem Teamkollegen Gabriel Bortoleto hoffte Sauber lange Zeit auf ein Safety Car und ließ den Brasilianer auf harten Reifen draußen. Dadurch schlossen ab Runde 40 die bereits einmal gestoppten Franco Colapinto und Isack Hadjar auf.
Trotz verschlissener Reifen ließ Bortoleto den beiden Verfolgern keinen Raum zum Überholen und Nico Hülkenberg konnte davonziehen. In Runde 40 betrug der Rückstand von Bortoleto auf seinen Teamkollegen 2,3 Sekunden, zehn Runden später war dieser auf 11 Sekunden angewachsen - und Colapinto noch immer nicht vorbei.
In den vergangenen beiden Rennen befand sich Sauber zweimal schlagkräftig im Punktekampf. Berechtigt stellt sich die Frage, ob der Aufwärtstrend auch in Österreich anhalten wird. Hülkenberg kann es sich gut vorstellen: "Wir hatten zwei sehr unterschiedliche Strecken hier und in Barcelona. Auf beiden waren wir konkurrenzfähig. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht auch dort konkurrenzfähig sein sollten."
Max Verstappen steht bei bereits 11 Strafpunkten und wird bei einem weiteren für ein Rennen gesperrt. George Russell konnte es sich nicht nehmen lassen, den Niederländer daraufhin zu provozieren. Mehr dazu hier im Video:



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