Das Formel-1-Rennen in Singapur war eine Machtdemonstration von McLaren und vor allem von Lando Norris, der phasenweise über eine Sekunden pro Runde schneller unterwegs war als Max Verstappen und, nachdem er in der zweiten Rennhälfte etwas langsamer gemacht hatte, immer noch über 20 Sekunden vor dem Niederländer ins Ziel kam.

Doch das könnte nur ein Vorbote auf das gewesen sein, was an diesem Formel-1-Wochenende in Austin ansteht. Dieser Meinung ist jedenfalls Norris selbst, der vor dem USA-GP erzählte, dass er noch zuversichtlicher sei als bei der Galavorstellung in Singapur vor vier Wochen.

Lando Norris erinnert an 2023: In Austin schneller als in Singapur

"Wenn man sich ansieht, wo wir letztes Jahr mit unserem Auto hier standen, relativ gesehen dazu, wie wir in Singapur dastanden, dann war das ein besseres Wochenende für uns", blickte er zurück. "Wir führten die erste Rennhälfte an und ich weiß, dass es ein paar unterschiedliche Szenarien gab, die dazu führten. Aber es war ein gutes Wochenende für uns", erinnert der WM-Zweite sich.

Was Norris dabei außen vor lässt, ist der Umstand, dass sich die Fahreigenschaften des McLaren seit der letzten Saison auch gewandelt haben. Im Vorjahr war der MCL60 vor allem in schnellen Kurven tonangebend, in dieser Saison überzeugt er vor allem in langsamen Ecken. Der Trend der letzten Monate zeigt aber: 2024 ist auf allen Strecken mit dem Boliden von Norris und Oscar Piastri zu rechnen - so wohl auch in Austin.

Der WM-Kampf ist in der Formel 1 inzwischen voll angekommen. 52 Punkte trennen Norris noch von Max Verstappen. Der Brite will sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen, genauso wenig wie von den zahlreichen Upgrades, die vor allem Red Bull an die Strecke bringt: "Ich denke, wir haben es in den letzten fünf oder sechs Wochenenden gesehen. Es kann in meine Richtung ausschlagen, oder auch in jene von Max. Deshalb werde ich weiter den Fokus darauf legen, das fortzusetzen, was ich bisher mache."

"Ich war nicht immer glücklich mit dem finalen Ergebnis und das aus verschiedenen Gründen, aber ich bin glücklich mit dem, was wir als Team tun und wie wir als Team zusammenarbeiten", zog Norris eine vorläufige Bilanz der Aufholjagd der letzten Monate. Um Verstappen bis zum Ende der Formel-1-Saison in der WM aber auch noch überholen zu können, müssen dringend weitere Siege her.

Lando Norris will keine Ausreden suchen: Das ist immer einfach

Norris will aber nicht zu viel auf diesen Fehlern aus der Vergangenheit herumreiten: "Falls ich die WM verliere, kann ich mit Sicherheit herumsuchen und die paar Punkte finden, die es mir gekostet haben. Genauso wie Max dasselbe tun kann, falls ich um einen Punkt oder ähnliches gewinnen würde. Es ist einfach, Entschuldigungen und Erklärungen zu finden. Falls ich nur auf Platz 2 lande, dann liegt es ganz einfach daran, dass Red Bull und Max einen besseren Job erledigt haben."

Durchschnittlich muss Norris an jedem Rennwochenende 8,67 Punkte gutmachen. Umgerechnet also mehr als einen Rennsieg inklusive potenzieller schnellster Runde. Dass dabei noch drei Sprints auf dem Programm stehen, und damit weitere Punkte, kommt ihm gerade recht. Der erste davon steigt an diesem Samstag in Austin.

Macht Lando Norris zu viele Fehler für den F1-Titel?! (06:53 Min.)