Red Bull startet mit einem starken Trainingsauftakt beim Bahrain GP in die Saison 2022. Während für Max Verstappen und Sergio Pérez im ersten Freien Training die Positionen fünf, respektive neun rausprangen, konnte sich der Niederländer im deutlich repräsentativeren FP2 unter kühleren Bedingungen die Bestzeit holen.

Mit einer 1:31.936 konnte sich Verstappen, wenn auch nur knapp, vor beide Ferraris schieben. Der Niederländer warnt allerdings vor zu früher Hochstimmung im Bullen-Lager. Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko zeigt sich sehr optimistisch, schreibt aber auch Mercedes nicht ab.

Red Bull: Sind vorne, Ferrari aber dran

Red Bull machte am Freitag bei den ersten Trainings da weiter, wo sie bereits bei den Testfahrten in Bahrain vor einer Woche aufgehört haben. Auch heute konnte sich Red Bull mit Max Verstappen finale an die Spitze der der Zeitentabelle bugsieren.

Ein Ergebnis, mit dem auch der amtierende Weltmeister glücklich ist. Doch mit Charles Leclerc und Carlos Sainz lauert Ferrari hinter der Zeit des Bullen. "Ich bin sehr zufrieden, aber du hast gesehen, dass Ferrari hart gepusht hat und sie sind nah dran", beurteilt Verstappen das Training. Tatsächlich trennten Verstappen und Leclerc lediglich 87 Tausendstel - beide drehten ihre schnellsten Runden auf Softs.

"Das ist aber auch aufregend", ergänzt Verstappen, der generell davor warnt, zu viel in dieses Ergebnis hineinzuinterpretieren. Der Red-Bull-Pilot glaubt nämlich nicht, dass die einzelnen Teams bereits alles gezeigt haben: "Wir müssen abwarten und sehen, wie eng es mit dem Motormodi bei allen läuft".

In dieselbe Kerbe schlägt auch Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko. Der Österreicher lehnt sich aber schon ein Stück weiter aus dem Fenster und glaubt, dass das Kräfteverhältnis aus dem Training bereits repräsentativ ist. Auch in Bezug auf Ferrari. "Ich sehen uns eine Spur vorne", so Dr. Helmut Marko exklusiv gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Dr. Helmut Marko sieht Red Bull vorne -
Dr. Helmut Marko sieht Red Bull vorne -Foto: LAT Images

Dr. Marko ist sich sicher: Mercedes im Qualifying näher dran

Gleichzeitig lässt aber auch Helmut Marko am Freitag dann doch noch etwas Vorsicht walten. Auch in Bezug auf Konkurrent Mercedes, die am Freitag unter anderem mit DRS-Problemen zu kämpfen hatten. Hamilton kam im FP2 nicht über Rang neun hinaus, während Russell mit seinem W13 die viertschnellste Zeit drehte.

"Mercedes wird die Motoren aufdrehen. Ich glaube auch, dass sie im Qualifying näher dran oder sogar vorne sein werden", schreibt Dr. Helmut Marko den Titelrivalen der vergangenen Saison trotz Startschwierigkeiten nicht ab, sieht sein Team dennoch im Vorteil. "Max hat gegenüber Hamilton sehr eindrucksvoll gezeigt, wo wir stehen."

In Bezug auf Ferrari gestaltet der Vergleich in Sachen Longruns jedoch etwas schwieriger. Max Verstappen absolvierte am Ende des zweiten Freien Trainings auf den Softs einen Longrun und bewegte sich dabei unter der 1:38er-Marke. Ferrari dagegen brachte Charles Leclerc spät erneut auf Softs für ein paar schnelle Versuche auf die Strecke, die auch aufgrund von Verkehr aber nicht von Erfolg gekrönt waren. "Ich glaube, die wollten heute unbedingt die Bestzeit haben", kommentiert Helmut Marko das ungewöhnliche Ferrari-Programm.

Sergio Pérez noch nicht auf Verstappen-Niveau

Mit seinem neuen Boliden, dem RB18, zeigte sich Verstappen ebenfalls glücklich. "Es hat alles mitgemacht", verrät der Red-Bull-Pilot nach dem zweiten Bahrain-Training. Teamkollege Sergio Pérez kam jedoch nicht an die Zeiten seines Teamkollegen heran. Mit seiner siebtschnellsten Runde im zweiten Freien Training fehlte dem Mexikaner über eine Sekunde auf Verstappen.

Wie Red-Bull-Teamchef Christian Horner während des FP2 erklärte, waren beide Piloten aber mit unterschiedlichen Spezifikationen unterwegs. Dr. Helmut Marko glaubt dennoch, dass Pérez noch nicht ganz auf dem Level seines Teamkollegen ist. "Pérez ist noch nicht auf Verstappen-Niveau", so der Österreicher. "Wenn der Wind von hinten kommt, dann kann er nicht so intuitiv reagieren wie Verstappen das kann."

Während der Freitag noch etwas kühl ausfiel, soll es am Samstag und dem ersten Qualifying der Saison wieder wärmer werden. In dieser Hinsicht macht sich Helmut Marko aber ebenfalls keine Sorgen. "Wir waren auch bei den Tests bei hohen Temperaturen gut."