Mercedes haderte in den ersten Rennen der Formel-1-Saison 2022 mit seinen Boliden. Übergewicht und schweres Porpoising sorgten dafür, das Mercedes das Duell um die Spitze der Königsklasse an Red Bull und Ferrari abgeben musste. Mit drei neuen Komponenten will das Team beim Formel-1-Rennen in Miami nun zu alter Stärke zurückfinden. Das Fazit nach dem ersten Freien Training auf dem Miami International Autodrome fiel bereits positiv aus.

"Wir haben einige neue Teile am Auto. Neue Heck- und Frontflügel. Wir versuchen immer das Gewicht des Autos zu reduzieren. Zurzeit hat der Bolide jedoch noch Übergewicht. Die Upgrades scheinen aber gut zu funktionieren", zeigt sich Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin im Interview mit SkySports zufrieden.

Frontflügel-Upgrade mit abgesägter Endplatte -
Frontflügel-Upgrade mit abgesägter Endplatte -Foto: Motorsport-Magazin.com

Neu sind bei Mercedes Frontflügel und Heckflügel samt Beam-Wing. Letzterer sollen vor allem den Luftwiderstand reduzieren, deshalb ist schlicht die Hauptplatte kleiner geworden, genauso der Beam-Flap darunter. Für das Miami-Debüt der Formel 1 hat der kleinere Heckflügel auch eine bunte Lackierung bekommen. Am Frontflügel wurde die vertikale Endplatte abgesäbelt. "Das sorgt für mehr Downforce aber gleichen Luftwiderstand", erklärt Shovlin.

Die neuen Teile für den W13 sollen zudem leichter als ihre Vorgänger sein, so konnte Mercedes Gewicht am Auto reduzieren. "Die Upgrades werden sicherlich sehr hilfreich sein", so der Mercedes-Chefingenieur zuversichtlich.

Der neue Mercedes-Heckflügel mit bunter Lackierung -
Der neue Mercedes-Heckflügel mit bunter Lackierung -Foto: Motorsport-Magazin.com

Formel 1: Hat Mercedes das Bouncing-Problem gelöst?

Das Bouncing-Problem hatte Mercedes in den letzten Wochen stark im Griff. Nach dem Formel-1-Rennen in Imola klagte George Russell gar über Kopf- und Brustschmerzen ausgelöst durch das wilde Hüpfen seines W13. Aufnahmen aus der ersten Trainings-Session in Miami zeigen eine erste Verbesserung.

Der Mercedes-Chefingenieur Shovlin gibt zu: "Ja, das Porpoising ist weniger geworden." Trotzdem habe das Team das Problem noch nicht vollkommen verstanden. Gerade, weil es von Strecke zu Strecke große Variationen im Ausmaß des Bouncing gab.

Obwohl die Upgrades gut funktionieren, bleibt Shovlin zurückhaltend: "Wir werden uns nicht begeistern lassen von der bisherigen Performance hier in Miami. Wir wussten, dass Verbesserungen anstehen und haben noch viel Arbeit vor uns."

In Imola stellte es eine große Herausforderung dar die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Bei der Hitze im Sunshine State Florida könnte jedoch das Überhitzen ein Problem werden. Wo das Team im Vergleich zu seinen Mitstreitern steht, lässt sich nach FP1 noch nicht sagen. Russell beendete die Trainings-Session auf P2. Teamkollege Hamilton landete auf P8.

Spekulationen darüber, was für Mercedes in Miami möglich ist, lässt sich auch Shovlin nicht entlocken. Ins Q3 des Qualifyings am Samstag zu kommen sei jedoch die "Mindesterwartung". Mercedes-Pilot Lewis Hamilton zeigt sich jedenfalls motiviert: "Wir werden alles geben. Es gab viel Arbeit im Hintergrund und ich bin sehr dankbar für die Leistung des Teams", so der Brite.