Charles Leclerc und Ferrari eröffnen auch in Miami das Formel-1-Wochenende stark. Mit einer 1:31.098 auf dem brandneuen Miami International Autodrome setzte Leclerc im ersten Freien Training die erste vorsichtige Bestmarke - aber vor einem 2022 ungewöhnlichem ersten Verfolger. George Russell reihte sich nur 0,071 Sekunden dahinter auf Platz zwei ein und schlug Max Verstappen in einem von Fehlern durchzogenen FP1, das durch einen Unfall von Valtteri Bottas auch einmal unterbrochen worden war. Weitere Infos zur Formel 1 in Miami heute gibt es im Live-Ticker.

Die Platzierungen: Die Spitze lag nach einer späten Zeitenjagd auf Soft-Reifen relativ eng beieinander. Leclerc, Russell, Verstappen und Sergio Perez belegten die ersten vier Plätze und waren nur durch 0,203 Sekunden gebremst. Pierre Gasly komplettierte mit vier Zehnteln Rückstand die Top-fünf, Carlos Sainz lag nur auf Platz sechs. Er konnte allerdings nach einem Highspeed-Dreher keine schnelle Runde auf dem weichen Reifen fahren, seine Zeit stammte vom Medium.

Ein starker Alex Albon fuhr mit seinem Williams nur 0,756 Sekunden hinter der Spitze auf die siebte Position, noch vor Lewis Hamilton, der sich durchwegs etwas schwerer tat als Teamkollege Russell, aber auch auf seiner schnellsten Runde in Verkehr geriet. Kevin Magnussen im Haas und Daniel Ricciardo im McLaren komplettierten die Top-10. Sebastian Vettel holte sich am Ende den 14. Platz, während Mick Schumacher nur den vorletzten Platz vor Nicholas Latifi schaffte.

Die Zwischenfälle: Valtteri Bottas sorgte knapp nach der Halbzeit des Trainings für eine rote Flagge, als er eingangs der langen engen Kurve sieben das Heck verlor und rückwärts in die Absperrung einschlug. Nicht hilfreich, nachdem Alfa das Formel-1-Wochenende von Miami bereits mit knappen Ersatzteilen begonnen hatte.

Valtteri Bottas nach dem Crash auf dem Weg zurück zur Box -
Valtteri Bottas nach dem Crash auf dem Weg zurück zur Box -Foto: LAT Images

Das brandneue Miami International Autodrome provozierte auch sonst mit nur wenig Grip zu Beginn gleich eine kleine Fehlerserie, während die Fahrer sich vorsichtig an das Limit heranarbeiteten. Yuki Tsunoda sorgte für den ersten Dreher, die meisten Fehler passierten aber in der engen Schikanen-Kombination vor der langen Geraden. Verstappen küsste am Ausgang sogar mit der rechten Fahrzeugseite die Mauer, kam aber ohne Schäden davon. Tsunoda tat es ihm später gleich.

Auch WM-Leader Leclerc erlaubte sich früh einen kleinen Fehltritt, drehte sich in Kurve eins. Carlos Sainz legte 12 Minuten vor Schluss dann einen deutlich dramatischeren Highspeed-Dreher nach, bei dem er sich seine Reifen kaputtbremste, aber immerhin knapp an der Mauer vorbeischlitterte.

Verstappen musste noch vor Halbzeit sein erstes Outing dann frühzeitig abbrechen. Der Red Bull entwickelte eine Tendenz, heiß zu laufen. Ein Problem mit dem Kühler war es, es mussten mehrere Teile gewechselt werden. Erst 14 Minuten vor Schluss konnte er wieder rausfahren, verlor aber dank der roten Flagge nicht zu viel Fahrtzeit.

Die Stewards hatten weiters einige kleine Zwischenfälle zu bearbeiten. Erst fuhr Esteban Ocon beim Verlassen der Garage fast George Russell ins Auto, dann räumte Mick Schumacher auf der langen Geraden fast Daniel Ricciardo ab, als der plötzlich vom Gas ging. Untersuchungen nach der Session folgten. Schließlich wurde Sebastian Vettel für das Überfahren der weißen Trennlinie an der Boxeneinfahrt verwarnt.

Die Technik: Mercedes brachte auf der Suche nach mehr Daten zu ihren Problemen die nächsten Aero-Anpassungen, diesmal mit einer neuen Frontflügel-Endplatte und einem getrimmten Heckflügel. Der erste Eindruck schien auch, dass sich das extreme Bouncing verbessert hatte. Die meisten anderen Teams beschränkten sich auf Detail-Verbesserungen. Ferrari brachte einen verschlankten Heckflügel für mehr Topspeed.

Das Wetter: Auch bei Bewölkung war es am frühen Nachmittag sofort richtig heiß. Bei 34 Grad Lufttemperatur hatte sich die Strecke zu Trainingsbeginn bereits auf über 50 Grad aufgeheizt, erreichte später sogar an die 52 Grad.