Am Samstagabend ist bei Mercedes das Austin-Wochenende der Formel 1 durchweg aus den Fugen geraten. Das Auto, welches George Russell am Freitag mit nur 12 Tausendstel Rückstand auf den zweiten Sprint-Startplatz stellte, hat sich am Samstag in ein Monster verwandelt. Russell krönt ein Desaster-Qualifying, in dem Lewis Hamilton schon in Q1 ausfiel, am Ende mit einem Crash.
"Ich habe richtig gepusht auf der letzten Runde und versucht Performance zu finden, die nicht da war", räumt Russell danach ein. Auf seinem einzigen Versuch mit neuen Reifen in Q3 verlor er durch die vorletzte Kurve das Heck und schlug heftig in die TecPro-Absperrung ein. Dabei ging einiges am W15 zu Bruch. Dafür ist der USA-GP das denkbar ungünstigste Rennen.
Mercedes gehen Teile aus: Hamilton bietet Russell sein Update an
Denn Mercedes brachte ein größeres Update-Paket inklusive Frontflügel und Unterboden. Ersatzteile sind Mangelware. Und die Teile an seinem Auto sind "jetzt für die Tonne", urteilt Russell nach dem Crash nüchtern. Dafür braucht er keine Analysen, das war nach dem Einschlag bereits klar ersichtlich. "Ich bin echt enttäuscht von mir."
"Wir werden bei den Updates zurückgehen müssen", weiß Russell schon. Sein Teamkollege, der nur von Platz 18 losfahren wird, gab sich selbstlos: "Lewis hat seine Teile angeboten. Aber wir werden nicht tauschen." Wahrscheinlich wird Russell für das Rennen auf alte Teile zurückrüsten müssen. An Sprint-Wochenenden ist das im Rahmen der Parc-ferme-Regeln möglich, sofern die neuen Teile nachweislich kaputt sind.
Update-Mercedes hat in Austin die üblichen 2024-Probleme
Denn auch mit den neuen Teilen plagen Mercedes altbekannte Probleme. Zwischen Sprint und Qualifying wurde zwar das Setup adaptiert, um auf das schlechte Kurzrennen zu reagieren. Darin sieht Russell aber nicht die Quell allen Übels: "Wir haben keine Antworten. Wir finden uns die ganze Zeit in dieser Lage. Wie das Auto mit Reifen und Wind interagiert, wenn sich da ein bisschen was ändert ... die Story unserer Saison."
"Gestern ging es so einfach von der Hand, heute nicht", verzweifelt Russell. "Die ganze Saison über haben wir ein Auto, mit dem wir um Poles und Siege kämpfen können, wenn es im Sweetspot ist. Gestern haben wir beide um die Pole gekämpft. Heute sind wir beide fast in Q1 rausgeflogen."
Für das Rennen gibt es kaum Grund zum Optimismus. Im Sprint haderte Russell bereits schwer mit starkem Reifenverschleiß auf der Vorderachse. Auf eine ältere Spezifikation zurückbauen zu müssen macht sein Leben nicht einfacher.



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