Am Medien-Donnerstag der Formel 1 sprach Lewis Hamilton noch von einem leichten Vorsprung von Mercedes und träumte vom Hattrick beim Ungarn-GP. Am Freitag fuhren die Silberpfeile in den Trainings jedoch unter dem Radar. Hamilton kann aus den beiden Trainings nur P10 und P7 vorweisen. George Russell schnitt zwar mit P4 und P5 besser ab, drängt sich damit aber nicht im Kampf um die F1-Spitze auf.
"Heute war bisher nicht unser bester Tag in dieser Saison", so Lewis Hamilton. "Die Abstimmung des Autos hat sich nicht gut angefühlt, und wir waren nicht in Bestform. Wir haben zwischen den Sessions ein paar kleine Änderungen vorgenommen, aber nichts Großes."
Am ersten F1-Trainingstag herrschte in Budapest, wie oft zu dieser Jahreszeit, brütende Hitze. Im FP1 erreichte die Streckentemperatur fast 60 Grad. Genau das könnte auch ein Problem für die Mercedes-Piloten darstellen. "Wir scheinen bei diesen sehr heißen Bedingungen nicht ganz so konkurrenzfähig zu sein", verrät George Russell. Warum? Das weiß das Team aus Brackley nicht. "Das müssen wir erst verstehen", so der Brite.
Auch Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin bestätigt, dass es bei Mercedes noch klar Luft nach oben gibt. "Die Balance auf einer Runde ist noch nicht da, wo wir sie brauchen, aber wir haben noch Zeit, um über Nacht und im FP3 daran zu arbeiten", sagt er. "Es gibt viele Bereiche, in denen wir sowohl auf einer einzelnen Runde als auch auf Long Runs etwas mehr Pace finden können."
Mercedes-Konzentration lag auf Long Runs
Ein weiterer Grund, warum die Silberpfeile auf der Zeitentabelle in den Trainings nicht hervorstachen, könnte auch sein, dass sich Mercedes am Freitag eher auf Long-Runs konzentriert hatte und nur kurz auf Push-Runden ging. "Wir haben heute viele Long-Run-Runden zurückgelegt", so Russell. "Das sind nützliche Daten, die uns dabei helfen, unsere Strategie für den Rest des Wochenendes festzulegen und die Basis für die Verbesserungen darstellen, die wir am Auto für vornehmen können."
Zudem hatte das Team Teile am Auto, die es zu überprüfen galt. "Wir haben einige Entwicklungsteile und haben die Trainings genutzt, um zu verstehen, wie sie sich auf die Fahrzeugbalance auswirken", erklärt Shovlin. "Die Strecke war sehr heiß, aber es war ein guter Test, um zu sehen, ob wir unsere Long-Run-Performance verbessert haben."
Kein Sieges-Hattrick? George Russell hofft in Ungarn auf Top-5
Hamilton zieht diesbezüglich ein positives Fazit. "Während unsere Pace auf einer Runde nicht die beste war, war unser Long Run ordentlich", freut sich der Rekord-Weltmeister. Für das restliche Wochenende sieht der Brite dennoch Aufholbedarf: "Wir liegen noch immer einen Schritt hinter der ultimativen Pace der Spitze zurück, aber wir werden unser Bestes geben, um den Abstand am Samstag so weit wie möglich zu verringern. Wir haben einige Ideen, warum das Auto nicht in Bestform war und werden über Nacht hart daran arbeiten."

Besonders Red Bull und McLaren sollen eine Herausforderung für Mercedes beim Ungarn-GP werden. "Die McLarens und Red Bulls sahen heute sehr schnell aus, also wissen wir, dass wir Boden gutmachen müssen", so Russell klar. "Wir sind gespannt, was wir morgen erreichen können. Hoffentlich werden wir in den Top-Fünf mitmischen."
Während Mercedes am Freitag auf der Strecke unauffällig war, ging es abseits der Strecke rund. Der Rennstall war von der weltweiten IT-Störung betroffen. Im FP1 fielen zahlreiche Monitore an der Boxenmauer und in der Garage aus. Alles dazu gibt es hier:



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