Sieg in Miami, eine Runde vom Sieg in Imola entfernt: McLaren war an den letzten beiden Rennwochenenden in der Formel 1 das Team der Stunde. In Monaco muss sich das Team Ferrari und Mercedes geschlagen geben. Zumindest am Trainingsfreitag. Kein Problem für Oscar Piastri: Fahrer in Monte Carlo sowieso wichtiger als Auto!

Lando Norris: Charles Leclerc und Mercedes in Monaco vorne

"Wir haben da draußen gut ausgesehen, aber nicht vom Speed her", ist bei Lando Norris nach dem Trainingsfreitag eine Spur Galgenhumor nötig. Der MCL38 im Senna-Look hat für das Qualifying noch Verbesserungspotenzial. Vor allem in Sainte-Devote und in der Schwimmbad-Schikane. "Es war nicht schlecht, aber hier ist es immer schwierig."

Im 2. Freien Training landete Norris auf P5, fast sieben Zehntel hinter der Trainings-Bestzeit von Charles Leclerc. "Uns fehlt ein bisschen auf Charles. Und auf Mercedes auch, die sehen hier auch schnell aus", so der McLaren-Pilot. "Wir müssen noch etwas finden. Es wird ein schwieriger Tag morgen, aber wir sind im Kampf dabei. Das ist die Hauptsache."

"Alle sind enger beisammen, einfach dadurch, dass es eine kurze und so ungewöhnliche Strecke ist", erklärt der Brite. Schlüssel zum Erfolg im Qualifying: Guter Grip in den langsamen Kurven, eine gute Balance, und ein gutes Fahrverhalten des McLaren über die Bodenwellen. "Aber nicht zu weich, sonst verlierst du Gesamtperformance!"

McLaren-Fahrer Lando Norris in der Boxengasse
McLaren mit Senna-Speziallackierung in Monaco, Foto: LAT Images

Oscar Piastri: In Monaco Fahrer wichtiger als Formel-1-Auto

Oscar Piastri landetet in FP2 gar nur auf P12. Der Grund war schnell gefunden: Im Gegensatz zum Teamkollegen fuhr der Australier keine einzige Runde auf dem Soft-Reifen. Den hatte er schon in FP1 verbraucht. "Zu diesem Zeitpunkt gab es eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Regen im FP2, deswegen wollten wir früh einen Run auf dem Soft-Reifen absolvieren", erklärt er.

Diese Runde war (im wenig repräsentativen) 1. Freien Training zumindest gut für P2, knapp hinter dem überraschend guten Lewis Hamilton. Trotz der alternativen Reifen-Taktik ist Piastri zufrieden. Ordentlicher Tag, im Qualifying alles offen. "Ehrlich gesagt könnten wir Erster sein, wir könnten aber auch Zehnter sein. Selbst Aston sah heute ziemlich ordentlich aus. Alonso sah gut aus", schätzt der 23-Jährige.

"Der Fahrer wird bei so vielen schnellen Autos den Unterschied machen. Wer die Runde perfekt hinbekommt, wird auf Pole stehen", führt Oscar Piastri aus. Abgesehen von der Speziallackierung können die Piloten im Fürstentum auf keine großen Updates zählen - erst in Miami baute McLaren fast ihr komplettes Auto um. In Monaco bleibt es bei einem neuen Heckflügel und Beam Wing.

Technik-Details: McLaren
Das Monaco-Paket von McLaren, Foto: Motorsport-Magazin.com

Ungewohnte Probleme gab es am Trainingsfreitag bei den Weltmeistern. Charles Leclerc nahm Max Verstappen die Favoritenrolle ab, beim Team aus Milton Keynes herrscht stattdessen Alarmstufe Rot. Hier nachzulesen!