Ein durchwachsener Triple-Header liegt hinter Mercedes. Die Leistungen in Imola, Monaco und Barcelona sind in Kanada allerdings Geschichte. George Russell lieferte die Bestzeit im zweiten Freien Training der Formel 1 auf dem Circuit Gilles-Villeneuve. Teamkollege Kimi Antonelli gelang mit der drittschnellsten Zeit die Krönung des Montreal-Freitags.
"Das ist das erste Mal an der Spitze der Bestenliste. Mensch, beim zehnten Rennen", freute sich Russell, gab jedoch auch zu: "Wir hatten schon höhere Erwartungen wegen der kühleren Temperaturen. Die Strecke ist ziemlich grün, die Reifen bleiben recht kalt." Dass diese Bedingungen dem Mercedes entgegenkommen, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr.
Deutlich schwächer wird die Performance allerdings bei hohen Temperaturen. "Wenn es heiß wird, haben wir Probleme. Wenn die Reifentemperatur niedrig bleibt, sind wir konkurrenzfähig." Am Freitag spielten die Streckentemperaturen Mercedes in die Karten. 40 Grad Celsius - Wohlfühlbedingungen für den Mercedes W16, zur Bestzeit im zweiten Freien Training gereicht haben. Allerdings betrug der Vorsprung auf Lando Norris nur 0,028 Sekunden.
Mercedes-Junior Kimi Antonelli machte mit dem dritten Platz im zweiten Freien Training auf sich aufmerksam. Der 18-Jährige ist das erste Mal in Kanada unterwegs: "Ich fühle mich wohl mit dem Auto, das gibt Selbstvertrauen. Hoffentlich können wir das Momentum behalten."
Kanada-Training: Russell-Offenbarung wirft Fragen auf

Das erste Training beendete George Russell noch auf P4, danach folgte die Steigerung. "Meine Runde war heute ziemlich stark", bilanzierte der Brite. Allerdings folgte dann eine ungewöhnliche Aussage: "Ich hatte nichts mehr im Tank. Wir haben alles auf den Tisch gelegt, volle Kanne. Motorleistung und auch der Rest." Den Vergleich der Russell-Bestzeit mit der Zweitschnellsten von Lando Norris veranschaulicht folgende Grafik:
Eindeutig sticht der Zeitgewinn von Russell in den Vollgas-Abschnitten mit den schnellen Schikanen zwischen den Kurven 3 und 8 heraus, was für mehr Motorleistung im Vergleich zu McLaren sprechen könnte. Zumeist tasten sich die Teams am Freitag an das Maximum heran und fahren erst im Qualifying mit voller Motorleistung.
Neben den Russell-Aussagen wirft auch die Reifenwahl Fragen auf. Die FP2-Bestzeit ist der Mercedes-Leader auf Medium-Reifen gefahren, Antonelli hingegen seine schnellste Runde auf Soft. In Imola überraschte Aston Martin die Konkurrenz mit dem Medium im Qualifying und überragte mit Fernando Alonso auf Startplatz 5. Wie in der Emilia-Romagna ist die Königsklasse auch in Kanada mit den drei weichsten Reifenmischungen unterwegs. Entsprechend hält Russell vergangene Szenarien erneut für möglich: "Es wird interessant. Es gibt wieder einige Teams, die über den Medium [im Qualifying; d. Red.] nachdenken."
Vor dem Kanada-Wochenende sorgte Lewis Hamilton für Schlagzeilen. Der Rekord-Champion sah sich zu einem klaren Statement zu seiner Ferrari-Zukunft gezwungen. Dazu mehr hier im Video:



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