Max Verstappen wittert einen neuen Rekord. Gewinnt er am Sonntag auf dem Circuit Gilles-Villeneuve, wäre er der erste Formel-1-Pilot, der vier Mal in Folge auf der Traditionsrennstrecke in Montreal siegte. Die Chance lebt. Im ersten freien Training fuhr Verstappen in 1:13,193 Minuten die schnellste Zeit.

In der zweiten Session reichte es nur für Rang neun, was allerdings daran lag, dass das Team eine Änderung am Setup vornahm, die die Balance des RB21 verschlechterte. "Wir haben von FP1 auf FP2 zwei kleine Änderungen vorgenommen, die sich extrem negativ auf das Fahrverhalten ausgewirkt haben. Das zeigt, in welchem engen Fenster unser Auto arbeitet", erklärte Dr. Helmut Marko. Über Funk beklagte sich Verstappen darüber, dass das Heck des Autos stark springen würde. Bis zur dritten Session will Red Bull die Änderungen wieder umkehren.

"Wenn wir das Gefühl aus dem ersten Training wiederfinden, können wir im Qualifying vorn mitkämpfen. Wir haben noch eine Session, um alles richtig hinzubekommen. Alles in allem war es ein guter Tag", zeigte sich der vierfache Champion zufrieden. Verstappen absolvierte seine Qualifying-Simulation auf dem Medium-Reifen, ebenso wie George Russell und Alex Albon.

Unsere Grafik zeigt, dass Verstappen auf dem Medium-Reifen in den Kurven mehr Probleme hatte. Trotzdem fuhr er auf dieser Mischung seine schnellste Zeit. Für Dr. Marko steht fest: "Der Medium ist der schnellere Reifen."

Besonders positiv stimmt den Red Bull-Motorsportberater die Longrun-Pace von Verstappen, die auf McLaren-Niveau lag. "Trotz der Probleme in FP2 waren unsere Longruns sehr gut. Wir waren ungefähr gleichauf mit Oscar Piastri", verriet der Österreicher und fügte hinzu: "Der Reifenverschleiß hat sich in Grenzen gehalten, deshalb blicken wir positiv auf das Wochenende." Die Grafik zeigt, dass Verstappen vor allem in den langsamen Kurven stark ist.

Tsunoda: Q3-Einzug ist Pflicht

Yuki Tsunoda belegte am Freitag die Plätze 11 und 15 und lag damit in jeder Session außerhalb der Top 10. Bis zum Qualifying muss er definitiv noch Zeit finden, denn der Red-Bull-Pilot stellt klar: "Unser Ziel ist ganz klar Q3." Das Gefühl im Auto sei grundsätzlich in Ordnung. Bis zum Qualifying werden noch Anpassungen am Wagen vorgenommen. "Ich hoffe, dass uns das noch mehr Rundenzeit verschafft", verriet der Japaner.

Bekanntlich war Tsunoda nach seinem Imola-Unfall gezwungen, eine im Vergleich zu Verstappen ältere Spezifikation zu fahren. Auch in Kanada sind bislang noch nicht alle Updates am Wagen von Tsunoda verbaut. "Wir versuchen es an diesem Wochenende hinzukriegen, denn es liegt auch in unserem Interesse, dass er das beste Material zur Verfügung hat. Aber es hängt ein Stück weit davon ab, ob sich alles wie geplant fügt", erklärte Red-Bull-Chefingenieur Paul Monaghan. "Fragen Sie mich am Samstagnachmittag, nachdem wir das Auto im Parc ferme haben, dann kann ich Ihnen eine eindeutige Antwort geben."

Isack Hadjar performt auf höchstem Niveau. Gleichzeitig hat Yuki Tsunoda im Red Bull Probleme. Ist Hadjar der nächste Junior neben Max Verstappen? Wenn es nach Hadjar selbst geht: Noch nicht. Mehr dazu: