Vor vier Monaten gewann Max Verstappen beim Sprint in Österreich zum letzten Mal in der Formel 1 - bis zum Samstag in Austin, als er dort ebenfalls den Sprint für sich entschied. Am selben Tag sicherte er sich auch die letzte Pole Position für einen Grand Prix in der Königsklasse. Auch diese Unserie wäre beinahe am gleichen Tag wie seine Sieglos-Serie gerissen. Doch nach der Sprint-Pole am Freitag fehlten Verstappen am Samstag 0,032 Sekunden auf Startplatz 1.
Dabei war der Weltmeister eigentlich der tonangebende Fahrer: Q1 beendete er auf Rang 1, Q2 ebenfalls. Nur in Q3 hielt ihn dann eine unfreiwillige britische Kooperation davon ab, dieses Kunststück zu wiederholen: Lando Norris mit "der besten Runde seiner Karriere" und George Russell, der seinen Mercedes kurz vor Ablauf der Zeit in der Wand versenkte.
Max Verstappen analysiert: Habe die Pole in Kurve 19 verloren
Bei Red Bull ist man sich sicher, dass Verstappen ohne den Unfall von Russell Norris noch vom ersten Startplatz verdrängen hätte können. Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko sagte bei ServusTV: "Bis zur gelben Flagge war Max eine Zehntel vorne und im letzten Sektor war er immer stark. Also, die Pole war möglich."
Auch Verstappen ist überzeugt davon, dass er Norris schlagen hätte können: "Ich war eine ordentliche Menge vorne und auf meiner ersten Runde hatte ich Kurve 19 nicht gut getroffen." Hätte er die vorletzte Kurve hinbekommen, dann wäre Verstappen sowieso auf der Pole gestanden, auch ohne den zweiten Run. Das ergibt sich aus der GPS-Analyse. Diese zeigt, dass er bis zu diesem Punkt die Nase vorne hatte, erst nach Kurve 19 konnte Norris den WM-Führenden virtuell überholen.
Verstappen erklärte seinen Fehler folgendermaßen: "Ich weiß nicht genau, was da passiert ist. Ich lenkte ein, war ein bisschen spät dran und versuchte ein bisschen mehr Geschwindigkeit in die Kurve mitzunehmen. Aber natürlich, weil ich spät dran war, kam ich weit, und ich musste einmal öfter runterschalten."
In seinem zweiten Versuch war der Austin-Sieger der letzten drei Jahre auf Augenhöhe mit seiner persönlichen Bestzeit unterwegs (Verbesserung im 1. Sektor, dafür leicht langsamer in Sektor 2). In Kurve 19 hätte Verstappen es also diesmal hinbekommen können – nur kam ihm dann der Unfall von Russell in die Quere.
"Ich habe da einiges an Rundenzeit verloren. Das hätte schon gereicht für die Pole. Ich wusste also, dass ich auf meiner zweiten Runde dort etwas gratis Rundenzeit finden würde", ist sich Verstappen sicher. "Aber ich kam nicht bis zu der Kurve."
Die Q2-Daten stimmen Verstappen zu. Hätte er Turn 19 so erwischt, wie früher im Qualifying, dann würde er wohl beim Formel-1-Rennen in Austin auf der Pole stehen und nicht Lando Norris. Der Brite war im zweiten Run nicht auf Verbesserung unterwegs. Verstappen nahm die verpasste Pole-Chance aber gelassen zur Kenntnis: "Solche Dinge passieren im Qualifying, man hat nicht immer alles unter Kontrolle."
Pole Position nicht wichtig? Statistik in Austin spricht für Verstappen
Ein Grund für seine Gelassenheit ist, dass ihn die allgemein starke Red-Bull-Performance an diesem Wochenende positiv stimmt. Sowohl im Sprint zählte Verstappen zu den besten, als auch in beiden Qualifying-Sessions, und das nachdem man sich monatelang im Hintertreffen befunden hatte. "dieses Wochenende war für uns bisher sehr viel positiver. Es ist schon einige Zeit her, dass wir um die Pole kämpfen konnten."
Was Verstappen womöglich auch zuversichtlich stimmt, ist die Pole-Statistik auf dem Circuit of the Americas. Seitdem es die Formel 1 in Austin gibt, wurden nur vier Grand Prix' von der Pole gewonnen, dafür aber fünf von Startplatz 2. Verstappen ging bei seinen drei Siegen in Austin auch nur einmal (2021) von Startposition 1 ins Rennen. Die Pole Position ist in Texas also bei weitem nicht so wichtig wie auf so manch anderen Strecke.
P2 ist auf der Startaufstellung in Austin kein Weltuntergang, P18 könnte schon eher einer sein. Dort qualifizierte sich Lewis Hamilton für den USA-GP.



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