Lewis Hamilton gehört die Freitags-Bestzeit bei der Formel 1 in Monza. An einem Tag, an dem es richtig knapp zuging - nur drei Tausendstel trennten Hamilton von seinem ersten Verfolger Lando Norris. Während es auf der anderen Seite der Garage drunter und drüber ging, verblieb Hamilton nur bei einem echten Problem. Zugegeben: Es ist ein seltsames.
Schon sehr früh im 2. Training begann Hamilton am Funk über einen heißen Sitz zu klagen. Irgendein kleiner Fehler kann in dem Bereich beim Vorbereiten des Autos schon einmal vorkommen. Doch als George Russell, der wegen eines Unfalles von Junior-Pilot Andrea Kimi Antonelli das erste Drittel für Reparaturen verpasste, verspätet ins Geschehen eingriff, berichtete er sehr bald vom gleichen Problem.
"Du wurdest wahnsinnig gegrillt in unserem Auto!", beschreibt es Hamilton später. "Ich weiß nicht so recht warum. Vielleicht leckt irgendwo unten bei den Kühlern heiße Luft raus. Es war richtig heiß. Als ob du ohne Shorts in einer Sauna sitzt. Schmerzhaft."
Hamilton-Mercedes vom Start weg in Monza schnell
Dem Schmerz zum Trotz setzte sich Hamilton am Ende in den Qualifying-Simulationen mit 1:20,738 an die Spitze der in Monza sehr eng beieinanderliegenden Spitzengruppe. "Generell fühlte es sich ziemlich gut an", meint Hamilton. "Vom Start weg. In FP1 hatten wir viel Graining, alle hatten mit den Reifen zu kämpfen, auch wir."
Doch bislang folgte Mercedes mit den Setup-Änderungen dem sich mit zunehmendem Gummiabrieb schnell entwickelnden neuen Asphalt in Monza gut. "In dieser Session war das Auto noch besser", lobt Hamilton. "Wir haben aber noch Arbeit vor uns, im Longrun. Momentan ist es schwer, über die Distanz zu kommen."
Die Graining-Problematik hat Mercedes am Freitag beim Italien-GP aber nicht allein. Alle Teams hadern damit. Entscheidend wird sie aber auf jeden Fall. "Die Arbeit heute in der Nacht, im Simulator wird sehr wichtig", mahnt Hamilton. "Wir müssen mit dem Setup aufpassen, damit wir das Auto nicht zu stark umstellen, wie wir es in der Vergangenheit gemacht haben."
Crash & nächster Unterboden-Test: Mercedes fehlen in Monza Daten
Hamilton hat im Kopf, dass er und Mercedes bei der Setup-Arbeit 2024 schon öfters überkorrigiert haben. Die Mahnung ist in Monza auch sicher eine gut begründete: Wegen dem bereits angesprochenen Unfall von Antonelli hat das Team nur sehr wenige Daten gesammelt.
Obendrauf gingen auch die Experimente mit dem in Spa eingeführten Unterboden-Update weiter. Nachdem man in Zandvoort damit enttäuscht hat, will man sich absolut sicher sein, dass es wirklich nicht am Unterboden lag. "Wir waren in FP2 auf den alten Teilen", bestätigt Russell. "Lewis hatte das neue Zeug, das funktionierte wie erwartet." Was zum einen gut für das Update ist, zum anderen aber bedeutet, dass die zwei Trainings von Hamilton die einzigen Datenpunkte für die nächtliche Setup-Arbeit sind.
Gepaart mit dem Unsicherheitsfaktor der neuen Strecke nimmt man bei Mercedes nichts für den Rest des Wochenendes als garantiert hin. "Das Auto scheint gut zu funktionieren, aber zwischen den Top-Teams liegt nicht viel", mahnt auch Chefingenieur Andrew Shovlin. Auch ein kleiner Fehlgriff kann im Kampf um Pole und Sieg dann teuer werden.



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