Von Q1 weg war das Qualifying in Bahrain für Max Verstappen mehr ein Kampf gegen sein eigenes Auto. Mit Bremsproblemen gesattelt versemmelte er seine erste Q1-Runde, blieb erst ohne Zeit und musste daher die letzte Runde hinbekommen, um überhaupt in Q2 aufzusteigen. Die zweite Runde schien auch zu sitzen - aber schon während er fuhr, überraschte die Rennleitung mit einer Track-Limits-Mitteilung.
Das sorgte bei einigen TV-Kommentatoren sofort für Verwirrung: Hatte die Rennleitung soeben mitgeteilt, dass Verstappen auf dieser Runde die Track Limits überfahren hatte? War die Runde ungültig? Die Verwirrung hielt an, als die Verstappen-Zeit danach ohne weitere Meldung einfach stehenblieb und es mit Q2 weiterging. Verstappen kam auch dort weiter, wurde am Ende Siebter. Was also war hier passiert?
Zusatz-Regel für letzte Kurve in Bahrain löst Verstappen-Verwirrung aus
Der Erklärung vorangestellt sei erst einmal: Die FIA-Rennleitung hat an keinem Punkt einen Fehler begangen. Verstappens letzte Q1-Runde war gültig, sein Aufsteigen in Q2 rechtens. Die Meldungen der Rennleitungen gehen auf eine hier in Bahrain für die letzte Kurve geltende Track-Limit-Sonderregel zurück - die wegen Verstappens sofortigem Boxenstopp nach seinem abgebrochenen ersten Q1-Versuch eine seltsame Auswirkung hat.
So gilt in Bahrain: Weil man sich in der letzten Kurve durch Rausfahren nicht nur für die aktuelle, sondern auch für die nächste Runde einen Vorteil verschaffen kann, wird für jeden Verstoß sowohl die aktuelle als auch die nächste Runde gestrichen. Verstappen überfuhr jetzt auf seinem ersten Q1-Versuch in der letzten Kurve bei seinem Verbremser auch die weiße Linie. So weit, so gut.
Jetzt aber bog Verstappen sofort ab in die Box und beendete die Runde gar nicht mehr auf der Strecke, weil er bereits wusste, dass sie nach dem Fehler zu nichts zu gebrauchen war. Infolgedessen konnte ihm nur die Runde mit dem Vergehen - offiziell eine Inlap - sofort gestrichen werden. Dann stand Verstappen zehn Minuten lang an der Box. Die ebenso zu streichende zweite Runde kam also lange nicht.
Als Verstappen gegen Ende von Q1 dann wieder auf die Strecke kam, griff das automatisierte System der Rennleitung ein - und strich gemäß Protokoll nun die Outlap von Verstappen, da diese einschließlich Boxenstandzeit 10:27,997 Minuten lange "Runde" die erste war, die Verstappen seit dem Verstoß komplettiert hatte. Natürlich ist die Streichung sinnlos, aber sie richtet auch keinen Schaden an.
Tatsächlich wurde der ganze Ablauf auch auf dem für alle einsehbaren Mitteilungs-Monitor korrekt angezeigt. Bei der ersten gestrichenen Runde steht stets "TRACK LIMITS TURN 15", bei der zweiten "TRACK LIMITS TURN 15 (NEXT LAP)". So auch im Verstappen-Fall. Da die zweite Nachricht aber fast genau 10 Minuten nach der ersten kam und dazwischen noch andere Mitteilungen eingelaufen waren, löste das die Verwirrung aus.



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