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Formel 1

Formel 1, Hamilton fürchtet Corona: Vorzeitige WM-Entscheidung?

Könnte COVID-19 den WM-Kampf in der Formel 1 entscheiden? Während Lewis Hamilton den Atem anhält, bleibt Max Verstappen ruhig: Es ändert sich nichts.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Auch im WM-Kampf zwischen Verstappen und Hamilton ist Corona nach wie vor ein zentrales Thema. Erst vergangene Saison musste Lewis Hamilton ein Rennen aufgrund einer Corona-Infektion aussetzen. Auch diese Saison fiel mit Kimi Räikkönen in Zandvoort und Monza bereits ein Formel-1-Pilot mit einem Covid-19-Zusammenhang aus. Hamilton warnt davor, dass ein solches Szenario die Saison entscheiden könnte.

Auch in Anbetracht des WM-Endspurts, bei dem Hamilton lediglich acht Punkte hinter seinem Kontrahenten Verstappen liegt, lässt der Mercedes-Pilot äußerste Vorsicht walten. Der Niederländer dagegen möchte sich mit diesem Szenario nicht den Kopf zerbrechen.

Corona-Gefahr im Endspurt - Hamilton hält den Atem an

Die Formel-1-Saison befindet sich in der finalen Phase. Kommendes Wochenende steht der vorletzte Grand Prix in Saudi Arabien an und noch immer liefern sich Lewis Hamilton und Max Verstappen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Weltmeisterschaft. Doch neben dem eigentlich Ziel, den Wettkampf sportlich zu entscheiden, könnte ein ganz anderes Szenario dazwischenfunken - ein Corona-bedingter Ausfall.

"Vielleicht betrifft das nicht die Menschen in unseren Sport, aber jeder da draußen in ihren Berufen. Wenn sie einen Tag oder eine Woche bei der Arbeit verpassen, ist nicht gleich das ganze Jahr verloren. Für uns Fahrer dagegen ist es kritisch", warnt Hamilton gegenüber 'BBC'.

"Das Jahr kann vorbei sein, wenn du ein oder zwei Rennen verpasst", fügt der Mercedes-Pilot hinzu. Schließlich ist es fast genau ein Jahr her, als Lewis Hamilton sich mit dem Coronavirus infizierte und für den vorletzten Lauf ausfiel. Im diesjährigen WM-Kampf gegen Verstappen ein Horrorszenario. "Ich würde sagen, dass ich es dieses Jahr mit der Erfahrung, die ich letztes Jahr gemacht habe, vielleicht ein bisschen besser managen konnte. Du lebst aber immer noch in Angst."

Hamilton ist daher sowohl an der Strecke als auch im privaten Rahmen bemüht, das Infektionsrisiko gering zu halten: "Meine soziale Interaktion ist anders als sie noch in der Vergangenheit war, weil du zu jedem Distanz hältst. Du hältst deinen Atem an, wenn du unter Leuten bist." In der Formel 1 halten sich die Teams an Protokolle, um die Ausbreitung vorzubeugen oder im weiteren Verlauf auch zu verhindern.

Schärfere Regeln im alles entscheidenden Saisonendspurt gibt es im Falle Hamiltons allerdings nicht. "Ich würde nicht sagen, dass es extra Vorsichtsmaßnahmen gibt", hält Hamilton fest. "Ich versuche trotzdem, Abstand zu halten. Alle um mich herum sind getestet." In Kombination mit dem langen und vor allem strafen Formel-1-Programm spricht der Brite daher sogar von einer härteren Saison als 2020.

Max Verstappen: Dieselbe Geschichte wie ein Genickbruch

Verstappen dagegen macht sich nach eigener Aussage dagegen etwas weniger Gedanken über die Rolle, die COVID-19 in der finalen Phase der Saison spielen könnte. Für Red-Bull-Piloten ändert sich mit Hinblick auf das Saisonfinale nicht viel, wie er noch im Rahmen des Mexiko GP erklärte.

"Wenn ich in der Dusche ausrutsche und mir das Genick breche, ist es dieselbe Geschichte, nicht wahr? Wenn ich in Monaco unterwegs bin, ausrutsche und mir das Bein breche, ist das auch nicht großartig", betont Verstappen.

Der Niederländer fährt fort: "Ich denke nicht wirklich über diese Dinge nach. Ich lebe einfach das Leben, das ich schon die letzten zwei Jahre gelebt habe - natürlich mit Corona. Ich werde so weitermachen wie ich es bisher gemacht habe."

Max Verstappen möchte sich über einen möglichen Corona-bedingten Ausfall keine Gedanken machen - Foto: Red Bull

Hamilton besiegt Long-COVID

Bei Lewis Hamilton machte sich seine Corona-Infektion auch noch 2021 bemerkbar. Vor allem in der ersten Saisonhälfte hatte der Brite zeitweise mit körperlicher Schwäche zu kämpfen. Vermutet werden Langzeitfolgen seiner Erkrankung. "Ich würde sagen, die erste Hälfte der Saison war echt einer der härtesten, die ich hatte."

Mittlerweile soll es ihm aber wieder deutlich besser gehen: "Aktuell fühle ich mich aber besser als ich mich eine längere Zeit gefühlt habe", schildert der Brite. "Ich habe mich wirklich auf meine Erholung, Training und Atemtechniken konzentriert. Ich war zuletzt laufen und habe mich besser den je gefühlt."