Lewis Hamiltons spektakulärer Wechsel zu Ferrari war das Motorsport-Thema der vergangenen Tage. Ende 2024 wird er sich ein letztes Mal das Rennoverall von Mercedes überstreifen, um ab 2025 in Ferrari-Rot an den Start zu gehen. Ein Wechsel, der aus dem Nichts kam und auch deshalb zahlreiche kontroverse Meinungen mit sich brachte.

Doch seine Entscheidung steht. Lewis Hamilton probiert im Spätsommer seiner Formel-1-Karriere etwas völlig Neues. Auch für ihn war es keine leichte Entscheidung. In den sozialen Medien hat er sich nun mit einer Botschaft zu Wort gemeldet.

Ferrari ein „weiterer Kindheitstraum“

"Es waren verrückte Tage, die ich mit einer Bandbreite an Emotionen erlebt habe", beginnt das mehrere Absätze lange Statement des siebenfachen Weltmeisters. "Doch wie ihr alle wisst, ist nach 11 unglaublichen Jahren bei Mercedes die Zeit für ein neues Kapitel gekommen." Dieses Kapitel heißt Scuderia Ferrari.

'Verrückte Tage' treffen es gut. Schließlich lassen sich diese Worte auch auf den übrigen Teil der Formel-1-Gemeinschaft replizieren. Bis zum erstmaligen Auftauchen der Gerüchte hatte kaum jemand mit einem Wechsel gerechnet. Auch Toto Wolff war über seine Entscheidung etwas überrascht, auch wenn er jüngst betonte, volles Verständnis für seinen noch-Schützling zu haben.

Hamilton verlässt Mercedes für Ferrari! Genial oder fatal?: (31:17 Min.)

Die Gründe seines Wechsels sind nämlich keine ausgefallenen. "Ich habe unglaubliches Glück, nach so vielen Dingen, die ich bei Mercedes erreicht habe und mir als Kind nicht erträumt hätte, nun die Möglichkeit zu bekommen, einen weiteren Kindheitstraum zu erfüllen - für Ferrari in Rot zu fahren."

Lewis Hamilton und Ferrari – „Der richtige Zeitpunkt“

Schließlich durfte Lewis Hamilton bei Mercedes den WM-Pokal bereits sechsmal in die Höhe stemmen. Kaum ein Rennen wurde nicht gewonnen, kaum eine Herausforderung blieb unbezwungen. Woran aber viele Piloten seit Michael Schumacher und Kimi Räikkönen gescheitert waren, war Ferrari eine Weltmeisterschat zu bescheren. Felipe Massa, Fernando Alonso, Sebastian Vettel und (bisher auch) Charles Leclerc – die Liste ist lang.

Für Lewis Hamilton mit aktuell 39 Jahren im Gepäck nun die Möglichkeit, es selbst nochmal zu probieren. "Es ist die richtige Zeit, etwas zu verändern und eine neue Herausforderung anzunehmen", so Hamilton, der die Situation mit seinem damaligen Wechsel zu Mercedes vergleicht. "Ich erinnere mich noch an diesen Schritt ins Ungewisse, als ich 2013 zu Mercedes gestoßen bin. Ich weiß, dass es einige damals nicht verstanden haben, es war aber das Richtige und das Gefühl habe ich jetzt wieder auch.

Auf ein letztes gemeinsames Jahr

Bei Ferrari wird Lewis Hamilton mit Teamchef Fred Vasseur auf einen alten Weggefährten treffen. In der GP2 fuhr er 2006 für den Rennstall ART Grand Prix. Ein Team, das Fred Vassuer zusammen mit Jean Todts Sohn, Nicholas Todt, gründete.

Fred Vasseur und Lewis Hamilton kennen sich bereits seit vielen Jahren, Foto: LAT Images
Fred Vasseur und Lewis Hamilton kennen sich bereits seit vielen Jahren, Foto: LAT Images

Gleichzeitig lässt Hamilton bei Mercedes aber einen bedeutenden Weggefährten zurück. "Ich danke jedem, mit ich über die Jahre zusammengearbeitet habe, für die harte Arbeit und Hingabe. Vor allem aber Toto – für seine Freundschaft, Führung und Leitung."

Noch ist seine Zeit bei den Silberpfeilen noch nicht vorbei. Für sein letztes Jahr 2024 verspricht der siebenfache Weltmeister vollen Fokus auf Mercedes. Er möchte sich auf die richtige Art und Weise verabschieden. "Ich bin zu 100 % bei der Aufgabe, die ich hier erledigen muss und möchte diese Zusammenarbeit auf einem Hoch beenden."