Tunlichst bemüht sich McLaren vor dem nächsten Rennen der Formel 1 in Baku, die Monza-Teamorder endlich zu den Akten zu legen. Nachdem am Donnerstag schon beide Fahrer sie verteidigt hatten, tritt am Freitag schließlich auch noch Teamchef Andrea Stella auf und hebt hervor: Es gibt nichts, was in Monza außerhalb der Norm gewesen wäre.
"Wie nach jedem Rennen haben wir überprüft, wie wir operieren, alle Entscheidungen, das Fahren, und so weiter", verdeutlicht Stella. "Wir konnten dabei bestätigen, dass die Art und Weise, wie wir operiert haben, so vonstattenging wie beabsichtigt. Wir bleiben zwar offen und aufmerksam bezüglich allem, aber die Situation gab uns die Möglichkeit, unseren Ansatz zu bestätigen."
Lando Norris und Oscar Piastri hatten am Vortag schon die Hintergründe der Entscheidung erläutert. Es war nicht allein der langsame Boxenstopp am Auto von Lando Norris, durch den Norris den zweiten Platz erst an Piastri verloren hatte. Dass Piastri den Platz zurückgeben musste, lag daran, dass er zusätzlich zuerst hatte stoppen dürfen und damit einen Undercut-Vorteil erhalten hatte.
"Wie Ungarn", vergleicht es Stella diesbezüglich mit dem Ungarn-GP des Vorjahres. Dort hatte Norris damals Piastri den ersten Platz zurückgeben müssen, eben weil er dort den Undercut bekommen hatte. "Wir haben entsprechend der Situation in Ungarn gehandelt."
Einziger Unterschied: In Ungarn gab es damals keinen langsamen Stopp. Aber ausschlaggebend ist in McLarens internen Stallorder-Richtlinien in so einem Fall der Undercut-Vorteil. Der löste die Stallorder aus. Daher ist auch nach allen internen Gesprächen in den Augen aller Beteiligten alles klar.
McLaren kontert Anschuldigungen zur Manipulation der F1-WM
"Von der Boxenmauer aus exekutieren wir das, was wir mit unseren Fahrern arrangiert haben und was ultimativ unsere Racing-Prinzipien und unser Ansatz geformt hat", stellt Stella klar. Meinungen von wegen McLaren würde das WM-Duell zunehmend künstlich orchestrieren lassen ihn kalt: "Wir hören zu und bedenken das, aber der externe Lärm zählt für uns nichts. Wir legen intern fest, wie wir Rennen fahren."
Schon Norris war am Vortag nicht bereit gewesen, auf solche Meinungen einzusteigen: "Das ist alles, was die Leute tun wollen. Negativ sein, schlecht über andere reden. Überrascht mich nicht." Norris verdeutlicht seine Einstellung: "Das Team will ein gutes Ding machen. Ob Leute damit übereinstimmen, ist letztendlich nicht unser Problem. Wir wollen, dass es fair und ausgeglichen zwischen uns ist."
Und so wird es bis Abu Dhabi bleiben. Das wiederholt Stella auch in Baku. Egal, wann McLaren die Konstrukteurs-WM gewinnt: "Unser Ansatz beim Fahrer-Titel hat nichts mit der Konstrukteurs-WM zu tun. Es hängt an den Werten von McLaren Racing, und daran, dass wir die Einheit des Teams für die Zukunft garantieren wollen."



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