Mit einem seltenen Fahrfehler auf der letzten Q3-Runde war es doch kein sauberer Start ins Katar-Wochenende für Max Verstappen. Bei schwierigen Bedingungen patzte er und konnte den letzten Schuss nicht über die Linie bringen. Was aber dank eines gigantischen Puffers auf den Rest der Formel 1 keine Rolle spielte. (Formel 1 live aus Katar: News von heute im Ticker)

Verstappens erster Q3-Schuss reichte zur Pole und war noch immer 0,441 Sekunden schneller als alles, was die versammelte Konkurrenz im Qualifying für den Grand Prix am Sonntag zusammenbrachte. Etwas mehr Zeit war noch drin, schätzt Verstappen, aber in Kurve vier streute er im zweiten Anlauf einen Quersteher ein und brach gleich ab.

"Ich habe versucht etwas mehr Speed mit in die Kurve zu nehmen und es hat einfach nachgegeben", erklärt Verstappen. Das Risiko war es ihm wert, denn die erste Runde war eigentlich schon gut. "Also versuchte ich noch etwas zu pushen und wirklich alles rauszuholen."

Verstappen kann dank Riesen-Vorsprung im Qualifying riskieren

Nur Lando Norris kam ihm im zweiten Versuch halbwegs nahe, war aber auch nie eine richtige Gefahr. Der letzte Sektor des Red-Bull-Piloten war zu gut gewesen. Immerhin, bis auf drei Zehntel hätte der McLaren herankommen können - wäre ihm nicht die letzte Runde wegen eines Track-Limit-Verstoßes gestrichen worden.

Verstappen war also nicht der Einzige, der in Katar Fehler beging. Brandneuer Asphalt sorgte dafür, dass sich der Grip im Verlauf des Qualifyings mit Riesenschritten veränderte. "Die Streckenoberfläche erlaubt es momentan nicht", erklärt Verstappen. "Sobald du ein bisschen zu viel Stress machst, rutscht das Auto weg und du kannst nicht korrigieren."

Das waren Verstappens einzige Probleme im Qualifying. Trotz nur eines Trainings aufgrund des Sprint-Formats hatte Red Bull es geschafft, den RB19 in Katar gut auszutarieren. "Ich glaube, das war entscheidend, weil das Fenster hier bei Setup und Reifentemperatur relativ eng ist", meint Motorsportchef Dr. Helmut Marko zu Motorsport-Magazin.com.

Im einzigen Training tat man sich noch schwer damit, im Mittelsektor die Vorderreifen im Temperaturfenster zu halten. "Ich glaube in Kurve 10 haben wir relativ verloren, zweieinhalb Zehntel oder so", rechnet Marko vor. Die letzten Anpassungen bis zum Qualifying saßen, auch tiefer legen konnte man das Auto.

Verstappen stellt in Katar alle Weichen auf WM im Sprint

So blieb Verstappen unantastbar. Ein Puffer von mehreren Zehnteln konnte selbst eine besser werdende Strecke für die Konkurrenz nicht ausgleichen. Von Pole aus sieht es jetzt nach einem einfachen Sieg aus. Für die an diesem Wochenende bereits mögliche Titel-Entscheidung dürfte diese Pole außerdem keine Rolle mehr spielen.

Polesetter Max Verstappen in der Pressekonferenz
Verstappens Vorsprung auf die Formel 1 ist gigantisch, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

Denn Verstappen muss im Sprint nur drei Punkte holen, um Teamkollege Sergio Perez auch mathematisch aus dem Titelkampf zu werfen. Nach Freitag sieht es aus, als ob Shootout und Sprint am Samstag kein Problem sein dürften: Während Verstappen bestens mit dem RB19 zurechtkam, haderte Perez mit dem Setup und blieb in Q2 hängen.

Größtes Problem ist damit wohl die WM-Party. Zum einen ist Alkoholkonsum in Katar in der Öffentlichkeit verboten. Zum anderen gibt es am Sonntag noch einen Grand Prix zu fahren. "Aber mit Jos [Verstappen] und dergleichen werden wir schon eine Feier machen", meint Marko mit Schmunzeln. "Bei uns im Hotel gibt's Alkohol, jede Menge."