In Japan werden dieses Wochenende alle Blicke auf Red Bull Racing gerichtet sein - nicht nur wegen der in Honda-Farben gehaltener Lackierung des RB21. Wie werden sich Yuki Tsunoda und Liam Lawson nach ihrem Cockpit-Tausch schlagen? Und noch wichtiger: Kann Red Bull die restliche Saison auf zwei Fahrer bauen, die das Auto weiterentwickeln und Punkte für die Konstrukteurswertung einfahren?
"Im Moment trägt Max buchstäblich alles alleine", erklärte Mark Webber die aktuelle Problematik bei seinem früheren Arbeitgeber. Laut dem Australier lassen sich Vergleiche mit Marc Marquez und Honda in der MotoGP ziehen. In elf gemeinsamen MotoGP-Jahren haben sie sechs Fahrerweltmeistertitel gewonnen. Fünf Mal holte die Kombi Honda/Marquez die Triple Crown, also die WM-Titel in der Fahrer-, Team- und Konstrukteurswertung. Doch zum Schluss war die Beziehung schwierig geworden, Marquez kritisierte unter anderem sein Material. Ende 2023 folgte der Wechsel zu Ducati.
"Marc Marquez hat sich über Jahre hinweg einen Weg erarbeitet, dieses Motorrad zu fahren. Als er Honda verließ, konnte niemand das Motorrad fahren", so Webber, der von 2007 bis 2013 zur Red-Bull-Familie gehörte. Auch Verstappen ist derzeit alles andere als happy mit dem RB21, doch wie schon im Vorjahr weiß er, wie er das Maximum aus dem Auto herausholt. Entsprechend müsse bei Red Bull ein Umdenken in punkto Ein-Fahrer-Strategie stattfinden. "Das Team muss dieses Auto auch für mehr als nur eine Person auf der Welt nutzbar machen. Zwischen Lawson und Verstappen lagen zwei, drei Zehntel pro Sektor - das ist inakzeptabel. Und wer weiß, wie lange Max bei Red Bull bleibt, vielleicht noch drei oder vier Jahre."
Für Red Bull steht viel auf dem Spiel
Bereits in der Saison 2024 fiel Red Bull hinter McLaren und Ferrari auf Rang drei der Konstrukteurswertung zurück. Für den Rennstall aus Milton Keynes bedeutete das nicht nur eine sportliche Schmach, sondern auch eine finanzielle. "Wir wollen unbedingt verhindern, dass wir auf Platz drei fallen, weil es da auch um etwa sieben Millionen Dollar Unterschied geht. Das spürst du im Budget ganz klar", stellte Dr. Helmut Marko 2024 noch vor dem Mexiko Grand Prix klar.
Am Ende gelang es Red Bull nicht Platz zwei zu holen und für Sergio Pérez kam aufgrund seiner schwachen Resultate im Vergleich zu Verstappen das Aus. Rückblickend gesehen hat der Mexikaner laut Webber gar keine schlechte Performance gezeigt. "Blickt man auf einige Rennen aus dem Vorjahr zurück, dann sieht Pérez jetzt wie ein Magier aus", meinte Webber im Podcast Formula For Success.
Für den Australier ist ein Fahrertausch wie im Vorjahr bei Pérez und dieses Jahr bei Lawson nicht das Mittel zum Erfolg, vielmehr müsse Red Bull ein Auto hinstellen, mit dem beide Piloten des Teams zurechtkommen. "Max ist der Einzige, der mit diesem Auto Rundenzeiten fahren kann. Und wenn Yuki in diesem anderen Auto nicht auf Touren kommt, was passiert dann? Was passiert, wenn es immer noch [so] ist und alle in den Seilen hängen?", so Webber. Ob Red Bull im Vergleich zum Vorjahr zugelegt oder verloren hat, erfährst du in unserem Entwicklungs-Ranking.
War die Entscheidung Liam Lawson zu degradieren richtig? Ist Red Bull im Formel 1 WM-Kampf mit Yuki Tsunoda besser aufgestellt? Die Antworten erfährst du in unserem Video:



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