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Formel 1

Formel 1 Mexiko, Ferrari warnt: AlphaTauri ist schneller

Ferrari mischt im Training in Mexiko erneut an der Mittelfeldspitze mit. Carlos Sainz nach hohen Erwartungen dennoch unzufrieden: Da geht mehr.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Ferrari hat sich für den Großen Preis von Mexiko viel vorgenommen. In der dünnen Höhenluft packen die Formel-1-Teams traditionell so viel Abtrieb auf die Boliden wie nur irgend möglich - und nirgends funktionierte der SF21 in diesem Jahr so gut wie mit Highdownforce-Paketen wie in Monaco und Baku. Genau diese kommen in Mexiko trotz langer Geraden wieder zum Einsatz, um die Abriebverluste durch den geringeren Umgebungsdruck in mehr als 2.200 Metern Höhe zu kompensieren.

Von einem möglichen Angriff auf Mercedes und Red Bull wollten Charles Leclerc und Carlos Sainz deshalb am Donnerstag in der Pressekonferenz zwar noch nichts wissen, sehr wohl aber von einer erneut klaren Spitze im Mittelfeld. Im Freien Training am Freitag war die Scuderia davon tatsächlich nicht allzu weit entfernt. Während WM-Rivale McLaren sich schwertat und außerhalb der Top-10 herumfuhr, schob sich Sainz hinter den beiden Top-Teams sogar auf den angestrebten fünften Rang.

Sainz unzufrieden mit Setup-Änderung

Hinter Pierre Gasly bestätigte Leclerc dieses Resultat weitgehend mit Platz sieben. Dennoch herrscht bei Ferrari alles andere als große Begeisterung. "Insgesamt war es ein ziemlich kniffliger Tag, die richtige Balance zu finden. Da werde ich nicht lügen", berichtet Sainz. Im ersten Training sei er noch zufrieden gewesen. "Aber dann haben wir ein paar Änderungen versucht, die nicht funktioniert haben. So haben wir im FP2 etwas gelitten", klagt Sainz.

Immerhin gelang die Korrektur. "Wir haben es aber geschafft, ein paar Dinge zu korrigieren und sind so zurück in den Kampf gekommen. Aber es ist knifflig", sagt Sainz. Insgesamt verlor Ferrari durch dieses Hin und Her noch dazu Zeit. So stecke nun mit Sicherheit noch einiges in seinem Ferrari, glaubt Sainz. Doch noch habe man es nicht abrufen können. "Wir sind noch etwas weit weg von einer idealen Balance und einem idealen Gefühl im Auto", sagt Sainz.

Sainz sieht Nachholbedarf: AlphaTauri noch schneller

Das müsse man bis zum und im dritten Training nachholen. "Wir müssen es ins richtige Fenster bekommen und diese extra Zehntel finden, die uns vor AlphaTauri bringen können, denn die scheinen gerade etwas schneller", sagt Sainz trotz P5 vor Gasly - allerdings hatte der Franzose auch keine saubere Runde zusammenbekommen.

Für möglich hält Sainz ein Comeback allerdings allemal. "Wir sahen die letzten Rennen ja gut aus, hier denke ich aber nicht, dass wir die Balance schon hinbekommen haben. Morgen können wir vielleicht etwas zurück nach vorne kommen, wenn wir die Balance perfekt hinbekommen und mit dem Setup in die richtige Richtung gehen", sagt der Spanier.

Charles Leclerc eröffnet Training mit Crash

Sehr ähnlich schätzt auch Charles Leclerc die Lage ein - mit einer gewissen Ernüchterung. "Wir dachten, dass wir hier sehr konkurrenzfähig sind, aber die AlphaTauri sehen sehr stark aus - oder generell die Honda-Leute", sagt Leclerc. Auch McLaren hat der Monegasse noch nicht abgeschrieben. "Es wird sehr eng", schätzt Leclerc.

Zu eng wurde es für Leclerc gleich zu Beginn des ersten Trainings. In der Peraltada verlor der Ferrari-Pilot auf noch sehr rutschiger Strecke die Kontrolle und schlug rückwärts in die Streckenbegrenzung ein. "Es war viel Staub auf der Strecke, das hat es sehr rutschig und knifflig zu fahren gemacht", erklärt Leclerc seinen Patzer.

Leclerc beruhigt: Kein großes Motorproblem im FP2

Diese hatte Reparaturarbeiten am Heckflügel zur Folge. Allzu viel Zeit verlor Leclerc allerdings nicht in der Box - zumal auch die Konkurrenz wegen der staubigen Bedingungen nicht das übliche Pensum abspulte. Auch deshalb falle es noch schwer, das Kräfteverhältnis genau einzuschätzen. Alles nötige Potential für einen guten Job sieht allerdings auch Leclerc trotz des etwas holprigen Auftritts weiterhin.

Keine Sorgen machen müsse man sich unterdessen um seine Power Unit. Am Ende des zweiten Trainings meldete Leclerc Probleme mit der Fahrbarkeit. "Das war aber nichts Größeres" winkt Leclerc ab. "Mir fehlte einfach etwas Drehmoment aus den Kurven, das war etwas wenig Beschleunigung. Aber wir haben das unter Kontrolle", beruhigt der Monegasse.


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