Ferrari konnte beim Auftakt der Formel-1-Saison 2022 in Bahrain einen perfekten Start hinlegen. Mit Charles Leclerc und Carlos Sainz auf den Positionen eins und zwei gelang der Scuderia der erste Doppelsieg seit Singapur 2019. Auch der letzte Sieg an sich aus dem roten Lager geht bis zu diesem Grand Prix zurück.

Carlos Sainz ist glücklich über diesen Erfolg, mit seiner persönlichen Leistung hadert der Spanier nach dem Rennen allerdings. Sainz ist der Ansicht, dass er gegenüber seinem Teamkollegen Charles Leclerc teamintern noch nachlegen muss. Auch, weil sich der Spanier bewusst ist, dass er ab sofort um den WM-Titel kämpft.

Carlos Sainz euphorisch: Sind dort, wo Ferrari sein sollte!

"Ich fühle mich großartig. Ich freue mich für das gesamte Team", so Carlos Sainz unmittelbar nach dem Rennen bei der Pressekonferenz der Top-3 über den Doppelerfolg seines Rennstalls. "Nach zwei so schweren Jahren zurück zu sein und den ersten sowie zweiten Platz zu holen, zeigt, dass sich die ganze harte Arbeit des Teams ausgezahlt hat und jetzt sind wir zurück im Kampf. Dort, wo Ferrari sein sollte."

Dabei sah es am Sonntag lange so aus, als würde für Carlos Sainz "nur" der dritte Rang herausspringen. Max Verstappen, der über das gesamte Rennen versuchte, Charles Leclerc zu folgen, war für den Ferrari mit der Nummer 55 außer Reichweite. Und dahinter musste sich der Spanier sogar auf den Red Bull von Sergio Pérez konzentrieren.

Ein später Doppel-Defekt bei den beiden Bullen sollte Ferrari letztlich aber einen klaren Doppelseig einbringen. Als sich die Probleme bei Verstappen in der Schlussphase des Rennens intensivierten, startete Sainz nach der Safety-Car-Phase auf der Gegengerade vor Kurve elf einen Angriff, der auch erfolgreich sein sollte. Der Niederländer musste das Rennen wenig später aufgeben.

"Beim Restart hatte ich eine gute Chance. Ich hatte hinter Charles und Max einen sauberen Restart. Er [Verstappen] hat gut verteidigt, dann habe ich bei ihm die roten Lichter gesehen und sagte mir, dass das meine Chance ist. Dann habe ich es getan. Für ihn es natürlich unglücklich, er ist gut gefahren und musste dann aufgeben", kommentiert Sainz sein Duell mit Max Verstappen.

Dem Tempo von Max Verstappen konnte Carlos Sainz am Sonntag lange Zeit nicht folgen -
Dem Tempo von Max Verstappen konnte Carlos Sainz am Sonntag lange Zeit nicht folgen -Foto: LAT Images

Carlos Sainz hadert mit eigener Performance

Ganz zufrieden ist Carlos Sainz mit seiner Performance beim Bahrain GP in Sakhir allerdings nicht. Und das, obwohl er sein bestes Karriereergebnis seit Monaco 2021 einfahren konnte. Der Spanier war bereits das gesamte Wochenende nicht glücklich. "Vom FP1 bis zum FP3 war ich sehr weit hinten. So weit hinten wie noch nie seitdem ich bei Ferrari bin", lautet der Rückblick des Spaniers zum Bahrain GP. "Als Ferrari-Fahrer war das mein schwierigstes Wochenende."

Carlos Sainz war unter anderem mit seinem Reifenmanagement unzufrieden. Dies sei eine der Dinge, die Teamkollege Charles Leclerc nach Ansicht des Spaniers im F1-75 bisher noch besser beherrsche. "Das zeigt, dass ich das Auto verstehen und mir ansehen muss, was Charles anders gemacht hat beim Fahren und wie er eine Kurve angeht."

Bereits in Jeddah möchte der Ferrari-Pilot in dieser Hinsicht Schritte nach vorne machen. "Kann ich mich von dem einen auf das andere Wochenende verbessern? Ja, kann ich. Kann ich mein Defizit [zu Leclerc] komplett beseitigen? Das ist eine gute Frage. Ich wünschte ich kann. Ich werde sehr hart arbeiten, aber ich muss alles noch verstehen und mit meinen Ingenieuren analysieren, um stärker zurückzukommen."

Carlos Sainz: Wir haben realisiert, dass wir im Kampf sind

Schließlich befinden sich Carlos Sainz und Ferrari nun in einer ganz anderen Situation als noch vergangene Saison. Ferrari konnte mit dem F1-75 ein Auto bauen, das zumindest in Bahrain ganz vorne mitfahren konnte. Die Scuderia befindet sich wieder zurück im Kampf um die Weltmeisterschaft.

Dieser Tatsache ist sich auch Sainz bewusst. Der Spanier erzählt, dass er das vor dem Rennen zusammen mit Stallrivale Leclerc richtig realisiert habe: "Es war ein Moment, bei dem wir realisiert haben, dass wir dieses Jahr im Kampf sind."

Auf den Lorbeeren des Auftaktrennes möchte sich Sainz aber nicht ausruhen. "Im Moment ist das Auto schnell, es muss aber das ganze Jahr schnell bleiben, damit wir im Kampf bleiben", so Sainz, der bereits beim nächsten GP in Saudi Arabien eine Herausforderung erwartet. Wieder einmal dreht es sich um das sogenannte Bouncing.

"Die Art Bouncings ähnelt der von Barcelona, wo wir damit sehr zu kämpfen hatten." Ferrari müsse nun schauen, welche Fortschritte sie in dieser Hinsicht seit den Testfahrten in Barcelona gemacht haben. "Ich habe aber volles Vertrauen, dass das Team alles tut, was sie können, um es zu lösen, weil dort Performance zu holen gibt."