Vor zwei Wochen erlebte Williams den bereits erwarteten Absturz in Barcelona. Seit Jahren kommt der Bolide aus Grove mit langgezogenen Kurven nicht klar. 2025 war immerhin ein kleiner Aufschwung zu erkennen in Relation zur bisherigen Saison lag die reine Performance aber weit unter dem Durchschnitt. Gegensätzlicher könnten die Vorzeichen für den Kanada GP nicht sein.
Zwischen Barcelona und Montreal stattete Sainz seiner Heimatstadt Madrid einen speziellen Besuch ab. Alle Infos zum Showrun auf der neuen F1-Strecke gibt's im Artikel:
Die 4,361 Kilometer des Circuit Gilles Villeneuve bestehen fast ausschließlich aus Geraden, die von kurzweiligen Schikanen unterbrochen werden. Entsprechend startete Williams mit einem kleinen Feuerwerk in den Trainingstag: Platz zwei für Alexander Albon, Platz drei für Carlos Sainz.
"Wir sind im 1. Training wohl ein anderes Programm als die Konkurrenz gefahren", schränkt Alex Albon ein. Sainz wird genauer: "Wir waren leichter oder sind einen anderen Motormodus gefahren." Tatsächlich ging es am Nachmittag etwas nach hinten. Die Plätze vier und sieben für Albon und Sainz waren aber dennoch ein starkes Ergebnis.
Auffällig vor allem: Während die beiden Williams im 1. Training noch Bestzeiten im Schlusssektor setzten, verloren sie dort im 2. Training übermäßig viel Zeit. Auf den beiden langen Geraden inklusive starker Beschleunigungsphase macht sich die Motorleistung besonders bemerkbar.
Zumindest im Mittelfeld sollte Williams wieder die Führungsrolle übernommen haben. Ob es tatsächlich wieder zum Angriff auf die Top-Teams reicht? In Miami und in Imola konnte man sogar Ferrari herausfordern. Albon sortierte sich in Kanada in beiden Trainings vor Ferrari und Red Bull ein.
Allerdings fuhr F1-Weltmeister Max Verstappen am Nachmittag seine schnelle Zeit auf Medium, Charles Leclerc konnte nach seinem Unfall am Vormittag gar nicht erst teilnehmen und Lewis Hamilton kämpfte sichtlich mit seinem Ferrari. Die Williams-Piloten hingegen kamen auf Anhieb zurecht und schnallten die C6-Reifen auf.
Ob die tatsächlich ein Vorteil waren, darüber ist sich die Formel 1 uneins. "C5 und C6 liegen extrem eng zusammen", meint Carlos Sainz. "Wir müssen uns morgen darauf fokussieren, die richtige Reifenstrategie zu haben." Fernando Alonso könnte ein Williams-Konkurrent werden: Der Spanier sparte sich alle Medium-Reifen. Mit dieser Strategie schlug er das Williams-Duo schon im Imola-Qualifying, als der C6 erstmals zum Einsatz kam.
Nach der bisherigen Saison und aufgrund der Streckencharakteristik dürfte Williams aber nicht auf Aston Martin schielen, sondern auf die Top-Teams. "Wenn sie aufdrehen, werden wir aber wohl Probleme haben, gegen sie zu kämpfen", glaubt Sainz. "Aber wir sind nicht weit weg."
Nicht nur auf eine Runde war Williams bei der Musik, auch im Longrun. "Wir sind noch nicht auf dem Niveau der Top-Teams, aber im Mittelfeld gut", meint Sainz. Im direkten Vergleich mit Lewis Hamilton muss er sich aber nicht verstecken, wie die Datenauswertung von Motorsport-Magazin.com zeigt.
Williams ist beileibe nicht Ferraris einziges Problem. Wilde Gerüchte rund um Teamchef Fred Vasseur und Lewis Hamilton machen der Scuderia zu schaffen, wie euch Christian im Video erklärt:



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