Kein Ende der Bahrain-Flaute: Red Bull offenbart abermals im Qualifying seine Schwächen, Max Verstappen wird nur Siebter. Für den Niederländer ist es das schlechteste Qualifying-Ergebnis dieser Saison. In Japan gelang seinem Team noch der Setup-Glücksgriff, der ihn auf die Pole Position brachte. Eine Woche später heißt das ernüchternde Ergebnis Startreihe vier.
„Wir haben viel mit dem Setup versucht und nichts hat funktioniert“, zeigt sich Verstappen ratlos. „In Japan war es [Setup; d. Red.] auch nicht gut. Nur hier wirst du noch einmal mehr bestraft.“ Der aggressive Asphalt wurde mit dem geringen Grip-Niveau und dem unberechenbaren Wind für Red Bull zur unlösbaren Aufgabe. Noch erschwerend kamen Bremsprobleme beim Weltmeister hinzu.
„Meine Bremsen sind einfach schrecklich. Ich kann überhaupt nicht bremsen. So schlecht“, wetterte Verstappen am Teamfunk. Und tatsächlich scheint der 27-Jährige mehr als nur ein schlechtes Bremsgefühl gehabt zu haben. „Sie sehen es auf den Daten, dass das Auto nicht verzögert - also in dem Ausmaß wie es sollte“, bestätigte Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko. „Wir wissen nicht, wo das plötzlich wieder hergekommen ist.“
Die Probleme seien laut Marko in der Intensität erst im dritten, dem entscheidenden, Qualifying-Segment aufgetreten. Nicht ideale Reifentemperaturen schließe er aus. „Das hat alles gepasst. Immer neue Phänomene.“
F1-Siegchancen für Max Verstappen: Fehlanzeige

Auch mit einem reibungslosen Qualifying hätte Verstappen wohl Mühe, im Rennen um den Sieg mitzukämpfen: „Ich hoffe, dass ich mit den Mercedes und Ferraris mithalten kann. Ich denke, dass die McLarens davonziehen.“ Die Papayas zeigten sich in den Trainings in hervorragender Verfassung. Im Qualifying brachte allerdings nur Oscar Piastri eine saubere Runde zusammen und sicherte sich damit die Pole Position.
Red Bull war im bisherigen WM-Kampf ganz das Gegenteil zu McLaren: „Wir waren bei allen Bedingungen schwach. In der Hitze war es nochmal schlimmer“, so Verstappen. Im Qualifying war er satte 0,582 Sekunden langsamer als Piastris Pole-Zeit. Auf den Geraden kann der Red Bull Zeit auf den McLaren gutmachen, doch in den kurvigen Passagen ist der RB21 chancenlos, wie folgende Grafik veranschaulicht:
Anders als noch in Japan könnte der Weltmeister im Rennen nun auf Unterstützung seines neuen Teamkollegen Yuki Tsunoda hoffen, der ebenfalls Q3 erreichte und als Zehnter nicht von viel weiter hinten starten wird. „Wenn wir zu langsam sind, ist es egal“, erteilt Verstappen dem Angriff nach vorne mit Tsunoda eine Absage. Dennoch ist Tsunodas zehnter Platz eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu P15 bei seinem Red-Bull-Debüt in Japan. „Ich nehme mit, dass ich es in Q3 geschafft habe“, so der Japaner. Auch Dr. Marko sieht das Resultat positiv: „Das ist sehr beruhigend.“
Spielt das Wetter Red Bull in die Karten?

Red-Bull-Berater Marko war von der Qualifying-Performance der McLaren-Piloten Oscar Piastri und Lando Norris ein wenig überrascht, die nach den Trainings-Ergebnissen als haushoher Favorit anzusehen waren. „Ich habe gedacht, die sind beide eine Sekunde vorne.“ Letztlich schaffte es nur Piastri in Startreihe eins, mit nur 0,168 Sekunden Vorsprung auf George Russell im Mercedes, der nachträglich jedoch um eine Position zurückversetzt wird und damit in der ersten Startreihe Platz für Charles Leclerc macht.
Der tief enttäuschte Norris muss sich mit einer sechsten Startposition zufriedengeben. Obwohl Red Bull mit Verstappen in dieser Saison noch nicht von so weit hinten ins Rennen gehen musste, kann Dr. Marko dieser Ausgangslage dennoch Positives abgewinnen: „Einen Platz hinter Norris - das ist wieder einmal nicht so schlecht.“
Hohe Temperaturen liegen dem RB21, Verstappens Dienstfahrzeug, zwar nicht. Allerdings kann der vierfache Champion zumindest davon profitieren, dass das Rennen nicht bei sengender Hitze, sondern erst nach Sonnenuntergang starten wird. Hinzu kommen die Gegebenheiten wie der raue Asphalt des Bahrain International Circuit, in die Dr. Marko Hoffnung setzt: „Wind und Strecke eröffnen viele Möglichkeiten.“
Das Formel-1-Feld fragt sich: Weshalb ist McLaren so stark? Red Bull wirft seinem Konkurrenten ein illegales Auto vor. Mehr dazu erfahrt ihr von Christian im Video:



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