Die Formel 1 hadert in Kanada mit dem Grip - und im 2. Training scheinen es die Mercedes, die profitieren. George Russell fährt seine Bestzeit aber auch mit alternativer Reifen-Strategie. Starke Mittelfeldler von Williams und Aston Martin lassen dafür gleich zwei Titelaspiranten hinter sich.
Das Ergebnis: Russell war neben Alex Albon und Max Verstappen einer von drei Fahrern, der seine Qualifying-Simulation auf Medium-Reifen fuhr. Pirelli hat auch in Kanada die weichstmöglichen Reifen geliefert - und der neue extraweiche C6 war als Soft schon beim Debüt in Imola im Qualifying-Trimm nicht schneller als der C5-Medium. Ist das auch in Kanada der Fall? Russell fuhr jedenfalls mit nur einem Anlauf eine 1:12,123.
Die Soft-bereifte Konkurrenz brauchte lange, um zumindest aufzuschließen. Erst im dritten Versuch schaffte Lando Norris es auf den zweiten Platz. Kimi Antonelli komplettierte mit P3 ein starkes Mercedes-Bild. Und Alex Albon unterstrich auf P4 mit Medium zum einen den Speed des mittleren Reifens, und zum anderen den Speed von Williams hier in Montreal.
Etwas überraschend fand sich Fernando Alonso auf P5 noch eine Zehntel vor Oscar Piastri ein. Carlos Sainz und Lewis Hamilton folgten dahinter. Dann erst kam Max Verstappen. Auch er hatte den Medium versucht, doch anders als bei Russell und bei Albon klappte das am Red Bull nicht. Wenngleich Yuki Tsunoda auf dem Soft weitere drei Zehntel langsamer war.
Lance Stroll crasht, Leclerc kann gar nicht fahren
Die Zwischenfälle: Nach sechs Minuten war der Tag für Lance Stroll vorbei. Ausgangs Kurve 7 war er um ein paar Zentimeter zu weit, der Kontakt mit der Betonwand ließ seine Aufhängung kollabieren. In der Haarnadel stellte Stroll das Auto auf Teamanweisung hinter der Absperrung ab, so konnte das Training ohne Unterbrechung weiterlaufen.
Alle hatten auch in FP2 bei 19 Grad Luft- und gut 40 Grad Streckentemperatur wieder mit sehr wenig Grip zu kämpfen. Abkürzen in der letzten Kurve nach Rutschern am Heck kam permanent vor, auffällig oft durch die McLaren-Fahrer. Quersteher waren bei allen ein reguläres Feature. Franco Colapinto legte (wie schon in FP1) einmal in der zweiten Kurve einen Dreher hin.
Charles Leclerc war im 2. Training gar nicht mehr dabei. Er hatte seinen Ferrari nach nur 14 Minuten in FP1 zerstört und dabei das Chassis beschädigt. Die Reparatur war für die Pause zu langwierig, erst am Samstag wird er wieder fahrbereit sein. Mehr dazu hier:



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